Parak

Hier findet ihr alle Bewohner, welche der Rasse Mensch angehören
Antworten
Benutzeravatar
Parak
Spieler-Charakter
Spieler-Charakter
Beiträge: 48
Registriert: Samstag 7. Juli 2012, 19:52
Moderator des Spielers: Isildur
Aufenthaltsort: Dessaria
Steckbrief: Zum Steckbrief
Rasse: Dessarianer
Sprachen: Celcianisch, Garmisch
Beruf: Kammerjäger
Fähigkeiten: Unbewaffneter Kampf: Gut
Umgang mit Hunden: Überdurchschnittlich
Lebensenergie:
Geld: 0D, 0L, 9F
Ausrüstung: Geldbörse, Kleidung(genagelte Stiefel, Lederhose, Hemd, Wollumhang), Rasiermesser, Bronzehandspiegel, Zahnbürste, offizielles Schreiben, mysteriöses Buch, kleines Messer, dunkles Brot, Hundeleinen
Tierische Begleiter: Dariah und Georg (Hunde)

Parak

Beitrag von Parak » Samstag 7. Juli 2012, 21:22

Paraks Steckbrief
Margas Zweitcharakter
Name Parak

Rasse Dessarianer

Alter 21 Jahre

Geschlecht Männlich

Beruf Rattenfänger

Heimat Hütte in Dessaria

Gesinnung Neutral mit Hang zum Bösen

Magie Keine

Sprache Celcianisch, Garmisch

Glaube

In seinem Leben wurde Parak noch nie theologisch belehrt. Deshalb sind ihm die Götter und Religionen unbekannt und er selbst hat kein höheres Wesen, dem er sich anvertraut.

Aussehen

In hoher Gesellschaft würde er Aufsehen erregen, aber in den Reihen der Arbeiterklasse, der Bergarbeiter und der Soldaten fällt einer wie Parak nur wenig auf. Aber wenn er will, dann kann er auch wirklich bedrohlich wirken, besonders wenn er Leuten in die Augen starrt, bis diese wegblicken. Da wäre zu aller erst einmal seine Kleidung. Er trägt dicke Lederstiefel mit genagelten Sohlen. Sie werden häufig schmutzig, aber Parak hält sie im großen und ganzen sauber. Seine Hose ist ebenfalls aus Leder, hat zahlreiche Taschen und die Hosenbeine sind in die Stiefel gestopft. Dies hat mit beruflicher Professionalität zu tun, damit kein Getier sich an seinen Beinen zu schaffen machen kann. Die Hose hält mit Hosenträgern. Er hat zwei paar saubere, gutgeflickte Hemden – das Waschen erledigt er selber und die Flickarbeiten lässt er ein altes Weib aus der Nachbarschaft für Geld erledigen, und für die kalte Jahreszeit hat er einen wollenen Überwurf. Ein paar dicke Arbeitshandschuhe hat er ebenfalls, sodass er auch mal in dunkle Ecken oder Rattenlöcher greifen kann, ohne etwas zu befürchten.
Dieses Sortiment an funktionaler Kleidung lässt seine sowieso schon gute Statur noch größer erscheinen. Er ist höher gewachsen als der durchschnittliche Dessarier, hat einige Muskeln und sein Gang ist gerade und aufrecht. Eine weitere Sache wäre da noch: Er ist absolut kahl, sowohl Haupt- wie auch Barthaar rasiert er, bevor es überhaupt richtig wachsen kann. Einzig seine dunklen Augenbrauen zeigen, dass er schwarze Haare hätte, wenn er welche hätte.
Seine Augen sind hellbraun. Er ist sauber, seine Zähne sind blitzblank und er hat einen neutralen Geruch. In seinem Leben hat er unzählige Narben davongetragen, auch wenn keine Verletzung allzu schlimm war. Seine Arme und Beine sind von verblassten, ehemaligen Hundebissen übersät, ans seinen Händen hat er ein paar Narben von Schnittwunden.

Persönlichkeit

Paraks Leben hat ihn zu einer Kämpfernatur erzogen. Er scheut keinen Konflikt und ist sehr direkt. Er sieht sich selbst als praktischen Denker, als Problemlöser, auch wenn andere vielleicht erkennen, dass seine Art des praktischen Denkens nichts anderes als Rücksichtlosigkeit ist. Anstand, Moral und Gesetz sind Dinge, die in seinen Überlegungen nur berücksichtigt werden, wenn es auch wirklich jemanden gibt, der sie in dieser Situation vertritt, oder wenn sie ausnahmsweise mal auf Paraks Seite stehen. Gerade sein Umgang mit Kunden, die nicht zahlen wollen, zeigt er wie grob er sein kann.
Überhaupt, die Erfahrungen als Rattenfänger, der den Tod über unzählige Nager bringt, haben ihn gegen den Anblick von Blut und Leid immunisiert. Nicht nur gegenüber dem Ungeziefer zeigt er Gleichgültigkeit: Obwohl er zu den besser Verdienenden seines Viertels gehört, hat er niemals eine einzige Fuchsmünze in seinem Leben gespendet.

Parak ist ein fast asketisch lebender Mensch. Zumindest ist er keinem Laster verfallen, er trinkt nicht, er raucht nicht, er trainiert sogar. Wenn er sich etwas gönnt, dann ist es eine gute, üppige Mahlzeit.
Er ist sogar der sauberste Mann seiner Nachbarschaft. Dem liegt nämlich ein gewisser Waschzwang zugrunde, den er durch seines Gefängnisaufenthalts entwickelt hatte und der durch die verschmutzte Wohngegend und der Natur seines Berufes gefördert wird. Er muss sich regelmäßig waschen, seine Nägel kurz halten – er kaut sie ab - und sich regelmäßig rasieren, sonst fühlt er sich nicht gut. Am wichtigsten ist jedoch das Säubern seiner Zähne mit einer kleinen Bürste. Er hat keine Probleme damit, sich schmutzig zu machen, aber umso wichtiger ist es, danach wieder sauber zu werden.
Seine Hütte hält er in Ordnung, alle Dinge, die er für die Arbeit braucht, sowie seine Kleidung werden regelmäßig gereinigt und er sorgt dafür, dass seine Hunde nicht irgendwo ihr Geschäft machen.
Seine beiden Hunde sind ihm sehr wichtig. Er legt aber auch strenge Maßstäbe an sie an, so lässt er sie ihre gelegentlichen Streitereien unter sich ausmachen, ohne einzuschreiten. Nur wenn sie besonders fleißig waren, belohnt er sie mit gutem Fleisch. Aber er würde nicht ohne einen guten Grund Hand an sie legen.

Der Rattenfänger kann nur mäßig mit anderen Leuten auskommen. Sie sind Kunden für ihn, Nachbarn, Verkäufer und Handwerker, aber er hat keine wirklichen Freunde und nur die eine oder andere lose Bekanntschaft. Er hat wenig Feingefühl mit anderen Menschen und seine grobe Art schreckt sie häufig ab. Und in Schenken, wo er auf seines Gleichen treffen würde, setzt er keinen Fuß. Der Grund liegt nämlich in seiner ständigen Unruhe, die ihn davor abhält, zu lange nichts zu tun, erst recht wenn er dabei in einem schlecht belüfteten Raum sitzen muss. Dies ist möglicherweise eine weitere Eigenheit aus dem Gefängnis, denn derartige Untätigkeit erinnert ihn an die langen Stunden in der Zelle.

Stärken

Wohl seine größte Stärke liegt in seinem Körper. Er ist jung, gesund, athletisch. Dies hilft ihm dabei, sich selbst zu verteidigen. Dazu braucht er weder Waffe noch Rüstung. Während seiner Lehre lernte er das Einstecken, im Gefängnis das Austeilen. Dabei hat er keine bestimmte Technik, sondern er setzt alles darauf, seine Gegner zu überwältigen oder niederzuschlagen. Er hat aber auch die nötigen Instinkte und Reflexe, sich gegen einen Bewaffneten durchzusetzen, ihn zu entwaffnen oder zumindest seiner Klinge zu entkommen.
Nicht zu verachten ist sein Umgang mit Hunden. Er verseht ihr Rudeldenken und weiß, wie er einen angriffslustigen Vierbeiner klein kriegt und kann einen Hund auch abrichten, wenn er lange genug dafür Zeit hat. Seine beiden Tiere sind das beste Beispiel dafür. Sie folgen aufs Wort und tun bei der Rattenjagd die Hauptarbeit.
Er ist in seinen Leben schon oft metaphorisch auf die Schnauze gefallen, aber er hat gelernt, weiterzumachen und aus seinen Fehlern zu lernen.
(Unbewaffneter Kampf: Gut
Umgang mit Hunden: Überdurchschnittlich)

Schwächen

Er ist ungehobelt, das Stigma des ehemaligen Gefangen und Straftäters bleibt ihm anhängen und er ist den Gesetzesvertretern bekannt. Dies nimmt ihm die Chancen auf einen sozialen Aufstieg. Er hat nie in seinem Leben eine Schule besucht, deshalb ist er Analphabet und weiß fast überhaupt nichts über die Welt und ist zu alt, um es noch so einfach zu lernen, wie ein Kind es tut. Die Jahre im Gefängnis haben ihn dauerhaft geprägt, was sich in seinem Waschzwang und seiner Unruhe äußert.
Nie hat er die Vorteile gelernt, die sich ergeben, wenn man Probleme auf diplomatische Art und Weise löst. Auch hat er Probleme, sich unterzuordnen, denn Misstrauen und Dominanzstreben behindern ihn dabei. Noch nie in seinem Leben hat er Magie zu Gesicht bekommen, also weiß er nicht, was ein Zauberer kann und was nicht. Je nach Situation kann Furcht oder Leichtsinn die Folge sein.

Lebensgeschichte

Geboren in einem Armenhaus, als Kind ohne Vater erblickte Parak das schale Licht der Welt. Er war zwar ein guter Brocken mit rosiger Haut, aber besonders aufgeweckt oder munter war er nicht. Weil die Lebensumstände seiner Mutter es nicht erlaubten, ihn zu behalten, wurde Parak fortgegeben an die einzige lebende Verwandte, die Schwester seiner Mutter. Er wuchs also bei seiner Tante auf. Das war aber nicht viel besser. Auch seine Tante lebte auf den unteren Sprossen der sozialen Leiter, sie war ledig und musste für ihnen Lebensunterhalt hart arbeiten. Da war Parak, ein ständig hungriger Mäulchen, das es zu stopfen galt, eine große Last. Aber seine Tante zeigte einige Jahre lang Ehrgeiz, um den Spross ihrer Schwester durchzufüttern. Als Achtjähriger war er ein mageres Kerlchen, das in viele Schlägerein der Nachbarsburschen geriet, aber niemals zu den Gewinnern gehörte. Er half seiner Tante, wo es nur ging, jene war nämlich nicht mehr die Jüngste. Eines Tages kam ein Mann, von seiner Tante geführt in die Wohnung. Der Mann war groß, hatte eine Halbglatze, aber lange Haare, die ihm von den Schädelrändern auf die Schultern fielen. Er trug dicke Stiefel, Handschuhe ohne Fingerstücke und ein fleckiges Wams.

"Parak. Das ist Hjorn. Er ist Kammerjäger. Der hält die Häuser von den Händlern frei von Nagern. Du wirst tun, was er sagt. Verstehst du?"

Der junge Parak starrte hoch. Der Mann, an den seine Tante ihn abschieben wollte, war unheimlich und stank. Er mochte ihn nicht. Der Kammerjäger packte ihn grob an den Schultern und führte ihn weg. Als sie außer Hörweite der Tante waren, meine Hjorn mit grober Stimme. "Hör auf die alte Kuh. Du bist jetzt mein Lehrling und wenn du nicht folgst, dann kriegst du eine Tracht Prügel. Bei dem vertrottelten Frauenzimmer hast du bestimmt noch nie welche bekommen, dabei schadet es keinem Kind.“

Hjorn hatte eine eigene Unterkunft: Es war eine verdreckte Hütte in einem schlechten Viertel. Diese wurde auch Paraks Zuhause. Hjorn hatte keine Familie und war Junggeselle. Aber er und Parak lebten nicht allein in dem Haus: Da gab es noch ein Monster, jedenfalls kam es dem Jungen so vor.
Ein gewaltiger Schäferhund namens Sascha. Hjorns Hund, dessen Aufgabe es war, durch Rattennester zu wüten.

Paraks Leben wurde miserabel. Er musste auf dem Boden in einer kleinen stickigen Kammer schlafen, er bekam schlechteres Essen als Sascha und sogar weniger und er musste sich Hjorns Schikanen gefallen lassen, sowie Saschas Bösartigkeit, gegen die er sich nicht wehren durfte. Und es gab niemanden an den er sich wenden konnte. Kammerjäger war kein ordentlicher Handwerksberuf, es gab also keine Zunft, welche die Pflichten des Meisters gegenüber dem Lehrlings festlegte. Rechtlich gesehen war Parak sogar nicht einmal ein Lehrling. Aber Hjorn nannte ihn so und verstand sich darauf, ein Kind derartig einzuschüchtern, dass es tat, was er wollte.

Anfangs musste er für Hjorn die Rattenfallen tragen. Insbesondere die beiden Lebendfallen, also eiserne Käfige waren für einen Jungen seines Alters eine große Last. Schon in der ersten Woche waren seine Armmuskeln so verkatert, dass sie ihm eines Tages entglitten und zu Boden fielen. Hjorn nahm das zum Anlass, ihn zu verprügeln und ihm vorzuhalten, dass er faul und verantwortungslos sei. Dann meinte der Rattenjäger, dass Parak von jetzt an nichts mehr handhaben würde, was auf den Boden fallen würde.
Er übergab Parak nämlich die Aufgabe, Sascha zu führen. Der Hund, der ihm bis an die Schultern reichte, war ein gemeines Monster, das sehr häufig nach ihm schnappte. Und wehe er setzte sich aktiv zur Wehr, dann gab es dazu noch Kopfnüsse vom Meister. Parak wurde in seinem Leben keine zwei dutzend Mal von Ratten gebissen, Sascha übertraf das in einer guten Woche.
Meister Hjorn war eigentlich ein kein guter Rattenfänger. Er stellte seine Fallen auf, ließ Sascha ein paar Ratten tot beißen und zeigte die Kadaver auf. Aber die eigentlichen Nester von den Biestern suchte er gar nicht und so kam es da, wo Hjorn arbeitete, später zum Wiederaufkommen der Rattenplage. Umso besser, meinte er sogar, wenn er mehrfach abkassierte.
Einmal, als Parak schon einige Jahre im Dienste Hjorns stand, fragte er ihn einmal, warum er sich nicht bemühte, die Ratten dauerhaft loszuwerden. Sonst wäre die ganze Arbeit doch umsonst. "Umsonst?", lachte Hjorn, "Die Leute bezahlen doch dafür."

Parak überstand acht Jahre Dienst bei Hjorn. Wegen der schlechten Ernährung war er für sein Alter zu klein und zu leicht, aber er war schnell und zäh geworden. Jetzt führte er einen älteren Sascha, der zwar immer noch nach ihm schnappte und biss, aber langsamer geworden war. Arme und Beine des Jungen waren übersäht mit alten Narben von Bissen, aber jetzt hatte er die Reflexe, ihn gleichzeitig an der Leine zu führen, ohne selbst gebissen zu werden. Hjorn war auch älter geworden und Parak wusste, dass sich in absehbarer Zeit endlich das Blatt wenden würde. Aber er hatte sich zu früh gefreut.
Sie arbeiteten im Privathaus eines Händlers und während Parak in der Speisekammer Fallen aufstellte, war Hjorn im Speicher mit Sascha unterwegs. Dabei ließ der Meister einen silbernen Kerzenleuchter mitgehen. Entweder es war blinde Gier oder kalkulierte Altersvorsorge, Parak wusste nicht einmal davon. Und einige Tage später erschienen die Wachen mitten in der Nacht vor der Tür des Rattenfängers und der Kerzenleuchter wurde gefunden.
Es kam zu einer unspektakulären Verhandlung, die für Parak ein Albtraum war. Es war sicher, dass einer der beiden den Kerzenleuchter gestohlen hatte, es stand das Wort von Lehrling und Meister gegeneinander, von elternlosen Jungen gegen angesehenen, steuerzahlenden Bürger. "Drei Jahre für dich und eine Geldstrafe für den Meister, weil er besser auf seinen Burschen hätte achtgeben müssen. Verhandlung beendet."

Der fassungslose junge Parak kam also hinter Gitter. Das Gefängnis von Dessaria war wie jedes Gefängnis ein rauer Ort, wenn auch weniger hart als die Gefängnisse anderer Orte, wo Folter, Erniedrigung und miserable Versorgung üblich waren. Die Zellen waren für mehrere Personen gemacht und zusätzlich kamen die Gefangenen während der Essenszeiten zusammen. Es wurden Häftlinge für Minenarbeit eingesetzt, aber nur die harmlosen Verbrecher, weil Gefangene mit Spitzhacken und Steinen ein Sicherheitsrisiko für die Wärter waren und weil gewisse Gefangene schon in Vergangenheit versucht haben, zu Tunneln von anderen Mienen durchzustoßen, um so zu entkommen. Die Arbeiter bekamen dafür beim Essen Sonderrationen.
Im Gefängnis gab es unter den Gefangen eine Hierarchie. Es gab die Gewaltverbrecher und ehemalige Soldaten, die mit ihren Fähigkeiten die anderen einschüchtern konnten und es gab Mitläufer, die in deren Windschatten arbeiteten. Und es gab die Schwachen. Es waren normale Übeltäter, die bevorzugt für die Bergarbeit eingesetzt wurden, weil die Wachen von ihnen kaum etwas zu befürchten hatten. Ihre Extrarationen aber wurde von den Starken verdrückt, während die armen Teufel vor Erschöpfung ausgelaugt ihre Haft absaßen. Was würde mit Parak passieren? Als kleiner Dieb kam er natürlich regelmäßig in die Minen, wo er Körbe voller Steine aus den Stollen herausschleppte. Anfangs übergab er das meiste seines Essens einem Grobian, aber nach einigen Tagen war er hungrig und frustriert und schaufelte, sobald er seinen Napf voll hatte, das Essen in den Mund und schlang es herunter. Das war natürlich Anlass genug für eine Tracht Prügel. Was dann passierte, war das erste Mal im Leben, dass Parak etwas von seinem Potential erkannte. Er wich den Schlägen aus, entschlüpfte den Versuchen, ihn zu greifen und sprang weg. Dies Alles hatte er schon hunderte Male von Sascha erlebt und dieses Mal entkam er nicht dem Zähnen eins Köters, sondern den Fäusten von Schurken. Naja, bis sie ihn fassten, dann war es aus. Weil er so übel zugerichtet wurde, war er einige Tage vom Arbeitsdienst und vom Gemeinschaftsessen befreit. Als er zurückkam, war es dasselbe Spiel, nur dieses Mal floh er nicht ziellos, sondern teilte dabei auch einige Schläge aus, bevor er erwischt wurde. Ein zweites Mal bekam er eine Schonfrist vom Gefängnisbetrieb und vom Gemeinschaftsessen. Als er zurückkam, stellte sich heraus, dass er durch seine Zähigkeit auf zumindest einen der großen Fische einen Eindruck hinterlassen hatte. Parak wurde so etwas wie ein inoffizieller Anhänger des Ganoven. Er konnte sein Essen behalten, weil er unter dessen Schutz stand und im Gegenzug stellte er sich bei Schlägereien zwischen den Banden auf seine Seite.
Das war natürlich nicht das Ende der Probleme. Parak erlebte noch viele grauenhafte Stunden hinter Gitter, oft wurde er verprügelt, aber er teilte auch ordentlich aus. Die Arbeit im Bergwerk, das Essen, das sogar besser als der Frass war, den sein Meister ihm zugestanden hatte, und die viele freie Zeit in der Zelle, die man nur mit körperliche Ertüchtigung füllen konnte, machten aus einem schmalen Burschen einen kräftigen jungen Mann. Der Dessarianer lernte außerdem, die Fäuste sprechen zu lassen, jemanden niederzuringen und einmal einen Mithäftling, der selbst ein Messer gebastelt hatte, zu entwaffnen (die Schnitte, die sich Parak dabei zuzog, verheilten, aber umso mehr hatte er von dieser Erfahrung gelernt).

Aber auch in anderer Hinsicht hinterließ der Knast Spuren bei ihm. Er wurde misstrauisch und unruhig, hartherzig und rücksichtslos. Er überlebte die drei Jahre Haft, er hatte den einen oder anderen Knochenbruch erlitten, die ein oder andere zusätzliche Narbe zierte seinen Körper, aber er hatte noch alle Zähne, konnte laufen und war gesund. Und als der das Gebäude als freier Mann verließ, lief er erst einmal ein wenig in der Stadt herum. Es war großartig, sich frei bewegen zu können und die frische Luft zu atmen. Das einzige, was ihn bedrückte, war der Geruch, der ihm anhaftete, er stank grässlich und erst jetzt merkte er es. Außerdem juckte ihn das dichte Haar, das ihm ständig vor die Augen fiel.
An seinem ersten Tag ging er also zu einem Barbier. Er hackte zwei Stunden lang Holz für den Mann, als Gegenleistung hatte Parak eine ordentliche Rasur und ein Vollbad ausgemacht. Hinter Gittern gab es keine Rasiermesser und keine Scheren, da liefen sie alle mit langen, fettigen Haaren und zotteligen Bärten herum. Parak verließ den Laden am Abend kahl wie eine Murmel, es gefiel ihm. Dass eine kühle Brise über seinen Schädel strich, war ein gutes Gefühl.
Einige Stunden später, es war bereits Nacht, ließ Parak einen Hammer und ein paar Nägel von einer Baustelle mitgehen. Damit ausgestattet machte er sich zum Haus seines alten Meisters auf. Vor dem Haus lag ein alter Sascha. Er knurrte bedrohlich, als Parak sich näherte. Mehr kam aber von Sascha nicht mehr, denn der Dessarier stürzte sich auf das Tier und brach ihm unter Aufwendung all seiner neuen Kräfte das Genick.
Hjorn hatte mehr Glück. Er wachte auf, als er Hämmern hörte. Er lief runter, öffnete die Haustür und erstarrte. Sascha war an seinen Vorderpfoten an die Holzwand der Hütte genagelt. Parak stand gelassen daneben.
"Nimm dein Geld und verlasse Dessaria. Die Hütte ist der Lohn für meine Lehrzeit, die hiermit vorbei ist. Ich habe so einiges in den letzten drei Jahren gelernt.", meinte er grimmig und zeigte den Hammer und zwei weitere Nägel vor. Eingeschüchtert ging Hjorn der Aufforderung noch, wohl wissend, dass es mehr war, als er verdiente. Er war nicht mehr der jüngste, aber er hatte viel Geld angehäuft, das er noch ausgeben gedachte. Hjorn verließ die Stadt sogar erleichtert und während er plante, irgendwo mit seinen Ersparnissen seinen Ruhestand verbringen, dachte er überhaupt nicht mehr an Sascha.

Noch in der Nacht verbuddelte Parak Sascha hinter der Hütte und fegte das Haus ordentlich durch. Es war ein Neuanfang für ihn und er hatte eine ordentliche Unterkunft. Aber die machte einen natürlich nicht satt. Und wenn es eine Sache gab, auf die er sich zumindest halb verstand, dann war das die Rattenjagd. Außerdem hatte Hjorn alle Fallen zurückgelassen. In den nächsten Tagen brachte er das Geschäft zum Laufen, wobei er weniger Geld als Hjorn verlangte, um die Kunden für sich zu gewinnen, weil er ohne tierische Unterstützung weniger effektiv war. Aber bald schnappte er sich zwei ausgemergelte Straßenköter, eine Terrierhündin und einen Mischling, peppelte sie hoch und richtete sie ab. Schon einige Wochen später waren die beiden Feuer und Flamme bei der Rattenjagd.
Über die folgenden zwei Jahre festigte sich Paraks Ruf als gewissenhafter Kammerjäger: Er war gründlich, war keine heruntergekommene Gestalt, seine Hunde waren gut erzogen und er gab gelegentlich Ratschläge, wie man in Zukunft den Nagetierbefall vorbeugen konnte. Mit seinem Einkommen konnte er den Hausrat aufstocken. Zu aller erst ein scharfes Rasiermesser und einem Bronzehandspiegel, damit er sich selbst rasieren konnte, Seife, eine gute Garderobe, ein neues Bett, einen Waschzuber, Halsbänder für seine Hunde und vor kurzem sogar ein kleiner Brennholzvorrat.

Tierische Begleiter

Dariah, eine junge Terrierdame, wild und flink mischt sie die Ratten auf. Kurzes, dunkles Fell und eine lange Nase. Ist gelegentlich etwas eigenwillig, hört aber in letzter Instanz auf Paraks Wort.
Georg, ein Mischling mit hellem, langen Fell. Älter als Dariah und viel ruhiger. Während Dariah die Nager kopflos verfolgt, schneidet er ihnen den Fluchtweg ab. Gehorcht sofort, wenn Parak Befehle gibt.
Beide geben sich damit zufrieden, die gefangenen Ratten und Mäuse zu fressen. Gutes Fleisch gibt es nur zu besonderen Anlässen.

Paraks Unterkunft

Die Holzhütte seines Meisters, die er seit zwei Jahren allein für sich hat, steht in einem der schlechteren Viertel der Stadt. Auf einem winzigen Grundstück hat das Gebäude bloß ein Zimmer und eine kleine Kammer, aber es gibt einen kleinen Hinterhof mit einem Abort. Im Zimmer steht Paraks Bett, ein kleiner Steinofen mit Feuerholz und die Ecke, wo seine Hunde schlafen. In der Kammer steht sein Besen, der Waschzuber, grobe Seife und die Rattenfallen, zwei Lebendfallen, also Käfige, in die man herein, aber nicht mehr herauskommt, und zahlreiche Schnappfallen. Die Haustüre hat kein Schloss, aber für die Kammer gibt es einen Schlüssel. Es gibt zwei Fenster – kein Glas – mit verriegelbaren Fensterläden.

Inventar

- Geldbörse (12 Fuchmünzen)
- Kammerschlüssel
- Bronzespiegel
- Rasiermesser
- Zahnbürste
- Kleidung (Stiefel, Lederhose, Hemd, Wollüberwurf, Handschuhe)

Einstiegspost

Bergstadt Dessaria - Wohnviertel - Trautes Heim

Antworten

Zurück zu „Menschen“