Auf den Straßen

Die Wohngebäude der Bürger sind meist sehr eckig und flach gebaut. Bestehend aus braunem Sandstein spenden sie, im Gegensatz zu dem heißen Wetter, einen kühlen Schutz.
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Auf den Straßen

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 7. Januar 2010, 13:56

TBC (Janay und Begleiter): Grasland - Reise nach Santros

Es dauerte einige Meilen, bevor Nell sich wieder vollkommen gefangen hatte. Bis Alex sich wieder gefangen hatte, dauerte sogar noch länger. Zwar hatte er sich an Janay gekuschelt und die Augen geschlossen, doch bebte der kleine Körper stetig. Auch als die Umrisse der Brücke nicht mehr am Horizont zu erkennen waren. Erst, als sie diese Entfernung zurück gelegt hatten, gönnte Nell ihren Eseln wieder etwas Ruhe und ließ sie in einen entspannten Schritt fallen.

Der erste Tag ihrer Reise war von Schweigen geprägt. Nell und Alex schienen einfach von den Ereignissen des Tages erschlagen. Irgendwann am Nachmittag zog sich Alex in den Wagen zurück und suchte Trost und Wärme bei Belle. Nell hingegen blieb auf dem Kutschbock. Auch wenn sie den Wagen nicht wirklich lenkte. Sie ließ die Esel einfach trotten.

Im Laufe der nächsten Tage bröckelte die Beklommenheit, die seit dem Überqueren der Dunkelbrücke auf der kleinen Gruppe gelegen hatte. Langsam fand man zu dem gewohnten Reiserhythmus zurück und fand in der Routine auch wieder Lachen und Freude. Während Alex die Verpflegung der Tiere übernahm, kümmerte sich Nell um das Kochen und half Janay bei den Zwillingen. Fast schon wie eine eingeschworene kleine Familie.
Doch auch dunkle Stunden schlichen sich in die eigentlich fröhliche Reisezeit. Immer wieder sahen sie die Folgen des wütenden Krieges. Trafen Verletzte, erblickten Ruinen von Gehöften und ab und an sogar kleinere Schlachtfelde, bei denen sich keiner die Mühe gemacht hatte, die Leichen zu beseitigen. Abgesehen von den Tieren der Gegend. Das Einzige, was ihnen erspart blieb, war ein Treffen auf die dunklen Truppen. Als hätte ein Gott das Einsehen und hielt diese von ihrer kleinen Gruppe fern. Nun und wie es sowohl Nells, als auch Alex Art war, schafften die beiden es, über die Gräueltaten, die sie gesehen hatten hinweg die Stimmung positiv und heiter zu halten. Ohne jedoch den Toten und Verletzten gegenüber Respekt fehlen zu lassen.

Als sie endlich die Stadttore von Santros erreicht hatten, merkte Nell wie sie zögerte. Die beiden kleinen Schützlinge waren ihr ans Herz gewachsen und auch Alex hatte die beiden Kleinen lieb gewonnen. Betrachtete sie als Teil ihrer eigenartigen Familie. Nun und Belle sah sich als Beschützerin der beiden Jüngsten in ihrem Rudel. So war es wohl wenig verwunderlich, dass sich erneut ein gedrücktes Schweigen über die Gruppe senkte, als sie sich dem Stadttor näherten und es passierten. Fragend drehte sich Nell Janay zu. „Wo müssen wir lang?“ Wiederwillig zügelte sie die Esel und sah sich um.
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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Janay » Mittwoch 13. Januar 2010, 16:38

Irgendwo war Janay seltsam erleichtert darüber, dass Nell nichts mehr wegen ihres Berufes sagte, den sie sich ausgesucht hatte. Sie versuchte auch nicht mehr, die andere dazu zu überreden, einen scheinbar Ehrbareren zu ergreifen. Denn die junge Dunkelelfe hätte davon sowieso nichts hören wollen. Noch war sie dieser Betätigung einfach nicht überdrüssig, damit ließ sich gutes Geld verdienen und sie kam manchmal sogar selbst zu ihrem Spaß.
Und ansonsten verhielt sie sich nicht anders als jede weitere Person auch. Zwar glaubte sie nicht so daran, dass Nell das schon wirklich begriffen hatte, aber solange sie dazu nichts sagte, wollte Janay es einfach annehmen.
Dass Alex davon nichts zu erfahren brauchte, darüber waren sie sich wohl beide stillschweigend einig. Der Junge war noch zu klein, um solche Dinge begreifen zu können und die junge Frau wollte nicht, dass er wegen irgendwelcher Vorurteile sich ihr gegenüber plötzlich anders benehmen würde.
Sie hingegen nahm die Auswirkungen des Krieges, die sie auf ihrem Weg zu sehen bekamen, anders auf, ein wenig zumindest. Zwar fand sie auch, dass teilweise Unschuldige nicht darunter leiden sollten, wenn jemand mit einem anderen im Clinch liegen sollte.
Aber sie hatte keine Angst vor den Truppen. Wie denn auch? Sie war selbst eine Dunkelelfe und noch dazu arbeitete sie als Prostituierte. Solange sie, sollte sie jemals auf einen Teil der Armee stoßen, nicht geschlagen oder zurück zu ihrem Vater geschleppt werden würde, war ihr das demnach gleich. Denn ihre Dienste wären auch bei diesen Männern nicht umsonst und sie wusste sich schon durchzusetzen.
Janay schreckte ein wenig aus ihren eigenen Gedanken und Erinnerungen an die Reise auf, als sie so direkt angesprochen wurde. "Hm?", murmelte sie und sah sich ebenfalls um.
Bevor sie nach hinten griff zu dem Korb, um den dort verstauten Brief zum wiederholten Male hervor zu ziehen und zu überfliegen.
Langsam nickte sie, als die Stelle gefunden hatte. "Wir sollen nach einem Kelyn fragen, der Teppiche verkauft."
Danach seufzte sie leise und versteckte den Brief wieder in dem Körbchen mit den schlummernden Kindern. Wobei ihr Blick auf deren rundliche, friedliche Gesichtchen fiel und dort auch unwillkürlich haften blieb.
Mit einem Mal kamen auch ihr Zweifel auf, ob das richtig war, was sie hier tat. Natürlich, diese Kinder gingen sie im Prinzip nichts an, waren nicht einmal ihre eigenen und sie sollte diese lediglich hier abliefern, um ganze 100 Fuchsmünzen dafür zu erhalten.
Aber auf der anderen Seite... auch ihr waren sie in der Zeit der Reise irgendwie ans Herz gewachsen.
Doch nein, es wäre eindeutig besser, sie würde die Kleinen diesem Kelyn geben. Ihr war weiterhin ein Leben bestimmt, dass die meisten als ehrlos und schmutzig ansehen würden, solange sie das noch tun wollte. Und obendrein war dieser Beruf nicht dafür geeignet, nebenbei noch Kinder groß zu ziehen.
Trotzdem... es fiel ihr einfach schwer, sodass sie erneut leise seufzte, während sie dem Jungen zart wie ein Hauch über die Wange streichelte.
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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 10. Februar 2010, 22:01

Seufzend nickte Nell. Sie würde also irgendjemanden ansprechen müssen. Suchend blickte sie sich um. Natürlich musste sie sowas nur, wenn gerade keiner zu sehen war. Die Strasse war fast gespenstisch leer. „Na gut.“ Entschlossen lenkte sie das Gespann an eine ruhige Stelle und stoppte es schließlich. „Alex... gehst du mit den Kleinen nach hinten?“ Begeistert nickte der kleine Ork, nahm sich sehr vorsichtig den Korb mit den beiden Babies und kletterte dann durch die Klappe in den Wagen, Belle dicht auf seinen Fersen. Zufrieden nickte Nell und schloss die Klappe nach hinten, bevor sie sich Janay zuwandte. „Ich denke ich versuche dann mal heraus zu finden, wo wir diesen Kelyn finden.“ Fragend sah sie Janay an. „Willst du hier bleiben oder nimmst du mir die andere Seite der Strasse ab?“ Sie deutete auf die Strasse hinter dem Wagen und die vor dem Wagen.

Sie wartete noch bis Janay sich entschieden hatte und kletterte dann vom Kutschbock, um sich auf dem Weg zum ersten Haus hinter dem Wagen zu bewegen. Was folgte war eine Lange Reihe von Erklärungen an unzähligen Türen. Entweder wollten alle diesen Kelyn schützen oder sie hatten alle Angst ihn zu verraten. So musste sich Nell deutlich weiter von dem Wagen entfernen als ihr lieb war. Und das nur um nicht wirklich weiter zu kommen in ihrer Suche.
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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Janay » Freitag 12. Februar 2010, 20:46

Janay entschied sich, beim Wagen zu bleiben. So könnte sie sofort auf Alex' Rufe reagieren, sollte der Junge sie brauchen. Wegen der Kleinen oder warum auch immer.
Aber irgendwie wollte sie auch einfach nicht wissen, wo dieser Kelyn zu finden war.
Deswegen hüllte sie sich in eine dicke Decke und blickte hinauf zum Himmel. Die Wolken waren dicht, grau und wirkten mehr als schwer. Aber es regnete nicht und allmählich hatte sie auch das Gefühl, dass es wieder wärmer wurde.
Um nicht die ganze Zeit nach dieser langen Fahrt sitzen zu müssen, stand sie auf und vertrat sich ein wenig die Beine. Wobei sie nicht sonderlich weit ging, sondern eher nur an dem Wagen mit seinen Zugtieren entlang, hin und retour, einige Male.
Es tat gut und sie spürte, dass ihre steifen Glieder sich langsam, aber sicher wieder etwas lockerten.
Schließlich blieb sie stehen und sah sich leise seufzend um. Durch die Decke um ihren Leib konnte man nicht sehen, welch freizügige Kleidung sie trug. Deswegen fiel sie auch nicht weiter auf und konnte die Ruhe um sich herum fast schon genießen.
Wäre es nicht derart ungewöhnlich für ihr Leben in den letzten Jahren und sie unruhig wegen des Teppichhändlers gewesen.
Die Kleinen waren ihr etwas ans Herz gewachsen, das musste sie sich innerlich eingestehen, und sie wusste nicht, was sie von diesem Mann halten sollte, außer dem Üblichen. Sie vertraute ihnen nicht und wenn die Kinder schon in Gefahr waren,... warum sollten sie dann nicht bei ihr besser aufgehoben sein?
Nell half ihr, das wusste sie, und Alex mochte die kleinen auch. Die Hündin hatte sich sowieso sofort als deren Beschützerin gesehen. Weswegen also sollte es den beiden Babies bei ihnen nicht mindestens genauso gut gehen wie bei einem fremden Mann?
Nun ja,... sie hatten keinen festen Wohnsitz und Janay selbst ging einem alles anderen als ehrbaren Beruf nach. Letzteres wäre wohl der gravierendste Grund gegen ihr Bedürfnis, die Zwei bei sich zu behalten.
Leise seufzte sie ein weiteres Mal und begann wieder, auf und ab zu gehen. Wobei ihr auffiel, dass einer ihrer Stiefeletten aufgegangen war und sie ihn neu binden musste.
Mit einem leisen Schnaufen legte sie die Decke auf den Kutschbock, damit diese während ihres Vorhabens nicht auf den schlammigen Boden fiel.
Dann bückte sie sich und griff nach den dünnen Schnüren, um sie gekonnt wieder zusammen zu binden. Dabei präsentierte sie in gewohnter Manier aufreizend ihre Kehrseite, ohne es bewusst wahr zu nehmen oder gar die Blicke der Männer zu bemerken, gefolgt von manch weiblicher, keifender Stimme.
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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Erzähler » Freitag 12. Februar 2010, 21:02

Roderick kommt von: Auf dem Weg


Die Reise war lang gewesen und zeitweise wirklich beschwerlich. Nicht nur wegen den vereinzelten Trupps von Räuberbanden, die den Angriff der dunklen Armee ausnutzten, um sich selbst zu bereichern. Das Wetter war ihm nicht freundlich gesinnt und sein Essensvorrat reichte wirklich nur bis zu jenem Tag, an dem er Santros endlich erreichte.
Der Regen allerdings hatte auch einen Vorteil gehabt, er hatte dafür gesorgt, dass Roderick nicht vor Schmutz starrte und somit noch mehr Aufsehen auf sich zog, als er das allein schon wegen seiner Rüstung in den Straßen tat.
Nun war die Frage, wo er anfangen sollte zu suchen. Irgendwo in dieser Stadt war seine Schwester... aber wo?
Seine Stute trottete gemütlich den Weg entlang und führte ihn dabei in die Nähe eines Karrens, neben dem eine Frau stand und sich gerade mehr als aufreizend bückte.
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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Roderick von Tanduras » Freitag 12. Februar 2010, 21:40

Roderick fror erbärmlich. Außerdem war er nass. Unangenehm nass. Noch länger hätte er die Reise nicht durchgehalten. Selbst die energiegeladene Fjalada trottete nur noch lustlos vorwärts, das Fell voll gesogen mit Wasser. Die Farbe hatte noch mehr Ähnlichkeit mit Schlamm als sowieso schon. Roderick hatte den Kopf tief zwischen die Schultern gezogen und blickte trübe nach vorne. Den Weg hatte er geschafft und nun?
Wo er mit der Suche anfangen sollte, wusste er nicht. Er hatte nicht einmal gewusst, dass Ribella nun in Santros war. Sie konnte hinter jeder Tür sein, aber überall zu klopfen wäre auch unsinnig. Er wusste ja nicht mal, wo genau er war. Aber vielleicht konnte er ja die Wachen befragen. Ribella konnte noch nicht lange in der Stadt sein und immerhin ließen die Wachen nicht sofort jeden rein, wenn Roderick Glück hatte, war Ribella erst vor kurzer Zeit in der Stadt angekommen und eine der Wachen erinnerte sich noch an sie.
Das war doch ein Plan. Ein Plan für den nächsten Tag. Der Jungritter hatte Hunger und musste dringend eine Nacht durchschlafen, von der Tatsache, dass seine Metallausrüstung gepflegt gehörte, ganz zu schweigen.
Aus Gewohnheit strich er sich erst das Haar nach hinten, dann rieb er über die Bartstoppeln. Den Helm hatte er schon lange am Sattel befestigt. Was zu essen, ein Bad und eine Rasur, das wäre jetzt genau richtig. So wie er aussah und sich fühlte, wäre er seiner Schwester wahrlich keine Hilfe. Mit einem leichten Gewissensbiss entschied er sich für den restlichen Tag gegen seine Schwester. Es tat ihm zwar Leid, aber er musste aus den nassen Sachen raus und Fjalada brauchte auch ihre Ruhe.
So machte Roderick sich auf die Suche nach einer Taverne, als sein Blick auf die absolut nicht zu verachtende Kehrseite einer Frau traf. Ziemlich fassungslos starrte er einfach weiter auf den wohlgeformten Hintern und sein Gesicht fing an zu brennen. Mühsam und peinlich berührt riss er seinen Blick nach vorne, starrte aber gen Boden. Er wurde noch etwas kleiner im Sattel, weil er sich für sein Starren schämte. Am besten, er verschwand einfach und tat so, als wenn nichts passiert wäre.
Zum Glück musste er nicht auf seinen zwei eigenen Beinen stehen, die fühlte sich ziemlich weich an und hätten ihn und die Rüstung bestimmt nicht getragen. Mit dem Handschuh kratzte er sich beiläufig an der Wange und presste dann kurz das Metall an die Wange, damit sich das Feuer abkühlte. Nach ein paar Schritten konnte er es sich nicht verkneifen und drehte sich doch noch einmal um, in der Hoffnung, das sie seinen Blick nicht bemerkt hatte.

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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Janay » Freitag 12. Februar 2010, 22:01

Doch sie hatte den Blick bemerkt... oder eher diesen anderen, nun absichernden. Denn in diesem Moment richtete sie sich auf und sah zufällig genau zu dem Reiter hin.
Nicht, weil sie zuvor ihn schon ausgemacht hätte, sondern einfach, weil er der Erste auf dem Rücken eines Pferdes war, den sie in den Straßen entdeckte.
Und die Röte in seinen Wangen... amüsierte sie ein wenig.
Er war noch jung, wohl kaum älter als sie selbst, und wirkte wie ein Kämpfer. Seine Rüstung jedoch glänzte nass und sein Pferd erschien ihr sehr schmutzig.
Vielleicht kam er gerade von einer langen Reise? Nun ja, bei dem Wetter wäre nur ein Narr ohne Karren oder sonstigen Unterschlupf einen langen Weg gegangen.
So hob sich ihre Augenbraue leicht an und sie legte den Kopf etwas schief. Auf ihren Lippen erschien jenes verführerische Lächeln, das sie in all den Jahren gelernt hatte, immer hervor zu zaubern.
Nun offensichtlicher ließ sie ihren Blick über seine Erscheinung gleiten und hatte sich dann entschieden.
Der Karren stand fest und ihm sowie seinen Insassen würde nichts passieren. Aber irgendwie... interessierte dieser Junge sie ein wenig. Oder zumindest wollte sie wissen, weswegen er so rot geworden war.
Da das Tier nicht sonderlich schnell ging, hatte sie es schnell eingeholt und griff nach den Zügeln, um es zum Stehen zu bringen.
Während sie beruhigend und sanft über den schmutzigen, nassen Hals strich. "Warum denn so verlegen, mein Hübscher?", säuselte sie und warf ihm erst verspätet einen verführerischen Blick zu.
Er gefiel ihr... und er sah so aus, als könnte er sich das ein oder andere leisten. Außerdem würde Nell theoretisch noch länger nachfragen müssen nach Kelyn.
Warum also sollte sie die Zeit nicht nützen und womöglich etwas Geld verdienen? Zuwider wäre er ihr zumindest auf keinen Fall.
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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Roderick von Tanduras » Freitag 12. Februar 2010, 23:26

Erschrocken zuckte Roderick zusammen und starrte die Frau dann nur noch fassungslos an. Die Röte wandelte sich in Blässe und sein Magen wanderte ein Stück dem Boden entgegen. Wie festgenagelt saß er auf dem Rücken der Stute und konnte den Blick nicht abwenden. Sie war hübsch, ohne Zweifel, aber konnte sie ihn nicht in Ruhe lassen?! Leise still und heimlich kroch die Panik in Rodericks Denken.
Was sollte er denn jetzt tun? Wie man mit Frauen umging hatte ihm niemand beigebracht und außer seiner Schwester hatte er auch nie eine näher kennengelernt. Bei den anderen Knappen hatten die Unterhaltungen immer leicht ausgesehen, aber Rodericks Denken war förmlich ausgeschaltet. Um überhaupt etwas zu sagen, stammelte er:"Ich, ähm, ich..."
Die Panik biss noch etwas kräftiger zu.
Die Blässe verwandelte sich wieder in Röte, dass er es nicht mal schaffte einer Frau eine Antwort zu geben. Langsam versuchte er auf dem Rücken der Stute vor der Nähe der Frau wegzukriechen und mehr Abstand zwischen sie zu bringen. Da das mit Rüstung und so einem starrten Gestechsattel nicht wirklich ging, machte den Jungritter noch nervöser. Zum Henker, tu irgendwas! Sonst stehst du morgen noch hier! fauchte er sich in Gedanken selber an. Zwischen Denken und Handeln liegen allerdings Welten.
Roderick wurde immer nervöser.
Die Panik riss ein gutes Stück Logik heraus und verspeiste es genüsslich.
Wenn er doch jedenfalls etwas Abstand zu der Frau hätte. Aber sie hielt die Zügel fest und Fjalada stand ruhig da. Moment mal? Das Biest stand ruhig obwohl jemand Fremdes ihre Zügel hielt? Das Erstaunen darüber zog Rodericks Aufmerksamkeit für einen Moment von der Frau weg.
Die Panik würgte und brachte ein gutes Stück Logik wieder zum Vorschein.
Ein Schlachtross reagierte auch auf Schenkeldruck. Erleichterung durchströmte Rodericks Adern und er gab der Stute einen entsprechenden Befehl. Sie tänzelte zur Seite und entzog der Frau die Zügel. Der Abstand tat der Selbstachtung des Ritters gut. Zum ersten Mal schaffte er es, die Frau zu mustern. Die Haltung, die Kleidung.....Das gab es doch nicht! Die Frau musste ein Freudenmädchen oder so etwas sein.
Die Panik hob den Kopf und schnupperte erwartungsvoll.
Durch den Abstand wurde er auch ruhiger. Um sich nicht noch vollends zu blamieren, räusperte er sich und sagte dann heiser: "Tut mir Leid, aber ich habe keine Zeit. Bitte um Verzeihung, meine Dame." Wieder mit glühenden Wangen gab er Fjalada einen weiteren Befehl über Schenkeldruck und die Stute trabte los. Roderick wusste nicht mehr, was sich überhaupt in seinem Bauch befand. Nach einem Magen fühlte sich das Gewühl und Brennen nicht an.

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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Janay » Samstag 13. Februar 2010, 00:12

Sie hob missbilligend eine Augenbraue.
Was hatte dieser Knilch denn?! Sie hatte doch gar nichts gesagt, was seine Furcht oder Verlegenheit, oder was auch immer das in ihm war, begründen könnte! Schließlich hatte sie ihre Haare immer so, dass niemand ihre spitzen Elfenohren sehen konnte.
Instinktiv tastete sie flüchtig danach und fühlte sich bestätigt.
Was also sollte dieses Benehmen? Janay verstand das nicht und es gefiel ihr noch weniger. Männer hatten vor ihr gewöhnlich keine Angst, sondern fühlten sich von ihren Reizen angezogen oder gingen einfach weiter. Aber niemand reagierte so!
Und es machte ihr diesen Mann unsympathisch.
Pah, konnte er doch davon laufen, wenn er so feige war und Angst vor einer Frau hatte!
Sie wandte sich beleidigt ab und wollte zurück zum Karren gehen, als sie hinter sich etwas auf das Pflaster der Straße fallen hörte.
Automatisch drehte sie sich mit einem zweifelnden Gesichtsausdruck um und merkte so etwas wie einen topfartigen Behälter oder Helm, der herunter gefallen war. Vermutlich, weil die Riemen des Sattels zu aufgeweicht oder dieser Typ einfach ungeschickt und unachtsam gewesen war.
Wie auch immer, ein feines Grinsen schlich sich auf ihre Lippen.
Gut, sie konnte so kein Geschäft mit ihm machen, also könnte sie die sich ihr bietende Gelegenheit nützen, das Ding an sich nehmen und zu Geld machen.
Also wurde sie schnell und flink, schnappte sich das Ding und trat dann rasch wieder einige Schritte zurück, um ihn unauffällig dem Karren zu zuschieben.
Schließlich lag die Decke, die sie wärmen sollte, noch auf dem Kutschbock und bot ein ideales Versteck, sollte der Kerl es mitbekommen haben, dass er etwas verloren hatte. Dabei setzte sie einen so unbeteiligten Gesichtsausdruck auf, wie es ihr nur möglich war, um sich nicht zu verraten.
Nach dieser seltsamen Abfuhr gebührte ihm eine kleine Art der Rache. Warum auch sollte sie diese Gelegenheit nicht nützen? Janay hatte schon früh gelernt, die Chancen zu ergreifen, die sich ihr boten.
Auf diese Art hielt sie es auch nun und musterte scheinbar gelangweilt ihre Nägel, als hätten diese Schmutz abbekommen. In Wirklichkeit allerdings lauschte sie angestrengt, ob sich der Hufschlag veränderte oder nicht, ob er sich ihr trotz allem näherte oder ob er nichts davon bemerkt hatte.
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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Roderick von Tanduras » Samstag 13. Februar 2010, 11:54

Desto größer die Entfernung zu der Frau wurde, desto besser fühlte sich Roderick. Erleichterung durchströmte ihn und er saß wieder entspannter im Sattel. Fjalada ging wieder im Schritt. Mit der Erleichterung kam allerdings auch der Ärger.
Ich bin vielleicht ein feiner Ritter. Kriege einer Frau gegenüber nicht mal einen vernünftigen Satz heraus. Bei den anderen sieht das immer so leicht aus, wieso kriege ich das dann nicht hin? Sie sollten wirklich in den Unterricht aufnehmen, wie man mit Frauen redet. Die Höflichkeiten kenne ich ja, aber das wars auch. Was bringt einem das, wenn man nicht mal einen anständigen Satz am Stück heraus bringt? Ach verdammt, kann das Leben nicht einfach sein? Alles ist so verdammt kompliziert außerhalb der Ausbildung. Na egal, ich kann es sowieso nicht mehr ändern, passiert ist passiert. Besser ich suche mir jetzt endlich eine Bleibe, damit ich meine Rüstung behandeln kann, sonst taugt die bald nichts mehr.
Bei diesen Gedanken strich er instinktiv über den Riemen, an dem er den Helm befestigt hatte. Nur hing dort kein Helm mehr. Eiskalt fuhr es ihm über den Rücken und er machte eine hektische Bestandsaufnahme. An der Tatsache, dass der Helm verschwunden war, änderte diese allerdings nichts. Mit einem leichten Zug brachte er Fjalada zum Stehen.
Gut, ganz ruhig. Als ich in die Stadt gekommen bin, hatte ich den Helm noch. Er muss sich also irgendwo auf meinem Weg bis hierhin gelöst haben. Ich reite also einfach nur zurück und schaue, dass ich ihn finde. Ein Ritter ohne Helm sieht ziemlich lächerlich aus und außerdem gehört er mir nicht mal.
Als er Fjalada auf der Straße drehte, sah er wieder den Wagen und sein Magen zog sich furchtbar zusammen. Daran hatte er nicht gedacht. Zurückreiten hieß auch, wieder an der Frau vorbei zu kommen. Und eigentlich musste er sie auch fragen, immerhin konnte sie es vielleicht gesehen haben, wie der Helm heruntergefallen war. Mit zittrigen Händen, bleichem Gesicht und der Übelkeit nahe trieb der Fjalada den Weg zurück und hielt in etwas Abstand zu der Frau wieder an. Auf dem Weg dorthin hatte er sich die Worte zurechtgelegt und gab nun sein Bestes, sich nicht vollständig zu blamieren. Jedenfalls hoffte er das.
"Ähm, entschuldigt, werte Dame, dass ich Euch noch einmal störe, nur ich habe meinen Helm verloren und ich, ähm, habe mich gefragt ob Ihr ihn vielleicht gesehen habt?"
Seine Stimme wurde immer leiser und hätte er noch länger sprechen müssen, wäre es wahrscheinlich bald nicht mehr zu hören gewesen. Seine Hände zitterten immer noch und nur mühsam hielt er den Blickkontakt zu der Frau, während er nervös lächelte.

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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Janay » Sonntag 14. Februar 2010, 19:34

Sie hörte, wie der Hufschlag verklang und kurz darauf wieder ertönte.
Verdammt, er hatte es also bemerkt! Blieb ihr nur zu hoffen, dass er nicht mitbekommen hatte, dass sie den Helm genommen hatte.
'Ruhig bleiben, nichts anmerken lassen und schon hast du es geschafft!', redete sie sich selbst ein und reagierte vorerst nicht auf ihn, sah nicht auf, als sie ihn auf sich zurück kommen hörte.
Erst, als sie seine Stimme vernahm, die sich direkt an sie zu richten schien, geruhte sie, langsam ihren Blick zu heben. Dabei hob sie minimal ihre Augenbraue an und tat, als müsse sie überlegen.
"Hm... nein, ich glaube nicht.", gab sie nach einem kurzen Schweigen zurück und lobte sich selbst innerlich, wie gut sie es gelernt hatte zu lügen.
Damit drehte sie sich auch um, da sie trotz allem die Decke mit der Beute lieber in Sicherheit brachte und es gleichzeitig harmlos tarnen konnte. Denn ihr war eine Idee gekommen.
Also stieg sie auf das fixierte Vorderrad des Karrens und nahm die Decke so, als würde sie diese nur schlampig zusammen legen. In Wahrheit jedoch sorgte sie so dafür, dass der Helm darunter nicht auffiel. Außerdem beugte sie sich dabei etwas vor und präsentierte erneut ihr prächtiges Hinterteil.
Dann streckte sie sich noch mehr nach vorne und legte die Decke unter den vorderen Teil der Plane, sodass er nicht mehr daran gelangen könnte. Gleichzeitig rief sie, um ihn weiter abzulenken:"Wie sieht er denn aus?"
Sie drehte den Kopf und rang sich ein Lächeln ab, als sie ihn über die Schulter flüchtig ansah. "Teuer oder doch eher nur billig und kaum mehr was wert außer von den Erinnerungen her?", fuhr sie fort, da sie das natürlich auch interessierte.
Ob sich ihre Lügen und die kleine Gefahr, in die sie sich wegen des Diebstahls begab, überhaupt lohnen würden oder sie alles umsonst tat.
Sie wandte sich wieder um und holte einen Apfel sowie ein kleines Messer aus dem Korb neben der Decke heraus.
Jetzt hatte sie einfach Lust dazu und außerdem könnte sie ihn so bestimmt weiter ablenken, indem sie sich mit seinem Pferd beschäftigte. Das garantiert auch einen guten, frischen, roten Apfel nicht verweigern würde!
Indes fuhr sie fort:"Immerhin sieht man so etwas ja dem Material an und das könnte doch beim Suchen helfen, nicht?"
Dann wollte sie allerdings noch etwas testen. Da der Wagen nicht rollen und sie notfalls rechtzeitig reagieren konnte, wackelte sie etwas, als würde sie den Halt verlieren. Auf diese Art wollte sie einfach heraus finden, ob in ihm nicht vielleicht doch ein potentieller Kunde für sie zu finden war, oder ob er sie in seiner Verlegenheit glatt fallen lassen würde.
Würde sie in diesem Fall nicht rechtzeitig nach dem seitlichen Halt am Kutschbock greifen.
Und würde er es nicht tun, würde sie nicht mal im Traum daran denken, ihm den Helm trotz allem wieder irgendwie zukommen zu lassen! Schließlich war sie ja nicht gemein,... nur ein wenig hinterhältig,... manchmal.
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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Roderick von Tanduras » Sonntag 14. Februar 2010, 23:35

Als die Frau ihm sagte, dass sie den Helm wohl nicht gesehen hatte, sagte Roderick nur leise und traurig:"Oh." Als sie dann wieder ihre Kehrseite präsentierte huschte Rodericks Blick nach rechts und nach links. Nur auf den Hintern der Frau wollte er nicht starren. Bei dem Abstand den er einhielt, konnte er halbwegs klar denken und seine Gedanken auch formulieren. Ein Blick auf ihre Reize machte das ziemlich schwierig.
Auf ihre Frage hin, wie der Helm aussah, kratze Roderick sich verlegen am Kopf: "Er ist aus ziemlich gutem Material gefertigt. Wie der Rest der Rüstung auch. Das Problem ist nur, da meine Weihe vorgezogen wurde, konnte noch keine persönliche Rüstung für mich angefertigt werden, daher gehört er mir nicht einmal..." Beschämt richtete er den Blick gen Boden. Es war ihm peinlich, vor dieser Frau zuzugeben, dass er keine eigene Rüstung besaß. Eigentlich nichts schlimmes. Jedem anderen hätte er von der vorgezogenen Weihe und dem Zustand von Pelgar erzählt, sie hätten verständnisvoll genickt und die Sache nicht mehr zur Sprache gebracht. Warum also war es ihm vor ihr so unangenehm?
Um ihre Frage nach dem genauen Aussehen zu beantworten, hob er den Kopf und begann gerade:"Es ist ein Topfhelm, so....Passt auf, Ihr fallt!" Es sah aus, als wenn sie das Gleichgewicht verlieren würde. Antrainierte Reflexe reagierten schneller als jungritterliches Schamgefühl und so machte Fjalada einen Satz zur Seite und Roderick griff nach dem Arm der Frau, um sie vor dem Sturz zu bewahren. Das gelang ihm zwar, nun hatte er sie allerdings mehr oder weniger im Arm. Im Grunde ein recht angenehmes Gefühl, aber verdammt noch mal, er war ein Ritter!
Reflexe verschwanden und Schamgefühl kehrte zurück. Roderick lief hochrot an, stammelte leise:"Tut mir Leid...wollte Euch nur auffangen...Bitte verzeiht...Hättet Euch verletzen können." und versuchte die Frau vorsichtig zurück auf den Kutschbock zu manövrieren.

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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Janay » Donnerstag 18. Februar 2010, 13:22

Aus gutem Material war dieser Helm also. Nun ja, das konnte sein, da kannte sie sich nicht aus und musste dem Fachkundigen einfach glauben. Außerdem hatte sie ja kaum Zeit gehabt, um das Ding wirklich ausgiebig zu mustern und zu prüfen, soweit sie das konnte.
Er sollte wie der Rest der Rüstung sein, doch diese konnte sie grad nicht sehen, deswegen nahm sie sich auch vor, ihn nachher noch einmal zu mustern. Unauffällig natürlich.
Der Schluss, in Bezug auf diese sogenannte Weihe und dergleichen, interessierte sie kaum. Sie konnte damit ja auch nichts anfangen.
Außer, dass sie flüchtig darüber nachdachte, ob sie ein schlechtes Gewissen haben müsste, immerhin schien der Helm nicht seiner zu sein. Aber diese Gedanken wischte sie genauso schnell wieder beiseite, denn darum konnte sie sich nicht kümmern. Oder zumindest wollte sie das nicht.
Und dann tat er endlich das, was sie von ihm gewollt hatte. Als sie seine Hände an sich fühlen konnte, ließ sie sich regelrecht in seine Arme fallen, mehr, als eigentlich nötig gewesen wäre. Oder eher mehr, als eine anständige Frau getan hätte, es sei denn, der Helfer war der eigene Gatte.
"Oh, wie ungeschickt von mir!", entkam es ihr in gespieltem Bedauern, da sie vorgeblich tollpatschig gewesen war.
Diesen Moment allerdings nützte sie auch schamlos aus, genauso, wie sie es vorgehabt hatte. Während er noch versuchte, sie wieder hinauf auf den Kutschbock zu heben, ließ sie ihre Finger wie unabsichtlich über seinen ungeschützten Hals streichen. Gleichzeitig warf sie einen raschen, unauffälligen Blick über das Material der Rüstung.
Nun, es sah wenigstens rostfrei aus, und wenn dies auch auf den Helm zutraf, könnte sie tatsächlich etwas an seinem Verkauf verdienen. Praktisch, wirklich!
Um ihn nicht auf die Idee zu bringen, sie könnte doch ein wenig mehr über den Verbleib des Dings wissen, sah sie ihm rasch wieder ins Gesicht und schenkte ihm ihr verführerischtes Lächeln.
"Nun, ich habe Euch zu danken, edler Ritter.", bemerkte sie mit Absicht so geschwollen und höflich wie möglich.
Was sie selbst leise kichern und nun wieder so geschickt wie eh und je vom Kutschbock klettern ließ. "Also, zurück zu diesem Helm... Er ist wie deine Rüstung und du hast ihn sicher hier in Santros verloren?"
So könnte sie ihn auch ein bisschen ausfragen, während sie seelenruhig den Apfel mit dem kleinen in vier Teile zerschnitt.
Das Kerngehäuse warf sie achtlos unter den Karren. Irgendwer würde das schon aufräumen.
Das Messer legte sie nach getanener Arbeit zurück auf den Kutschbock und warf ihm einen kurzen, fragenden Blick zu, bevor sie in eine der Viertel biss und ein anderes mit der flachen Hand der Stute entgegen hielt.
Die mit neugierig bebenden Nüstern näher trat, an dem dargebotenen Leckerbissen roch und schließlich diesen mit einem Happen an sich riss.
Janay lächelte und strich über den Nasenrücken des Tiers, teilweise, weil sie das Vertrauen weiter aufbauen wollte, aber auch teilweise, um das Bisschen Sabber abzuwischen, der sonst auf ihrer Haut geklebt hätte.
Langsam kaute sie und sah wieder zu dem Jüngling. "Wie heißt du überhaupt?", fragte sie aus heiterem Himmel, denn irgendwie interessierte es sie doch.
Vielleicht würde sie ja trotz ihres Vorsatzes Herz zeigen und ihm seinen Helm wieder heimlich zukommen lassen. Da wäre es schon praktisch, seinen Namen zu wissen.
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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Roderick von Tanduras » Montag 22. Februar 2010, 11:34

Roderick hätte lieber einen Schwertstreich abbekommen als die sachte Berührung an seinem Hals. Es war zwar ein angenehmes Gefühl, aber den Jungritter überforderte es hoffnungslos. Immerhin konnte er jetzt behaupten, schon einmal eine hübsche Frau in den Armen gehalten zu haben. Auch wenn er das niemals jemandem erzählen würde. Die strenge Ausbildung verhinderte es einfach. Unabsichtlich erhaschte er noch einen Blick in das tiefe Dekollete, welcher ihn noch mehr verwirrte. Irgendwie wurde ihm seltsam warm, als wenn sein Blut anfing sich zu entzünden. Schnell wandte er den Blick wieder ab und versuchte dann, nachdem er die Frau zurück auf den Kutschbock manövriert hatte, Fjalada von dem Wagen wegzulenken, um wieder Abstand aufzubauen.
Aber die Stute gehorchte nicht, sie blieb einfach stehen und schnaubte empört. Währenddessen kletterte die Frau wieder vom Wagen. Roderick kam es vor, als wenn er gerade vorgeführt worden war, immerhin bewegte sie sich ziemlich geschickt dabei. Auf die Frage nach seinem Helm zuckte er leicht zusammen und musste erst eine Sekunde seine Gedanken sammeln, bevor er antworten konnte: "Ähm ja. Als ich durch das Stadttor gekommen bin, hatte ich ihn noch. Ich hab ihn ja erst da am Sattel festgemacht, um besser sehen zu können. Oh ja, ähm, er müsste leicht zu erkennen sein, es ist ein pelgarischer Helm, also ganz einfach ohne Verzierungen."
Es wurde leichter, sich mit der Frau zu unterhalten, jetzt bewegten sie sich ja auch wieder auf sicherem Terrain, es ging um ein Rüstungsteil, darüber konnte man jedenfalls reden. Als er sah, wie sie Fjalada ein Stück Apfel hinhielt, wollte er ihr gerade eine Warnung zurufen, immerhin waren Schlachtrösser keine normalen Reitpferde, sondern es gewöhnt, in einem Kampf mehr als bissig zu sein, was auch so manchen Stallburschen in Probleme brachte. Aber Fjalada hatte das wohl vergessen, beinahe vorsichtig nahm sie das Apfelstück von der Hand der Frau und ließ sich dann sogar kraulen.
Das ist bestimmt alles nur ein böser Alptraum. Ein Schlachtross, dass sich bei einer Fremden lammfromm benimmt, ein Helm der mehr oder weniger spurlos verschwindet, hoffentlich wache ich bald auf und kann darüber lachen. Aber ich befürchte bald, das wird nicht passieren.
Ihre Frage zog seine Aufmerksamkeit wieder von der Stute weg und zu ihr hin. Er brauchte einen Moment, bis er ihre Wort verarbeitet hatte, dann legte er einfach die Hand auf die Brust und senkte den Kopf, um eine Verneigung anzudeuten, sonst würde er wohl zu ihren füßen im Dreck landen und sagte so formell wie möglich: "Ich bin der Ritter Roderick von Tanduras aus Pelgar." Als er den Kopf wieder hob, stellte er fest, dass es wirklich etwas einfacher wurde, sich mit der Frau zu unterhalten. Jedenfalls konnte er so etwas wie eine Konversation mit ihr führen. Als sie nichts sagte, er jetzt aber doch neugierig geworden war, fragte er kurz danach:"Dürfte ich auch Euren Namen erfahren?"

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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Janay » Mittwoch 24. Februar 2010, 11:32

Janay grinste amüsiert in sich hinein.
Dieser Mann schien erstaunlich schüchtern zu sein, eine Abwechslung bei ihren Bekanntschaften. Eine wirklich erheiternde und seltene obendrein. Denn sie schätzte ihn noch immer auf in etwa ihr Alter und da waren die meisten Jungs schon fast so wissend im Bett wie sie es war.
Wieder stellte sich ihr die Frage, ob sie ihm seinen Helm doch nicht irgendwie zurück geben sollte. Vielleicht hatte er es vorhin mit seiner Abweisung nicht so gemeint, sondern lediglich in seiner Scheuheit nicht anders auszudrücken gewusst. Andererseits... sie musste ja auch zu Geld kommen, um überleben zu können.
Nun ja, vielleicht würde sie sich gnädig zeigen, wenn ihr eine Idee kam, wie sie das unauffällig machen könnte. Immerhin hatte sie keine Lust, schon wieder der Stadtwache begegnen zu müssen als Verdächtige und in deren Köpfen schon Schuldige. Noch dazu, wo sie es diesmal ja im Prinzip war.
Auf seine Antwort jedoch reagierte sie mit einem verständnisvollen Nicken, während sie sich innerlich ein wenig darüber ärgerte.
Denn er erinnerte sich zu gut daran, dass er den Helm beim Stadttor noch gehabt hatte. Also konnte sie ihn so nicht in die Irre führen! Schade irgendwie, das hätte sie tatsächlich für ihr Vorhaben verwenden können. Aber sie würde schon einen Weg finden, musste nur bei ihrer Version der Geschichte bleiben, dass sie von nichts wusste. Und aufpassen, dass sie sich nicht irgendwie in Widersprüche verstrickte.
Wenigstens wusste sie sicher, dass niemand die Decke so schnell entdecken würde, weder Alex, noch Nell, sollte sie zurück kommen.
Auch wenn ihr allmählich kalt wurde, aber das nahm sie ausnahmsweise in Kauf. Obendrein konnte sie so ihren Körper besser präsentieren. Immerhin könnte sie ihm noch das ein oder andere beibringen, damit er das nächste Mal bei einer Begegnung mit einer Frau anfangs nicht derart versagte.
Um sich von all den Gedanken abzulenken, lächelte sie das Pferd an und gab ihr noch ein Viertelstück des Apfels zu fressen.
Ihm jedoch bot sie kein Stück an, immerhin sah er nicht danach aus, als wäre er besonders ausgehungert. Außerdem hatte das Tier ihn wohl sehr weit tragen müssen, so schmutzig, wie es war.
Als er sich jedoch vorstellte und dann auch noch nannte, von wo er stammte, zuckte sie leicht zusammen und hätte sich beinahe an ihrem Bissen verschluckt.
Verfluchte Pelgarer!
Doch sie hatte sich rasch wieder im Griff und zwang sich zu einem verführerischen Grinsen.
Gut, sie würde sich wohl nicht wirklich länger mit ihm abgeben. Was sollte sie auch mit einem Typen von dort?! Nach all der Zeit wusste sie immer noch zu deutlich, was ihr in der Hauptstadt alles widerfahren war. Da hatte sie gewiss keine Lust darauf, ihre Erinnerungen weiter damit zu verknüpfen.
Sie gab der Stute auch noch den letzten Rest vom Apfel, da ihr der Appetit vergangen war, als sie seine Frage hörte. Wenigstens hatte sie sich rasch wieder im Griff, sodass ihr das Grinsen wieder etwas leichter fiel.
"Vielleicht darfst du.", erwiderte sie mit Absicht vage und strich dem Pferd erneut sowie abschließend über den Nasenrücken. "Und weil du dich in Pelgar nicht mehr wohl gefühlt hast, bist du jetzt hier gelandet?", hakte sie indes nach, da sie irgendwie nicht so rasch aufgeben wollte.
Schließlich könnte es ja sein, dass er zur Vernunft gekommen und deswegen in diese Stadt gereist war.
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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Roderick von Tanduras » Freitag 26. Februar 2010, 13:36

Warum muss die mich die ganze Zeit so anlächeln?! Kann sie nicht einfach normal gucken?!
Die Situation wurde für Roderick immer fremder und sonderbarer. Er konnte doch nicht wirklich mitten auf einer Straßen in Santros stehen, auf einem Schlachtross sitzen, dass sich entschieden hatte, einer Fremden gegenüber lammfromm zu sein, einen Helm verloren haben, der ihm nicht mal gehörte und sich nebenbei noch mit einer Frau, die höchstwahrscheinlich ein leichtes Mädchen war, unterhalten?! Das konnte doch alles eigentlich nur ein abstruser Traum sein, den er hatte, weil er am nächsten Morgen in seinen ersten Kampf gehen würde.
Leider knisterte da aber immer noch ein Stück Papier in seiner Tasche und erinnerte ihn daran, dass es sehr wohl die Wahrheit und kein Traum war. Wenn er nur endlich seinen verdammten Helm hätte und sich ein Gasthaus suchen könnte. Nach einem Bad, etwas zu essen und ein paar Stunden Schlaf würde er vielleicht sogar über diese Begegnung lachen, nun ja, lächeln können. Seine Schuldgefühle machten ihm ziemlich zu schaffen, immerhin hatte er der Hauptstadt in der Stunde der größten Not den Rücken gekehrt und nun stand er hier und unterhielt sich mit einem leichten Mädchen!
Nein, ich sollte nicht so schlecht über sie denken, immerhin scheint sie mir helfen zu wollen. Und das ist wirklich nett. Wenn ich den Helm mit ihrer Hilfe finde, sollte ich mich auf jeden Fall dafür bei ihr erkenntlich zeigen.
Diese Gedanken und Gefühle zogen hinter Rodericks Stirn ihre Bahnen, aber sein Gesicht zeigte kaum eine Regung, außer dass seine Wangen sich wieder röteten, weil die Frau ihn so seltsam anlächelte. Jedenfalls solange, bis sie ihn fragte, warum er nicht in Pelgar war, sondern hier. Nun konnte man auf seinem Gesicht eindeutig Traurigkeit und Scham erkennen. Mit hängenden Schultern sah er zu Boden und schüttelte leicht den Kopf, ehe er antwortete.
"Nein, das ist es nicht....Ich bin in einer privaten Angelegenheit hier, die, fürchte ich, niemand außer mir lösen kann. Jedenfalls sollte es mich wundern, wenn mein Bruder davon überhaupt Kenntnis genommen hat." Beim letzten Satz wird das sonst so sanfte Gesicht plötzlich ziemlich ablehnend, man kann aus den Worten die Wut über den Bruder klar heraushören.
Der Gesichtsausdruck bleibt aber nur kurz, dann kehrt das verlegene ruhige Bild von vorher zurück und Roderick strich sich aus Gewohnheit über das Haar. So langsam möchte er einfach nur noch den Helm und ein Gasthaus finden, ihm ist kalt, die Frau verwirrt ihn und die Schuldgefühle zerfressen seine Seele. Um nicht ganz unhöflich zu sein, versucht er sich förmlich von der Frau zu verabschieden.
"Nun, ich will Euch dann nicht weiter stören. Es wäre wirklich sehr freundlich von Euch, wenn Ihr mir Bescheid gebt, solltet Ihr den Helm finden. Danke für das Gespräch, vielleicht sieht man sich mal wieder." Er verneigt sich wieder leicht und zieht dann Fjaladas Kopf streng zur Seite, bevor die Stute aber am Wagen vorbeigeht, hebt er noch einmal grüßend die Hand und lächelt schüchtern.
Dann macht er sich daran, den ganzen Weg bis zum Stadttor zurückzureiten und nach seinem Helm Ausschau zu halten.

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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Janay » Montag 1. März 2010, 21:04

Sie seufzte innerlich und musste sich zusammen reißen, um sich in ihrem Gesicht nichts anmerken zu lassen.
Er wirkte nicht gerade sonderlich... glücklich darüber, nicht mehr in der Hauptstadt zu sein. Schade, denn eigentlich hätte er ihr doch recht gut gefallen und sie war sich sicher gewesen, dass sie ihn noch herum bekommen würde. Er schien ja trotz allem leicht manipulierbar zu sein, wenn sie es nur vorsichtig genug anging. Aber nun, da er offensichtlich zu diesen überzeugten Pelgarern gehörte... Es war einfach nur wirklich bedauerlich.
Trotzdem wollte sie sich keine Blöße geben und ihr Vorhaben noch durchziehen. So wie es aussah, wollte er ohnehin rasch weg von ihr.
Deswegen ließ sie es auch zu, dass ihre Augen leicht amüsiert aufblitzten, als sie einen bezeichnenden Blick auf seine geröteten Wangen warf.
Dann allerdings hob sie in gespielten Erstaunen, als ob es sie tatsächlich interessieren und berühren würde, ihre Augenbrauen. "Ein Zerwürfnis in der Familie. So etwas ist nie gut.", erwiderte sie wider besseren Wissens, denn bei ihr sah es schließlich nicht anders aus. Aber das war es gewöhnlich, was jemand auf so eine Information hören wollte, also tat sie es auch.
Mehr jedoch sagte sie dazu nicht. Zwar hätte es sie durchaus interessiert... oder sie hätte vorgegeben, dass sie mitfühlendes Interesse empfand, wäre er nicht ein Pelgarer gewesen. Deswegen wollte und würde sie auch nicht nach diesen privaten Angelegenheiten fragen.
Ihre Augenbrauen rutschten im nächsten Moment noch höher, als er sich auf einmal derart höflich verabschiedete.
Also wirklich! Seit wann wollte ein Mann frühzeitig gehen bei ihr?! Nun ja,... dieses Jüngelchen stammte schließlich aus Pelgar und schien noch nicht gelernt zu haben, was ihm bei ihr alles entgehen würde. Unter anderem sein Helm... doch das würde er vermutlich nie erfahren. Allein schon aus Prinzip, weil er aus der Hauptstadt stammte, wollte sie jetzt endgültig ihre Beute nicht mehr hergeben, sondern verkaufen. Wobei sie geschickt und vorsichtig sein musste, damit er es nicht heraus fand.
Sie wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, ihre Lippen kräuselten sich schon leicht spöttisch, als ein Geräusch sie aufhorchen ließ. Es klang wie Stiefel von mehreren Füßen, die in einem strammen Tempo ihren Weg nahmen.
Ihr Gesicht wurde zweifelnd und sie drehte es in die Richtung der Laute. Da kam jene Gruppe Soldaten, die der Stadtwache angehörten, schon direkt auf sie beide zu, im Laufschritt. Sie hatten es eilig, denn sie hatten den Befehl erhalten, sich sofort in der nächsten Wachstube bei ihrem Vorgesetzten zu melden.
Deswegen konnten und würden sie auch keine Rücksicht auf zwei Passanten nehmen, nicht mal dann, wo der eine auf einem Pferd saß.
"Aus dem Weg!", donnerte der Erste und verschaffte sich mit der gepanzerten Faust Platz, indem er das Tier beiseite schob.
Dieses war viel zu überrascht von dieser unerwarteten Begebenheit, als dass es um sich hätte beißen können.
Janay hingegen hatte weniger Glück. Zwar stieß auch sie einer zur Seite, doch der nächste fing sie grinsend auf und hielt sie auch fest. "Na, mein Täubchen?", säuselte er mit einem etwas fauligen Atem, der ihr jetzt schon zuwider war.
Dementsprechend verzog sich auch ihr Gesicht vor Ekel und sie wollte sich wegdrücken.
"Ach komm, gib mir einen Kuss.", forderte er grinsend und spitzte schon die Lippen.
Bis ein scharfer Pfiff des ersten Mannes ertönte, auf den er reagieren musste. Er murrte zwar, ließ Janay aber los und stampfte dann weiter.
Diese brachte hastig einige Schritte Abstand zu dem Kerl, bevor sie ein abfälliges Geräusch ausstieß und sich schüttelte.
Als wenn er sie geküsst hätte, was vermutlich noch ekelhafter gewesen wäre, wischte sie sich mit verzerrtem Gesicht heftig über die Lippen.
Man, heute hatte sie wohl wirklich kein Glück! Der eine sah zwar gut aus, benahm sich jedoch wie ein unerfahrener Schulbengel und stammte obendrein auch noch aus Pelgar. Und der nächste war einfach nur ekelhaft und sie war froh, dass sie diesmal ncoh heil davon gekommen war. Schließlich nahm sie auch nicht jeden!
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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Roderick von Tanduras » Mittwoch 3. März 2010, 14:47

Der Aufmarsch überraschte Roderick und auch Fjalada. Nachdem der eine Soldat sie rüde zur Seite geschoben hatte, keilte sie aus und buckelte mit angelegten Ohren. Auch wenn die Stute müde war, hatte sie doch immer noch genug Temperament für zwei Pferde. Somit war Roderick vollauf damit beschäftigt, die Stute zu beruhigen und von den Wachen fernzuhalten. Sollte sie einen der Männer treffen, hätte er nur noch mehr Ärger am Hals als sowieso schon. Daher sah er die Annäherung des Soldaten auch nur aus dem Augenwinkel und konnte nichts unternehmen. Das nahm ihm der Anführer der Wachen aus der Hand. Nach einem Pfiff ließ der Mann die Frau los. Diese schien über seine Annäherung mehr als angewidert, was Roderick doch überraschte. Immerhin hatte er gedacht, dass sie ein leichtes Mädchen wäre. Lag er falsch? Oder suchte sie sich ihre Kunden aus? Was machte er sich überhaupt Gedanken darum? Es ging ihn nichts an.
Als die Männer vorbei waren und Fjalada endlich wieder still stand, dabei aber zitterte wie Espenlaub, drehte Roderick sich im Sattel um und blickte den Männern mit ausdruckslosem Gesicht hinterher. Wo die wohl so schnell hinwollen? Zum Glück konnte ich Fjalada von ihnen fern halten, das hätte sonst nur noch mehr Ärger gegeben. Abwesend strich er über die Mähne des Pferdes. Fjalada wieherte leise, schüttelte den Kopf und scharrte dann mit einem Huf über das Pflaster. Rodericks Aufmerksamkeit lenkte sich nun komplett auf das Pferd. Er kraulte ihr die Mähne und schüttelte dann den Kopf.
"Verdammt noch mal, vergessen wir diesen Helm. Komm Fjalada, suchen wir dir einen schönen warmen Stall mit was gutem zu fressen, ich hab die Nase voll von diesem Wetter, hab ich den Helm halt verloren."
Als er die Stute wieder drehte, um dieses Mal die Straße weiter zu reiten, wie er es ursprünglich geplant hatte, stellte Fjalada die Ohren auf und zog an den Zügeln. Müde lächelnd klopfte er ihr den Hals. Irgendwie war alles bisher doch ein wenig zu viel gewesen und er war müde. Noch einmal blickte er die Frau an, nickte ihr freundlich und, wie er fand, linkisch zu und ließ Fjalada dann die Straße hinabgehen, den Wachen hinterher. Ihm war nun wirklich egal, ob der Helm weg war oder nicht. Ärgerlich war es auf jeden Fall, aber ein Stück Metall konnte man ersetzen, die eigene Gesundheit und die seines treuesten Kameraden nicht.

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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Janay » Montag 8. März 2010, 18:33

Nachdem diese Soldaten endlich verschwunden waren und sie keine Befürchtungen wegen dieser Stadtwache mehr haben musste, atmete sie lautlos auf und sah wieder zu ihrem bisherigen Gesprächspartner.
In ihr zog sich einiges zusammen, wurde ihr sogar fast schon übel, als sie seine Stimme hörte. Die Worte konnte sie nicht verstehen, aber diesen Akzent bei Garmisch kannte sie nur zu gut, denn er machte den pelgarischen Dialekt nun einmal aus und klang für sie, die ihn und andere Varianten lange gehört hatte, deutlich heraus. Denn in Jorsa hatten sie eine leicht andere Betonung.
Durch ihre Gedanken und aufkeimenden Gefühle der Abneigung gegen Pelgar, die sich wieder bemerkbar machen wollten, hätte sie beinahe seinen Abschied verpasst, der nonverbal ausfiel.
Sie sah ihm nach, mit hochgezogener Augenbraue.
Es war ihr nur recht, dass er ging und nicht weiter Aufsehen um seinen blöden Helm machte. Er stammte schließlich aus einer Stadt, die sie nicht leiden konnte, und wirkte obendrein nicht wie jemand, der sie tatsächlich hätte bezahlen können. Nicht einmal dann, wenn sie ihm sein erstes Mal bereitet hätte. Zumindest vermutete sie dies, nach dem, was sie von ihm zu hören bekommen hatte.
Deswegen drehte sie sich um und wollte noch einmal, da er wohl sowieso nicht mehr sich nach ihr umsehen würde, nach dem Helm sehen.
Allerdings schien ihr Unterbewusstsein da anderer Meinung zu sein. Denn anstatt sich lediglich umzudrehen, wandte sie sogar ihren Kopf etwas weiter nach rechts und sah dort unter einigen Töpfen auch einen, der dem Helm ihrer Erinnerung nach doch recht ähnlich sah. Die Farbe schien immerhin die selbe zu sein.
Da kam ihr eine Idee, ohne, dass sie sich hätte wirklich erklären können, warum sie das tat. Denn er schien weder gewillt, noch in der Lage zu sein, ihre Dienste zu entlohnen.
Aber... Pelgarer hin oder her, er wäre wirklich mal eine Abwechslung. So ein junges Bürschchen und noch dazu ein derart attraktives, allerdings dennoch schüchternes war ihr bisher noch nie wirklich untergekommen. Gewiss, sie kannte verlegene Männer, die ihren ersten Besuch bei jemandem von ihrem Beruf hatte, jedoch hatten diese wenigstens schon Familie und Kinder. Roderick hingegen schien... vollkommen unbedarft zu sein. Und das schien sie sich trotz allem doch nicht so einfach entgehen lassen zu wollen. Noch dazu, wo sie ihn genau deswegen für lange Zeit würde prägen können, wenn nicht sogar bis zu seinem Tode. Und solch eine Ehre ließ sich selten jemand entgehen!
Aus diesem Grunde griff sie auch zu einem kleinen Trick, um seine Aufmerksamkeit ein letztes Mal zu gewinnen. Es hieß ja bekanntlich, dass alle guten Dinge drei waren. Und dies wäre nun ihr dritter Versuch, wenn sie sich nicht verzählt hatte.
Sie löste sich vom Karren, um ja nichts zu riskieren, und ging in Richtung der Töpfe. "Hey, Roderick!", rief sie und warf ihm einen koketten Blick über die Schulter zu. "Komm noch einmal her, ich glaube, ich habe hier etwas gefunden!" Dabei stand sie so, dass er den Haufen Töpfe noch nicht sehen konnte, sondern es erst würde tun können, wenn er neben ihr war.
Sobald dies der Fall wäre und er die Wahrheit erkennen würde, dass es lediglich ein gewöhnliches Haushaltsgeschirr war und nicht sein Helm, würde sie ihn zumindest ihr Bedauern ausdrücken und ihn fragen können, ob er wenigstens eine Ähnlichkeit gehabt hätte. Angeblich, um sich daran erinnern zu können, bei ihrer Suche.
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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Roderick von Tanduras » Montag 8. März 2010, 19:16

Ein Schauer lief ihm über den Rücken, als die Frau seinen Namen rief. Ob dieser wohlig oder ängstlich war konnte Roderick nicht sagen. Er missfiel ihm jedenfalls. Endlich wäre er von ihr und der Peinlichkeit weg gewesen und nun das. Wenn es jedenfalls sein Helm wäre, den sie gefunden hätte, aber daran mochte der Jungritter so gar nicht glauben. Er war entnervt, enttäuscht und kurz davor wütend zu werden. Warum genau konnte er nicht einmal sagen. Normalerweise war er die Ruhe selbst, aber irgendetwas an dieser Frau oder auch an der Situation trieb ihn nahezu zur Weißglut. Er entschied zugunsten der Frau für die Situation.
Im Endeffekt wollte sie wahrscheinlich auch nur freundlich sein, nur eben auf ihre Art, die dem jungen Ritter eben nun einmal fremd war. Wieder einmal wünschte er sich ein Handbuch oder eine Lehrstunde für Frauen. Wie schafften die anderen Knappen das nur?
Leise seufzend zog er an den Zügeln und drehte Fjalada wieder einmal um. Die Stute verlor auch langsam die Geduld, immerhin hatte er ihr gerade einen warmen Stall versprochen und nun drehten sie schon wieder um. Entschuldigend strich er über die Mähne des Pferdes und murmelte leise Beruhigungen.
Dieses Mal konnte er nicht viel Abstand zu der Frau lassen und würde sogar absteigen müssen, jedenfalls sah es ganz danach aus, wo sie stand. Außerdem wurde Fjalada immer unruhiger, weiter nur auf ihr sitzenzubleiben, während er mit der Frau sprach, konnte für sie ziemlich unangenehm enden. Ein paar Schritte vor der Frau zügelte er also die Stute und stieg ab. Wohlweislich auf der von der Frau abgewandten Seite. So hatte er einen lebendigen Schutzschild. Die ersten zwei Schritte waren ungewohnt und schmerzhaft und er stakste mehr als das er ging. Danach wurde es besser und sein flüssiger Gang kam trotz der weichen Knie die er in der Nähe der Frau nun einmal hatte wieder zurück.
Über Fjaladas Hals hinweg versuchte er sie möglichst ruhig anzusehen und fragte: "Was habt Ihr denn gefunden?" Als sie auf einen Punkt vor sich deutete, blieb Roderick nichts anderes übrig, als auf die unsichere Halsseite zu wechseln und neben die Frau zu treten. Erst jetzt wurde ihm richtig bewusst, wie klein sie im Vergleich zu ihm war. Schon erstaunlich. Im offenen Kampf wäre sie ihm wegen der kurzen Reichweite kläglich unterlegen, aber es brauchte nur ein Lächeln und schon wurden dem Ritter die Knie weich.
Er beugte sich vor, um zu begutachten, was sie angeblich entdeckt hatte. Dabei achtete er darauf, dass er sie immer im Augenwinkel behielt, falls sie ihm wieder zu nahe kommen sollte. Vor ihm lagen....Kochtöpfe. Einer hatte zwar eine metallene Farbe, aber damit war die Ähnlichkeit auch schon dahin. Mit schüttelndem Kopf richtete er sich wieder auf und sah die Frau an. Da er dabei nach unten schauen musste, fiel sein Blick unwillkürlich wieder auf ihr Dekollete und er wurde rot und konnte seine Erwiderung nur stammeln:"Nein, da...ähm...ist nichts."

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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Gestalt » Dienstag 9. März 2010, 11:41

Töpfe. Diese fremde, wenn auch allein schon wegen ihrer "offenherzigen" Art nicht unattraktive Frau hatte Roderick wegen Töpfen zurückgerufen. Die metallisch glänzenden Kochutensilien lagen vor einer Hauswand, teilweise aufgereiht, teilweise gestapelt. Sie glänzten im grau des Himmels, weil auch sie nicht vom Regen verschont worden waren. Janays Gesicht spiegelte sich in einem besonders großen Topf wider, wenngleich es seltsam verzerrt wurde.

Noch ehe die Hure etwas erwidern konnte, sollten beide durch eine dritte Person unterbrochen werden. "Gefallen euch die Töpfe?", rief jemand und trat aus einer bis dahin halb offen stehenden Haustür heraus. Es handelte sich zu Rodericks Gunsten um einen Mann, also musste er nicht fürchten mit einer weiteren Dame sprechen zu müssen. Das machte den Kerl aber nicht unbedingt freundlicher wirkend. Er war ein stattlicher Schrank von enormer Größe und wäre er tatsächlich eines der hölzernen Möbelstück gewesen, so hätte man ihn eine Sonderanfertigung mit vielen Schubalden zu beiden Seiten genannt. Er nahm auf seine ganz persönliche Art und Weise eine Menge Raum ein und verdrängte offenbar sogar die santronische Luft, die immer von einem leichten Salzgeschmack geschwängert war.
Über seinen feisten Wanst spannte sich wohl zur Überraschung vieler eine speckige, braune Schürze. Wo hatte der Mann eine derart lange Kordel finden können, um die Schürze festbinden zu können? Sie schaffte es nicht, seinen Bauch zu verstecken, eher einzuklemmen und dadurch wurde sie für ihn auch viel zu kurz. Wie der Schlabberlatz eines Kleinkindes hing sie über seine Wampe und endete knapp beim vermuteten Fundort des Nabels. In etwa derselben Höhe, allerdings an den Seiten des enormen Rumpfes hingen zwei prankengroße Hände herab. Sie waren schmutzig, aber kräftig und zeugte davon, dass selbst ein Schwergewicht wie dieser Mann arbeiten konnte. Des Weiteren trug er eine Gugel, die Ohren und Haar verdeckte, sofern er noch welches besaß.

"Das sind alles meine Anfertigungen", sprach er weiter, ohne sich groß stören zu lassen. Er griff nach einem der gestapelten Töpfe - an die auf dem Boden kam er nicht dran - und hielt ihn Roderick entgegen. Janay schien er gekonnt zu ignorieren. Sie machte auf ihn den Eindruck einer einfachen Dirne, vermutlich kam sie vom Hafen, wo Frauen ihres Schlages die Seemänner abfingen, ehe die die Tavernen erreichten. Solange sie heute noch keinen Fang gemacht hatte, wäre sie mittellos und somit nicht imstande, sich einen seiner prachtvollen Töpfe leisten zu können. Der Mann in der Rüstung aber, na dem klimperte es doch sicherlich in der Börse! "Ich flicke auch alte Kessel, aber Ihr habt wohl keinen dabei, Herr. Doch so ein Topf kann Euch in vielerlei Hinsicht dienen. Zum Kochen ... und ... äh ... er gäbe auch einen passablen Helm ab, ja. Habe ich Kochen erwähnt? Hmmm ..." Im Feilschen mochte der Mann kein Meister sein, aber das hieß nicht, dass er es nicht versuchte.
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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Janay » Dienstag 9. März 2010, 14:10

Sie grinste innerlich zufrieden, als er sich ihr tatsächlich wieder näherte. Ihr Blick glitt lediglich unauffällig in seine Richtung und sie wartete darauf, was er jetzt tun würde.
Es erstaunte sie ein wenig, dass er endlich einmal aus seinem Sattel stieg. Nur leider auf der falschen Seite, denn nun befand sich das Tier zwischen ihnen beiden.
Trotzdem konnte sie unter dem Bauch seine Beine erkennen und deutlich sehen, dass er wohl wirklich lange nicht mehr auf den eigenen gestanden und sich damit bewegt hatte. Was sie leicht und für einen Moment schmunzeln ließ.
Dann deutete sie zu den Töpfen hin und beobachtete ihn, als er die Seite wechseln musste, um etwas sehen zu können.
Ha! Jetzt wäre es ein leichtes für sie, ihn zu berühren, sich ihm zu nähern.
Aber sie wartete noch ein wenig ab, um ihn nicht sofort zu verschrecken. Bei diesem Jüngelchen konnte sie sich schließlich nicht sicher sein, wann er wieder die Flucht ergriff.
Auch ihr fiel jetzt erst auf, um wie vieles er größer war als sie. Obwohl es sie nicht sonderlich wundern sollte, es gab nur wenig Männer, die gleich groß waren wie sie oder gar kleiner. Zumindest, wenn sie keiner kleinwüchsigen Rasse angehörten. Von daher empörte sie sich nicht einmal im Ansatz darüber, dass er sie von oben herab ansehen musste.
Sie beobachtete ihn bei seiner Entdeckung der Kochtöpfe und hatte auch kein Problem damit, als sie seine Enttäuschung bemerkte. Wenigstens hatte sie das Gefühl und setzte demnach eine bedauernde Miene auf.
Wobei sie sich beherrschen musste, um nicht zu grinsen, als er in ihren Ausschnitt sah und dabei rot wurde.
Gerade wollte sie ihren Mund öffnen und Luft für eine Antwort holen, die natürlich in glaubhaftem Bedauern geäußert wäre, als ein Schrank von einem Mann auftauchte.
Auf die Stimme allein hätte sie nicht geachtet, wäre dieser Typ nicht auch noch in Erscheinung getreten. Kurz glitt ihr Blick zu ihm und sie stemmte eine Hand in die Seite, wobei sie auch das Gewicht auf diese Seite verlagerte, was ihre Hüfte noch mehr betonte.
Flüchtig musterte sie ihn unauffällig.
Okay, mit dem wollte sie sich nicht anlegen, da würde wohl auch sie mit Schnelligkeit und Klugheit triumphieren können.
Also trat sie instinktiv einen Schritt näher an Roderick heran, als müsse sie vor dem Fremden etwas befürchten, und war gleichzeitig froh darüber, dass er sie ohnehin zu ignorieren schien.
Ihre Augen richteten sich dabei wieder auf das Jüngelchen, abwartend, was er wohl nun tun würde.
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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Roderick von Tanduras » Dienstag 9. März 2010, 21:02

Der Mann war mehr oder weniger eine Rettung. Roderick musste nicht mehr auf die Frau achten, leider wusste er spontan einfach nicht, was er dem Mann sagen wollte. Dieser dachte wohl, der Jungritter hätte Interesse an einem seiner Töpfe. Dabei konnte er mit den Dingern gar nichts anfangen. Als der Händler den Vorschlag machte, einen Topf als Helm zu verwenden, wurden Rodericks Augen schmal.
Er war vielleicht nicht arrogant, aber jetzt war er eingeschnappt. Als die Frau dann auch noch näher an ihn heran trat, quasi Schutz bei ihm suchte, ruckte sein Kopf kurz zur Seite und er blickte sie irritiert an, dann sah er wieder nach vorne. Wie immer, wenn sie so nah bei ihm war, verschleierten sich seine Gedanken und er konnte nicht mehr klar denken.
Um sich nicht wieder vollständig zu blamieren, schloß er kurz die Augen und sagte in Gedanken vor sich her Ribella braucht meine Hilfe, Ribella braucht meine Hilfe.
Dann öffnete er die Augen und sein Blick fiel wieder auf die Töpfe. Wie Schuppen fiel es ihm von den Augen. Gedanklich versuchte er die Frau knapp hinter ihm auszublenden, was dadurch erleichtert wurde, dass er sie nicht mehr sah und nicht mehr hörte und beugte sich ein kleines bißchen vor.
"Nein danke, ich brauche keinen Topf. Aber vielleicht könnt Ihr mir bei einer anderen Sache helfen. Ihr habt hier qualitativ hochwertiges Material liegen und vielleicht habt Ihr die Person, die ich suche, schon einmal gesehen, weil sie bei euch eingekauft hat. Es handelt sich um meine jüngere Schwester, sie ist ungefähr so groß und sieht mir sehr ähnlich. Sie legt immer sehr viel Wert darauf, nur gute Waren zu kaufen und zu verwenden, daher war sie vielleicht bei Euch einkaufen. Vor einiger Zeit hat sie mir einen Brief geschrieben und mich gebeten sie zu besuchen. Leider wusste ich bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht, dass sie hier in dieser Stadt lebt und somit weiß ich nicht, wo ich sie besuchen soll. Vielleicht könnt Ihr mir helfen?"
In Gedanken klopfte er sich auf die Schulter. Das hatte er doch ganz gut hinbekommen, obwohl hinter ihm eine hübsche Frau stand, die ihm viel zu sehr auf die Pelle rückte und er keine Ahnung hatte, wie die Menschen hier auf solche Fragen reagieren würden. Aber irgendwo musste er ja schließlich mit der Suche beginnen und so würde er sich nicht vollständig blamieren. Seine Schwester würde hier zwar einfach aus dem Grund nicht einkaufen, weil ihr der Händler unangenehm war, aber das musste er ja nicht sagen.
Und für ihn, der absolut keine Ahnung von Töpfen oder Pfannen oder was auch immer in der Küche gebraucht wurde hatte, sahen die Sachen doch recht hochwertig aus. Von Metall hatte er ja schließlich ein bißchen Ahnung. Ob eine Rüstung hoch- oder minderwertig war, sah er doch ziemlich schnell.

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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Gestalt » Donnerstag 11. März 2010, 01:15

Jetzt wurde der Topfhändler doch kurz auf Janay aufmerksam. Diese verbarg sich nämlich halb hinter dem stattlich aussehenden Rittersmann, dabei schaute sie selbst doch eher wie ein Freudenmädchen aus. Nun, was der Jüngling in Rüstung in seiner Freizeit trieb, ging den Händler im Grunde nichts an. Aber er erwartete üblicherweise mehr ... Anstand von einem Ritter. Solche Kerle retteten Prinzessinnen und schöne Jungfrauen vor Drachen oder Banditen. Die hatten doch keine leichten Mädchen nötig!
Er musterte den Ritter noch einmal etwas genauer, während dieser langsam den Blick von seinen Töpfen nahm. Der Mann trug keinen Helm und er entdeckte auch keinen am Sattel seines Pferdes - eine schöne Stute, im Übrigen. Auf den Vorschlag des Händlers reagierte Roderick allerdings nicht, wie es sich der Mann erhofft hatte. Er musste bisweilen ein kluger Jüngling sein, denn er ließ sich keinen Topf für einen Helm aufschwatzen.
"Nur ein alter, santronischer Scherz der Topfhändler, Herr." Der Mann wischte sich die Finger an der speckigen Schürze ab und hob sie dann beschwichtigend. Er wollte den mutmaßlichen Kunden nicht frühzeitig loswerden. Erst wenn dieser die Münzen hatte springen lassen, könnte er gehen, wie seine Laune dann auch wäre.

Aber der junge Ritter brauchte leider keinen Topf. "Bedauerlich", kommentierte der Händler seufzend. "Ich hätte Euch einen guten Preis für beste Qualität gemacht." Aber Roderick ließ sich nicht umstimmen. Statt eines Topdes wollte er nur eine Information, denn er suchte hier in Santros ja seine Schwester. Also beschrieb er die Frau, indem er ihre gemeinsame Ähnlichkeit erwähnte.
Der Händler kratzte sich am Kinn. Er besaß übrigens drei davon, die alle übereinander gelappt lagen. Die beiden anderen wippten leicht, als sein Finger über das erste dieser Dreierpartie schabte und kleine Hautpartikel davon abkratzte. Sie fielen als weiße Schuppen langsam auf seine Brust. Er betrachtete sich Roderick nun ganz genau, musste dann allerdings den Kopf schütteln.
"Eine Frau, die Euch ähnlich sieht, hat hier nie eingekauft. Im Grunde sind meine Kunden auch eher einfache Mägde. Was nicht heißt, dass meine Töpfe nicht ebenso gute Ware wären, als dass eine Frau von Welt sie nicht würde erstehen wollen! Aber ... vielleicht wendet Ihr Euch mal an eine der städtischen Tavernen und Gasthäuser. Dort ziehen nicht nur Wandersleute und fremdländische Seemänner ein. Unsere Gasthäuser sind bekannt dafür, dass auch die Edlen Santros' darin zu speisen pflegen. Vielleicht hat dort jemand diese Dame gesehen."
Der Mann gab Roderick und Janay eine Beschreibung wie sie am schnellsten zum wohl bekanntesten Gasthaus der Stadt kämen: Die Schenke Zum lachenden Kamel. Sie war ein beliebter Treffpunkt all jener, die in Santros wohnten. Außerdem besaß sie einen Stall, worauf der Mann mit erhobenem Zeigefinger und einem kurzen Blick auf Rodericks Stute informativ hinwies. Dann streckte er beiläufig eine Hand aus. Er räusperte sich. "Nun ja, jetzt habe ich Euch geholfen. Vielleicht wollt auch Ihr mir helfen. Diese Informationen sind Euch doch sicherlich ein oder zwei Fuchsmünzen wert, nicht wahr? Ihr seid ein Edelmann!"
Typisch Händler, sie machten aus jeder Situation ein Geschäft.
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Re: Auf den Straßen

Beitrag von Janay » Donnerstag 11. März 2010, 09:25

Als sie sich ihm genähert und er sie deswegen angesehen hatte, schenkte sie ihm ein flüchtiges, trotz allem verführerisches Lächeln. Jedoch war es derart kurz, dass er sich womöglich unsicher wäre, ob er es überhaupt erblickt hatte, und genau darauf hatte sie es angelegt.
Kleine Gesten, unauffällig und zur richtigen Zeit gesetzt konten oft mehr bewirken als große, übermäßig betonte Bewegungen. Zumindest laut ihrer Erfahrung.
Also näherte sie sich ihm auch noch um einen Hauch, den kaum einer bemerken würde, der sie nicht unentwegt im Auge behielt. Für jeden anderen wirkte es einfach so, als hätte sie lediglich ihr Gewicht etwas verlagert. Aber auf diese Art war sie ihm näher und die Spanne verringerte sich, die sie benötigte, um ihn wie zufällig berühren zu können.
Nun beobachtete sie ihn, besser gesagt, sein Profil und hob leicht schmunzelnd eine Augenbraue an, als er die Lider senkte.
Aha, anscheinend wollte er sich sammeln.
Was sie amüsierte, denn sie hatte ja an sich gar nichts gemacht.
Wie es dann wohl erst wäre, wenn sie ihn verführt hätte? Ob er sich ungeschickt anstellen würde oder wäre er dann wie ein losgelassenes, wildes Tier, das jedoch mangels Erfahrung alles auch wieder viel zu rasch beendete? Sie schätzte schon, dass er Ausdauer besaß, durchaus, aber diese Triebe konnten jeden Mann völlig unkontrollierbar machen und es wäre ihre Aufgabe, ihm zu zeigen, dass es auch mit einem Hinauszögern Spaß machen konnte. Und manchmal sogar sinnvoller war, wenn es um das Gefühl der Befriedigung danach ging. Nun ja, das würde sie noch sehen, sollte es ihr diesmal endlich gelingen, ihn um den Finger zu wickeln.
Als sie seine Stimme hörte, hob sie erneut leicht ihre Augenbraue und lauschte ihm.
Ah, er war also hier, weil er seine Schwester suchte, angeblich für einen Besuch. Das könnte sie selbstverständlich ausnützen, bei diesem Thema allerdings würde sie sich zurück halten. Ginge es um einen Bruder oder eben jenen, den er vorhin nicht sonderlich begeistert erwähnt hatte, dann würde sie es vielleicht tun. Doch bei Schwestern hielt sie sich zurück, in Gedanken an ihre eigene, die sie tatsächlich immer wieder vermisste, wenn sie an früher dachte.
Ob sie ihm helfen sollte, wenn sie es konnte, ernsthaft? Hm... es wäre bestimmt eine Möglichkeit, um in seiner Nähe zu bleiben und weiter ihre Künste auszüben.
Andererseits war er Pelgarer...
Sie seufzte lautlos.
Eine schwierige Entscheidung, die sie da zu fällen hatte. Wenn sie jedoch daran dachte, wie unbeholfen er war, dann musste sie ihm regelrecht helfen.
Flüchtig glitt ihr Blick noch einmal über sein Profil und sie war ein klein wenig belustigt.
Nun ja, wenn seine Schwester ihm so ähnlich sah, dann hatte sie hoffentlich alles in den Grenzen des Weiblichen. Sonst wäre sie wirklich gestraft! Denn was bei diesem Jüngelchen durchaus markant und gut aussah, wäre bei einer Frau einfach nur unschön.
Sie blickte wieder zu dem Händler, aufgrund der Bewegung, die sie im Augenwinkel wahrnahm, und musste sich zusammen reißen, um das Gesicht nicht vor Abscheu zu verziehen, als dieser sich am Kinn kratzte und der Rest seiner Haut dort dabei schwabbelte.
Janay hatte auch schon etwas voluminösere Kunden gehabt, die sich als erstaunlich gut im Bett erwiesen hatten, aber bei denen war alles noch halbwegs fest gewesen. Bei diesem Schrank von einem Mann jedoch...
Es schauderte sie innerlich.
Die Frau, die unter ihm lag, tat ihr regelrecht leid. Wie konnte jemand nur derart viel essen, um dann so auszusehen?! Grauenhaft!
Dann allerdings musste sie sich ein schadenfrohes Lachen verbeißen, als der Kerl zugab, wer seine wahren Kundinnen waren.
Tja, als ob zu so jemandem auch die etwas edleren Damen kämen! Der wäre allein zu unsympathisch dafür.
Was die Qualität der Ware anging, wollte sie sich kein Urteil darüber erlauben, denn davon hatte sie, wie Roderick, einfach keine Ahnung. Es hatte ihr bisher das Geschirr gereicht, das in den Wirtshäusern vorhanden war, in denen sie gelebt hatte. Eine eigene Wohnung oder gar ein Haus hatte sie nie gehabt und damals in Morgeria hatte sie sich um die Küche erst recht nicht gekümmert.
Doch er riet ihnen wenigstens, wo sie suchen könnten und der Name des Gasthauses war einfach zu merken. Außerdem könnte sie hier gleich aus "Berufsgründen" etwas nachforschen, ob sie da sich anstellen lassen könnte, sollte sie länger in der Stadt bleiben.
Zwar wäre Nell nicht begeistert davon, dessen war sie sich sicher, aber sie wollte lieber eine Gelegenheit nützen, um Geld zu verdienen, als sie verstreichen zu lassen. Und wenn dort die gehobene Gesellschaft angeblich verkehrte, gäbe es bestimmt ausreichend gut betuchte Männer, die ihre Dienste in Anspruch nehmen wollten. Schließlich war sie sauber und ihre Ohren von ihren Haaren gut verborgen.
Außerdem könnte sie ja als Schankmaid mitarbeiten und ihre Angebote derart unauffällig unterbreiten, dass der Ruf der Kneipe keinen Schaden nahm.
Ja, das wäre ganz gut, wenn sie nichts an Roderick verdienen könnte, auch wenn sie noch an das Gegenteil glauben wollte.
So hatte sie sich auch entschieden, vordergründig ihm wirklich etwas zu helfen und so zu einem eigenen Vorteil zu gelangen.
Also griff sie kurzerhand nach Rodericks Hand und zwang sich zu einem freundlichen Lächeln gegenüber dem Händler.
"Danke für Euren Ratschlag, er hat uns sehr geholfen.", erwiderte sie für das Jüngelchen und wollte damit auch überspielen, dass der Schrank eigentlich Geld dafür wollte. Deswegen zog sie auch leicht an der Hand, um ihn weg zu lotsen, bevor er sich in Schwierigkeiten brachte.
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