Reise durch den Arus

Dieser prächtige Wald liegt im Norden Celcias. Der Fluss Tangros lässt dieses Gebiet blühen. Ein einsamer Priester ließ sich in diesem Wald nieder und erbaute ein Kloster, aber auch die Nachtelfen blieben nicht ohne Taten.
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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Asmodeus » Mittwoch 22. April 2009, 13:48

"Achte mehr auf deinen Wirt. Hole dir Rat von ihm, um herauszufinden, was sein Körper braucht. Du kannst es dir und Aurelius dann viel leichter machen." Asmodi schüttelt e sich. Diese Worte gingen ihm nicht mehr aus dem Kopf, sogar nicht einmal dann als er sich gerade die Steine aus dem Leib kackte. „RAHRHRHRH!“ Knurrte er. Bastard! Da war seine Achtsamkeit für Aurelius. Warum hast du nichts gesagt häh?! Dämlicher Bastard! Fluchte der Dämon ungehalten. Danke… Asmodi… Hauchte es leise im Geist des Dämons. „WAS?!“Brüllte er laut so dass es auch Mallahall hören mochte. Danke dass du es für mich ausgehalten hast… „SCHWEIG!“ Der Dämon kratzte sich wütend über den Kopf und sprang wild schnaubend herum. Es machte ihn wütend dass jemand ihm gegenüber Dankbarkeit zeigte. Dankbarkeit stank, war hässlich und unappetitlich.

Asmodi bewegte sich weit breitbeiniger und langsamer als sonst. Sein Hintern brannte und blutete wie ein brennendes und ausgeschlachtetes Schwein. Ausschlachten… jaaa DAS würde ihm jetzt gefallen! Am besten dieses dumme überbemutterte Pferd welches Mallahall so gerne Beritt.

Wütend stierte er Mallahall entgegen. „DU hättest mir den Bauch aufschlitzen und die Steine rausholen sollen!“ Fauchte er ihr entgegen. „Versagerin!“ Knurrte er ungehalten und trippelte langsam hinter dem Pferd her. Er rollte mit den Augen als sie ihm noch befahl Handschuhe anzuziehen! HANDSCHUHE! Er war ein Dämon! Wütend kam er auf sie zu und riss sie ihr aus den Händen um sie sich anzuziehen. Wie demütigend war denn dies? Jetzt musste er noch mit Damenhandschuhe herumlaufen. „RRHRHRHRHRHRH!“ Knurrte er immer wieder während er schmollend hinter dem Pferd herlief.

Die Nacht hüllte sie ein und die silberumrandeten Lichteinfälle des Mondes liessen die Illusion einer seltsamen Anderswelt aufkommen. Das bläuliche Glühen von Asmodis rauchenden Augen war momentan die einzige andere Lichtquelle. Neben dem lauten klacken der Hufen des Pferdes war das leise Trippeln von Krallen zu hören. Asmodi trug die Handschuhe, doch er hatte es sich nicht nehmen lassen deren Fingerspitzen mit seinen Krallen zu durchstossen.
Sag ihr dass dir der Hintern weh tut Dämon. Aurelius war aktiver als es dem Dämon lieb war. NIEMALS! Knurrte er zur Antwort und schnaubte verächtlich. Dass würde dir so passen dass sie beginnt dir an deinem Arsch rumzufummeln häh?! Asmodi sagte nichts sondern sprang hinter dem Pferd her.

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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 22. April 2009, 20:02


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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 13. September 2012, 09:35

Eáránë Fëfalas kommt von Das Reich der Nachtelfen -> Das Stadttor ins Reich der Nachtelfen -> Am Tor zum Nachtelfenreich

Sie verließen das Reich der Nachtelfen durch deren Haupttor und erklommen die unendlich viele wirkenden Stufen der Wendeltreppe, welche hinauf an die Oberfläche führte. Das Glück war ihnen hold, wenn man berücksichtigte, dass Nachtelfen von Glück sprachen, weil die Sonne ihre Haut nicht verbrannte. Es nieselte. Der Regen war allerdings keineswegs unangenehm. Er durchnässte nicht einmal großartig die Kleidung, nistete sich aber trotzdem im Stoff ein, so dass er kühler und klammer wirkte. Aber es war erträglich und allemal besser als eine Reise unter prallem Sonnenschein. Obwohl auch hier die dicht stehenden Nadelbäume des Arus ihren Teil dazu beigetragen und Akái, sowie Eáránë vor brennender Haut bewahrt hätten. Es drangen üblicherweise nur wenige Sonnenstrahlen durch das dichte Nadeldach. Der Regen kam da schon weitaus besser hindurch.
Wolf schnaubte, während die beiden Nachtelfen ihre Reise fortsetzten. Hier oben, an der Oberfläche Celcias und mitten im Wald, konnten sie sich ungestört unterhalten, ohne ihre Stimmen dämpfen zu müssen. Akái, der darum gebeten hatte, dass seine Begleiterin ihren Kristall der Schattenmagie befragte, lauschte zunächst nur ihren Worten, während er einen Schritt vor den anderen setzte. Er hob kurz die Hand, als sie von ihrer Freundin sprach und aus ihrer Stimme allein heraus zu hören war, wie sehr sie Miriel vermisste. Aber dem Elfen war das Aufblitzen der Tränen in ihren Augenwinkeln aufgefallen. Er hatte sie fortstreichen wollen, doch Eáránës Mantelärmel war schneller, so ließ er die Hand wieder sinken, ohne ein Wort zu sagen - jedenfalls so lange, bis Eáránë ihm ein Versprechen abnehmen wollte. Er schmunzelte wehleidig. "Als Spione im Namen der Stadtherrin haben wir wenig Entscheidungsgewalt darüber, was wir sagen und was wir verschweigen dürfen. Ich muss Mentára Tronás berichten, wenn sie etwas wissen will." Er hob den Kopf und erneut die Hand, dieses Mal aber, um sie seiner Gefährtin auf die Schulter zu legen. "Aber solange sie nicht fragt, sind die Informationen zu deinen Freunden bei mir sicher. Ich glaube kaum, dass sie überhaupt von ihnen weiß und so wird sie nicht einmal Fragen stellen. Außerdem sind wir jetzt unterwegs, weg von ihr. Mach dir keine Sorgen."

Sie marschierten weiter. Es ging unter Kiefern, Lärchen und einigen, wenigen Rotbuchen hindurch. Der Boden war mit altem Laub, vor allem aber Nadeln vergangener Jahre bedeckt. Überall knisterte und knackte es unter ihren Füßen. Lediglich Wolfs Schritte schienen so leichtfüßig, dass er kaum ein Geräusch verursachte. Hin und wieder raschelte es auch im Gestrüpp. Einmal scheuchte der weiße Wolf ein paar kleine Eichhörnchen auf, die ihre Nüsse für einen bevorstehenden Winterschlaf vergruben. Doch ansonsten traf nichts Ereignisreiches während der weiteren Reise ein. Das Interessanteste war immer noch das Gespräch zwischen Akái und Eáránë. Der Nachtelf schüttelte den Kopf, während er weiter ging. "Du sagtest, du willst meine Schülerin sein. Wir sind Spione des Nachtelfenreichs, folglich dienen wir Mentára Tronás - wir sind ihre Augen und Ohren. Wenn sie etwas über den Kristall wissen will und du ihn ausfragen kannst, dann solltest du es tun. Du dienst jetzt einem höheren Wohl, Eáránë. Du hast deinen Beitrag zu leisten, wie wir alle." Beim letzten Satz seufzte er und schritt etwas schneller, so dass er an ihr vorbei ging. Dann warf er einen Blick über die Schulter zurück. "Dieser Kerl heißt Moth, aber das weißt du bereits. Lass uns einen Handel eingehen. Ich erzähle dir von ihm und du fragst deinen Kristall, um mir dann diese Informationen zu geben." Akái schaute plötzlich irgendwie wehleidig drein. Wolf kam zu ihm gelaufen, ließ sich hinter dem Ohr kraulen, ehe er weiter trabte.
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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Eáránë Fëfalas » Mittwoch 7. November 2012, 00:08

Feine Regentropfen fielen auf sie herab, als die drei schon am Ende der endlos scheinenden Treppe angelangt waren. Durch die Dichte der Baumkronen kam nur sanfter und angenehmer Nieselregen hindurch. Es war ein angenehmes Gefühl auf der Haut und irgendwie auch erfrischend.
Als die junge Nachtelfe von ihrer Freundin Miriel sprach kamen ihr die Tränen. Akái hob schon seine Hand um diese wegzuwischen, doch Eáránë selbst kam ihm zuvor und trocknete sie mit ihrem Ärmel. Sie sah noch seinen Arm sinken, als sie dann zu ihm blickte. Die Diebin verlangte von ihm, dass er der Stadtherrin nicht die Dinge berichtete, die Eáránë ihm anvertraute. Zwar verlangte sie dies von ihm doch wusste sie, dass er dies nicht wirklich versprechen konnte. Oder vielleicht doch? Was wäre wenn es zum wirklich gefährlich wäre bestimmte Informationen an Mentára weiterzugeben? Würde Akái das Leben anderer riskieren nur um seine Herrin zufrieden zu stellen? Nur er selbst wusste, wie weit er gehen würde.
Die Nachhelfe spürte seine Hand auf ihrer Schulter. Nachdem er gesprochen hatte, atmete sie durch. Die Luft war kühl und frisch. Durch den Regen duftete der Wald ganz anders. Akái hatte recht, sie waren weg von Mentára und würden ihr so schnell nicht mehr begegnen.

Für eine kurze Weile schwiegen sie. Eáránë beobachtete Wolf, wie dieser leichtfüßig das eine oder andere Eichhörnchen aufschreckte. Man sah ihm wirklich nicht an, dass er sich so leise fortbewegen konnte. Die Schritte der beiden Nachtelfen erschienen hingegen wirklich laut. Die Nachtelfe unterbrach die Stille zwischen den beiden und sprach ihren Unmut aus. Sie sagte ihrem Begleiter ganz klar, was ihr im Moment nicht passte und was sie bedrückte. Schweigend lauschte sie seinen Worten. “Es ist aber kein höheres Wohl, wenn man das Leben anderer riskiert. Und wie weit geht eigentlich diese… ‘Loyalität’…? Beziehungsweise wie weit sollte es deiner Meinung nach gehen?” Sie sah ihn mit einem etwas traurigen Blick an, während sie neben ihm her lief. Dann begann er etwas schneller zu laufen. “Lieber opfere ich mein eigenes leben, als das leben von mehreren zu riskieren.” Sprach sie etwas leiser, vielleicht hörte ihr Gefährte ihre Worte noch. Er sah sie dann über seine Schulter hinweg an, die darauf folgenden Worte machten sie ein wenig wütend. Einen Handel?! Und welch ein schlechter Handel er doch verlangte. Die Nachtelfe begann dann auch etwas schneller zu laufen, sodass sie ihn einholte. “Dies ist ein schlechter Handel Akái! Du scheinst nicht zu ahnen welch eine Gefahr es ist Informationen über die Kristalle an die falschen Personen weiterzugeben.” Sie stellte sich vor ihm hin und sah ihm direkt in die Augen. “Meine Aufgabe als Hüterin des Schattenkristalls nehme ich sehr ernst! Ich diene dem Schattenkristall und meinem Volk. Und für die Sicherheit anderer würde ich mein Leben riskieren, auch wäre ich bereit es zu opfern. Die Loyalität meiner Freunde und meinem Eid gegenüber ist stärker als die Loyalität zu Mentára Tronás.” Sie atmete tief durch. “Ja, ich bin bereit deine Schülerin zu sein. Ich bin bereit unter Mentára als Spionin zu dienen. Doch erkläre ich mich nicht dazu bereit den Untergang anderer zu verantworten. Ab einem bestimmten Punkt sollte ein Spion seinen Verstand einsetzen und abwägen was nun tatsächlich erzählt werden sollte oder nicht. Ein Spion sollte aber nicht nur seinen Verstand benutzen sondern auch darauf hören.” Eáránë legte ihre zierliche Hand auf seinen Brustkorb, wo sein Herz schlug. Sie konnte es deutlich pochen spüren. “Bitte… Verstehe doch die Lage in der ich mich gerade befinde.” Auch ihr Blick wurde wehleidig und traurig. Ihre Hand nahm sie aber noch nicht von seiner Brust weg.
Wieder herrschte Schweigen. Es war nur noch der Regen zu hören. Sanft nieselte es auf das Haupt der jungen Nachtelfe, die vor Akái stand und ihm tief in die Augen sah. Ihr weißes Haar wurde ein wenig nass, da sie ihre Kapuze nicht trug.

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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 1. Mai 2013, 12:26

Sie hatten beide einen neuen Auftrag, genauer gesagt zwei. Eigentlich sollten sie wieder nach Kosral gehen, herausfinden, was dort vor sich ging. Zum anderen sollten sie mehr über Eáránës Schattenkristall herausfinden. Dazu wollte Akái einen gewissen Nachtelfen namens Moth aufsuchen, der selbst Schattenmagier war und sich offensichtlich auch mit der Verarbeitung von Edelsteinen auskannte. Die ideale Kombination, um sich Informationen zu beschaffen. Allerdings hauste er angeblich in Andunie oder war dort zuletzt gesehen worden. Ihr Weg sollte sich demnach zuerst dorthin führen. Akái zeigte Loyalität gegenüber seiner Stadt und deren Herrin, aber Kosral war ihm momentan einfach zu gefährlich. Er hatte Mentara Tronás gewarnt. Sie wusste nun Bescheid, konnte entsprechende in den Kasernen des Nachtelfenreiches einleiten. Mehr war im Grunde nicht nötig. Sie würde andere Spione aussenden, sollte sie zu lange nicht mehr von Akái hören und der hatte aktuell keine Lust, ihr Botschaften zu schicken. Weil er nicht nach Kosral wollte. Außerdem gab es noch einiges zu klären, hier mitten im Wald Arus, mitten im Regen.
"Es geht immer zunächst um das Wohl der Nachtelfen, Eáránë. Das musst du lernen. Lerne, wem du dienst. Wer hinter ihr steht, den hast du zu schützen. Alle anderen sind die Bauern auf der anderen Seite des Schachbretts." Er machte somit sehr deutlich, dass er bereit war, Leben anderer zu riskieren. Das Leben von jenen, die zufällig nicht auf jener Seite standen, für die er sich entschieden hatte, aber konnte man es ihm verübeln? Er war Spion, diese hatten keine Konfliktentscheidungen zu treffen. Sie sammelten Informationen und lieferten sie. Dafür erhielten sie entsprechend Lohn. Die einzige Entscheidung, die sie in diesem Spiel aus Heimlichtuerei, Intrigen und Lügen trafen, war jene, auf welche Seite sie sich stellten. Und Akái schien nicht der Elf zu sein, der zwischendurch die Seiten wechselte. Sicher, solche gab es auch, doch er bewies hier Loyalität.
"Du musst aufhören, so selbstlos zu denken, meine Schülerin", sprach er weiter, als er schon ein Stück voraus gegangen war. Den Kopf hielt er etwas gesenkt und anscheinend fielen ihm die Worte nicht leicht, die er aussprach. Aber er hielt seinen Redefluss nicht auf. "Es wird immer jemand die Konsequenzen zu spüren bekommen, die durch deine Art zu handeln entstehen." Die Nachtelfe stand jetzt vor ihm, hatte ihn eingeholt und sie legte ihre zarten Finger an seine Brust. Akái schaute darauf herab. Er schwieg, lauschte ihren Worten, aber seine Aufmerksamkeit schien nur diesen kleinen Händen zu gelten. Das Herz darunter pochte mit neuer Heftigkeit. Sie würde wol spüren, wie es zu rasen begann und mit welcher Intensität es plötzlich gegen den Brustkorb hämmerte. Nach außen hin zeigte sich Akái allerdings vollkommen ruhig. Ein Seufzen huschte über seine Lippen. Leicht schüttelte er den Kopf. "Du bist keine Spionin und mit dieser Einstellung wirst du niemals eine sein. Auf dem Pfad der geheimen Informationsbeschaffung hast du keine Freunde. Denn dann passiert genau das. Ich sage nicht, dass ein solches Leben angenehm ist. Ich sage nicht ...", er legte seine eigene Hand auf jene von Eáránë, "... dass ich nicht einsam bin oder mich nicht nach Freundschaften sehne. Es war falsch, zu glauben, du könntest mir in eine solche Lehre folgen. Es war der Wunsch nach deiner Nähe. Gemeinsam diesen Weg zu gehen, um nicht vollkommen allein zu sein. Wenn dir deine Freunde so wichtig sind, entbinde ich dich als meine Schülerin. Dann solltest du nicht das werden, was ich bin."
Akái betrachtete sie. Er ließ den Blick über ihr regenfeuchtes Haar wandern, an ihrer Haut entlang und zu ihren Augen. Die Einsamkeit sprach aus seinen. Offenbar war er mit seiner Idee, sie zur Spionin ausbilden zu wollen, nicht der Förderung ihrer Talente gefolgt, sondern einmal etwas, das über den Verstand eines Spions hinausging: seinem Herzen.
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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Eáránë Fëfalas » Samstag 6. Juli 2013, 13:28

Nasse Haarsträhnen klebten der jungen Nachtelfe im Gesicht. Sie stand vor Akái und sah ihm direkt in die Augen. .Als dieser zu ihr sprach, achte er ihr seine Position deutlich. Natürlich war das Volk der Nachtelfen für sie sehr wichtig, doch hing ihre Existenz von der Existenz Celcias ab. Und Eáráne fühlte sich verpflichtet Celcia so gut es ging zu beschützen. Dies versuchte sie, indem sie auf den Kristall aufpasste. Die Diebin überlegte, wie sie es ihm denn noch sagen konnte. Warum verstand er denn ihre Lage nicht? “Akái…” Begann sie dann nach einer kurzen Weile. “Das Wohl unseres Volkes hängt auch vom Wohl Celcias ab. Versteh doch, dass man selbst mit Informationen über die Kristalle vertraulich umgehen sollte. Einen der Kristalle zu tragen ist eine sehr große Verantwortung, die über die Loyalität des eigenen Volkes hinausgeht. Gerät einer der Kristalle in die falschen Hände, so ist Celcia gefährdet und dadurch auch das eigene Volk. Es könnte das Ende unseres Volkes bedeuten, wenn auch nur Informationen auf die falschen Ohren treffen könnten. Verstehst du mich jetzt? Es geht hier nicht nur um meine Freunde. Es geht um viel mehr.”
Als sie ihre Hand auf seine Brust gelegt hatte, spürte sie, wie heftig sein herz gegen seinen Brustkorb pochte. Für einen kurzen Moment zögerte sie noch, dann versuchte sie weiterhin auf ihn einzusprechen. Eáráne war zwar nicht richtig aufgebracht, aber sie sprach etwas emotionaler und gefühlsbetonter als vorher. Die junge Frau begann zu zittern. Es war nicht heftig, nur ganz leicht, irgendwie war sie recht aufgewühlt. Sie konnte es sich selbst nicht erklären warum. Die Hand, die auf seinem Brustkorb lag hielt sich leicht an seiner Kleidung fest. Viel mehr so, als würde sie befürchten, dass er gehen und sie alleine lassen würde. Vor allem seine folgenden Worte verstärkten diese Befürchtung. Ihre Hände zitterten etwas mehr und mit einem geschockten Blick sah sie ihren Begleiter an. Nun war sie vollkommen aufgewühlt. Einerseits war sie verletzt darüber, dass er darüber nachdachte sie aus ihrer Lehre zu entbinden. Dann war sie ein wenig über seine Worte verwirrt, dass er sie bei sich haben wollte. Wobei sie sich viel mehr über diese Worte freute als, dass diese sie verwirrten.
Für eine ganze Weile herrschte dann Schweigen zwischen den beiden. Irgendwann kam die Nachtelfe dem Spion näher und umarmte ihn dann. “Wie kannst du so was nur sagen?” Flüsterte sie in sein Ohr. “Glaube mir, ich hab es mir gut genug überlegt. Würde ich keine Spionin werden wollen, dann wäre ich jetzt nicht deine Schülerin! Ich bin aber auch Hüterin des Schattenkristalls und habe somit noch sehr viel mehr Verantwortung zu tragen.” Eáráne machte eine kurze Pause. “Ich habe nicht nur eine Verantwortung gegenüber unserem Volk, sondern auch gegenüber Celcia. Weshalb ich es auch ganz praktisch finde… Eine Lehre als Spionin anzufangen.” Die Nachtelfe gab ihm dann einen sanften Kuss auf die Wange, umarmte ihn aber weiterhin. “Bleib bitte bei mir…”
Zuletzt geändert von Eáránë Fëfalas am Mittwoch 31. Juli 2013, 00:31, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 10. Juli 2013, 12:53

Akái beobachtete Eáránë. Er ließ sich nicht beirren, schaute ihr weiterhin in die Augen, aber als sie sprach, ergriff er ihre beiden Hände. Wie klein sie waren und so weich, dennoch steckte in diesen zarten Fingern eine Menge Kraft und hinter der hübschen Hülle, die sich der Nachtelf betrachten durfte, wusste er, verbarg sich eine stärkere Seele als die seine.
Sanft strichen seine Daumen über Eáránës Handrücken. Der grün leuchtende Blick lag immer noch auf ihr. "Du solltest deinem Volk vertrauen. Außerdem befindet sich der Kristall in guten Händen - in deinen. Du entscheidest, dennoch werde ich meinen Auftrag erfüllen. Du magst noch keine Spionin sein, Schöne, weshalb du vielleicht dieses Verständnis noch nicht aufbringen kannst. Aber ich kann es und ich kenne meinen Platz. Spione sind Werkzeuge des Volkes. Wir arbeiten und dienen so lange, bis wir unbrauchbar werden. Also gib dein Bestes in dieser brauchbaren Zeit, damit durch deine Kraft etwas geschaffen werden kann, das deinem Volk dient." Er teilte ihr sein Weltbild mit. Das Verständnis, das man ihm auf dem Weg seiner Karriere beigebracht und wohl auch vollends eingeflößt hatte. Als Spion war er nicht für seine eigenen Bedürfnisse unterwegs. Er schuf sich eine eigene Meinung, lebte aber nicht nach ihr. Er diente, mehr wohl noch als ein einfacher Soldat. Das waren seine Ansichten.
Akái ließ Eáránës Hände dann los, von denen sich eine direkt über sein Herz legte, das sofort mehrere Takte schneller schlug. Er hielt den Atem an. Weiterhin ruhte sein Blick auf ihr, wenn er jetzt auch etwas flackern mochte. Eignete sich die Nachtelfe wirklich für seine Welt; eine Welt der Spionage, Heimlichtuereien und des Daseins als jemand, der nur benutzt wurde und sich auch bewusst benutzen ließ? Er begann zu zweifeln, doch gehen lassen wollte er sie auch nicht. Ihre Nähe machte ihn benommen und er konnte die Umarmung kaum erwidern, so perplex stand er nun dicht an ihr heran, lauschte ihren Worten. Sein Mundwinkel zuckte.
"Ich bete zu Manthala, dass dir dein Verantwortungsbewusstsein hinsichtlich des Kristalls nicht im Weg stehen wird, wenn ich dich weiter ausbilde. Und ja ... natürlich bleibe ich."

Wolf, der beide beobachtete, senkte etwas den Kopf und entschied sich plötzlich dafür, lieber in der näheren Umgebung herum zu streunen und der aufmerksame Wächter der Gruppe zu sein. Eáránë und Akái waren schließlich mehr als beschäftigt. Der Nachtelf legte eine Hand an den Rücken seiner Begleiterin und Schülerin, strich dort sanft entlang. "Wie gehen wir nun weiter vor? Da du gegenüber der ganzen Welt eine Verantwortung hast, sollte ich mich nach dir richten, um dir keine Steine in den Weg zu legen."
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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Eáránë Fëfalas » Mittwoch 31. Juli 2013, 01:44

Waehrend die Nachtelfe zu ihrem Begleiter sprach, nahm er ihre Haende in die seine. Kurz stockte sie, sprach dann aber weiter. Er sah ihr in die Augen und streichelte mit seinem Daumen ueber ihren Handruecken. Er hielt sie noch immer, auch waehrend er begann zu ihr zu sprechen. Akai schien wohl doch zu verstehen in was fuer einer Situation sich die junge Fau befand. Sie befand sich gerade in einer Zwickmuehle und musste sich entscheiden, was wichtiger war. Entweder diente sie Tronas, indem sie ihr alles ueber den Kristall erzaehlte was sie in Erfahrung bringen wuerde, oder sie schwieg und diente somit ihrem Kristall und Celcia. Eigentlich fiel ihr die Entscheidng nicht schwer. Aber Akai machte es ihr ein wenig schwer, wenn auch nicht bewusst oder gar gewollt. Es tat ihr naemlich leid, dass sie es nun ihm schwierig machte und es wuerde auf ihn zurueckfallen. Earane wollte nicht, dass er wegen ihr bestraft wuerde. Sie hatte ihn schon zu sehr in ihr Herz geschlossen.
Die Diebin und angehende Spioninlauschte schweigend seinen Worten und erwiederte seinen Blick. Sein Weltbild stimmte sie ein wenig traurig und sie empfand grosses Mitleid mit ihm. Was hat dieser Mann nur durchmachen muessen, dass er scheinbar keinen Wert auf seine eigene Meinung legte? Akai liess ihre Haende los, die Nachtelfe legte einer ihrer Haende aber auf seine Brust. Es herrschte Stille zwischen den beiden.
Die Frau konnte nicht anders las ihn zu umarmen. Er erwiederte diese zunaechst nicht, doch sprach sie wieder zu ihm. Es war aber mehr ein Fluestern. Seine Antwort kam sofort und es fiel ihr ein Stein vom Herzen, als er bestaetigte, dass er bei ihr bleiben wuerde. Sie konnte ein ein Laecheln nicht verkneifen, das er nicht sehen konnte, da sie sich noch umarmten. "Ich hoffe auch, dass es mir nicht im Weg stehen wird." Und sie hoffte dies wirklich. Ungern wuerde sie die Ausbildung abbrechen. Waehrenddessen lief Wolf ein wneig herum, um auch die Umgebung im Auge zu behalten. Dies bekam seine Freundin eher am Rande mit, da sie sich noch Akai widmete. Dieser hatte eine Hand auf ihren Ruecken gelegt und strich sanft ueber diesen.
Earane loeste, wenn auch zoegernd, die Umarmung nachdem ihr Begleiter zu ihr gesprochen hatte. Sie sah erst ihn nachdenklich an, guckte kurz nach oben und schloss ihre Augen. Der Regen rieselte sanft auf ihr Gesicht und er hatte eine angenehme Temperatur. Die junge Nachtelfe atmete tief ein und langsam wieder aus. Nach einer Weile des Nachdenkens sah sie wieder zu Akai. Sie zuckte mit den Schultern. "Wir haben nach wie vor einen Auftrag zu erledigen. Lass uns usneren Weg weiter fortsetzen. Lass uns diesen Moth suchen. Ich werde Tronas aber bestimmt nichts ueber den Kristall verraten, das schonmal im Vorraus und ich hoffe, dass sie ihr Interesse daran verloren hat und dich nicht danach fragen wird, nachdem sie erfuhr, dass die Kristalle nicht mehr ihre urspruengliche macht besitzen. Wobei wir genug Zeit haben um ein Schlupfloch zu finden, sollte sie dich doch fragen." Mit ihrem Blick gab sie Akai zu verstehen, dass sie auch seine Situation verstand. Beide befanden sich in einer Zwickmuehle.
Wobei Earane ihre eher zu seiner machte, weshalb sie entschuldigend zu ihm blickte. Sie seufzte schwer. "Es tut mir so furchtbar leid, dass ich dir solche Schwierigkeiten bereite..." Und diese Entschuldigung war ernst gemeint. Sie fuehlte sich eher wie eine Last fuer ihn, als dass sie ihm irgendwie half. Umso mehr wunderte es sie, dass er sie scheinbar so gerne um sich hatte. Aber irgendie freute es sie.

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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Erzähler » Freitag 9. August 2013, 11:41

Akái machte deutlich, dass er die Lage seiner Begleiterin verstand. Ach, natürlich verstand er! Es war für ihn sicherlich auch nicht das erste Mal, dass er sich in einer ähnlichen Zwickmühle befunden hätte. Die Bürde eines Spions erforderte absolute Loyalität gegenüber dem Auftraggeber und wenn das die Stadtherrin des Nachtelfenreichs war, dann musste man sich eben ihr beugen. Soldaten hielten es nicht anders. Sie dienten meist ihrem Hauptmann und jener beugte das Knie vor einem Regierenden.
Akái hatte sich in dieser Hinsicht entschieden. Er war ein Diener seines Reiches und dessen Stadtherrin. Eáránë befand sich nach wie vor im Zwiespalt. Behutsam versuchte der Nachtelf, ihr die Sorgen zu nehmen. Er nickte. "Wir suchen Moth. Es hieß, er befindet sich nahe Andunie. Dann gehen wir dorthin. Alles andere wird sich klären, sobald wir ihn gefunden haben - die Informationen zum Kristall und weiteres. Lass uns darüber noch nicht nachdenken. Es ist nicht deine Schuld." Er wagte sich etwas vor, neigte sich der Nachtelfe entgegen. Im letzten Moment schloss er seine leuchtenden Augen, wandte sein Gesicht ab und stricht ihr nur wiederholt an der Wange entlang. "Du hast Recht, wir sollten weiter."
So stapfte er voran durchs Dickicht. Kaum dass Wolf dies bemerkte, war er wieder an Eáránës Seite. Fragend winselnd schaute er zu ihr auf, doch das Trio setzte seinen Weg fort. Sie wanderten lang und es war nicht gerade einfach. Der Wald bot ihnen Nahrung im Überfluss. Sie reisten bei Nacht, denn am Tage drangen Sonnenstrahlen selbst durch das dichte Nadeldach des Arus und sie mussten ihre Haut schützen. Schließlich näherten sie sich nach Tagen den einstigen Ruinen von Kosral, jetzt neu erwachte Stadt und regiert von den dunklen Völkern. Noch waren sie weit genug fort, um unentdeckt zu bleiben.
"Ich weiß, unser Auftrag beinhaltet auch, weitere Informationen über die Stadt und ihre Bewohner zu ermitteln, aber es ist zu gefährlich und Moth hat für mich höhere Priorität. Lass uns auf dem Rückweg nach dem Schicksal Kosrals schauen", hauchte Akái und entschied so für beide. Sie reisten weiter. Dieses Mal musste es noch vorsichtiger voran gehen, denn im Neldoreth gab es plötzlich dunkelelfische Patrouillen. Orks spazierten mit Wargen an der Leine durch den Wald, machten diesen unsicher. Zum Glück entkamen die beiden Nachtelfen ihnen immer rechtzeitig, denn Wolf suchte ihnen die sichersten Fährten. Es dauerte weitere Tage beschwerlicherer Reise und als ihre Vorräte langsam zu Ende gingen, fanden sie den Ilfar, der sie aus dem Neldoreth und auf die Stille Ebene führte. Sie folgten dem Flusslauf.

weiter bei: Die Stille Ebene -> Das Fischerdorf -> Rast im Fischerdorf
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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Erzähler » Montag 3. März 2014, 22:39

Dormian kommt von --> Das Grasland --> Die Reise beginnt

Einige Zeit war nun schon verstrichen, seit Dormian Arboris das letzte Mal diesen Wald betreten hatte. Nun befand er sich auf einer neuen Reise, neue Möglichkeiten würden sich ergeben, doch schon wieder musste er diesen für ihn wohl unfreundlichen Ort betreten. Es würde ihm aber nichts weiter übrig bleiben, denn schließlich ist dies der kürzeste Weg, sein Ziel zu erreicht: die Troll-Stadt Kroar.
Nach nur kanpp über einem Tag Wanderung hatte er den Wald erreicht. Die Ausläufer der Bäume reihten sich aneinander, liesen jedoch genügend Platz um einen Blick weiter voraus werfen zu können. Wald, bestehend aus Nadelbäumen bot einem einen wunderschönen Anblick, romantisch würde ihn so mach ein verliebtes Pärchen bescheiben. Grün über Grün "blühten" die Nadeln der Bäume, hohe braune Stämme säumten kaum sichtbare Pfade. Buschwerk und mit Moos durchdrungenes Gras bedeckte den Boden.

Es war noch nicht einmal ein halber Tag verstrichen, seit Dormian sein letztes Nachtlager verlassen hatte. Auch weiterhin war nicht sonderlich viel geschen, hin und wieder hatte er einen Vogel sehen können, aber von anderen Menschen war weit und breit keine Spur gewesen. Eigentlich seltsam, warum mochte wohl keine Seele unterwegs sein? Es sollte doch bestimmt zumindest Händler geben, die von einem Ort zum nächten reisten, aber selbst diese waren niergends zu erspähen gewesen.

Nun stand der junge Adept vor den Ausläufern des gigantischen Waldes. Sein kleiner Freund hockte ihm auf der Schulter, schaute ebenfalls in das neue Gebiet hinein.
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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Dormian Arboris » Dienstag 4. März 2014, 11:24

Dormian betrachtete die alten Fichten und Tannen, die sich wie eine braungrüne Mauer vor ihm auftürmten. Die rechte Hand schloss sich ruhig und doch fest um seinen Wanderstab, die Linke strich Elias über die Wange. Der Erdmagier hatte schon viel über den Arus gelesen. Sowohl die romantischen, als auch die finsteren Auslegungen der Schatten des Waldes. Die Nachtelfen hausten dort, ebenso wie andere Kreaturen, die sich sonst nirgendwo wohlfühlten. Er hatte einmal eine Geschichte von einem Jäger gelesen, der die Wölfe des Arus anführte und selbst zu einem solchen geworden war. Ob sie der Waheit entsprach? Dormian holte tief Luft und setzte einen Fuß vor den anderen in die dumpfe Stille des Waldes hinein.
"Die Sonne scheint sich alle Mühe zu geben, nicht wahr, mein Freund?", raunte Dormian gegen die drückende Stille an, als er der warmen Sonnenstrahlen gewahr wurde, wenn er die sonnigen Flecken inmitten der Düsternis betrat, die sich durch die dicht aneinanderstehenden Bäume kämpften. Das Eon-Männchen zitterte leicht und wühlte sich in die geborgenen Untiefen der Kapuze seines Herrchens, der sich ein beruhigendes Lächeln aufzwang. Mit der Sicherheit von Zyranus´ Straßen hatte dieser Ort trotz der romantisierten Atmosphäre nicht mehr viel gemein.

Etwa eine Stunde später blieb Dormian stehen, um eine kurze Rast einzulegen. Der Pfad hatte ihn bis jetzt zielstrebig in die gleiche Richtung geführt, nichts Ungewöhnliches war geschehen. Seufzend und froh, seinen Füßen eine Rast zu gönnen, ließ er sich auf einem Stein am Wegesrand nieder und kramte aus seinem Rucksack das Schwarzbrot seiner Mutter hervor. Er brach sich ein Stück davon ab, verstaute es wieder und begann, darauf herumzukauen. Die Umgebung im Auge behaltend, reichte er ein paar Krümel seiner Mahlzeit mit der Hand nach hinten, woraufhin Elias hervorgekrochen kam, um schnurrend auch sein Mahl zu verputzen. Der Erdadept griff sich einen kleineren Stein und konzentrierte sich auf die Magie in seinem Inneren.
"Urgeist, weise mir den Pfad deiner Macht. Zeige mir den Norden, du mächtiger Fels unter meinen schwachen Füßen", murmelte er und ließ den Kiesel mit einer fließenden Handbewegung vor sich auf den Pfad fallen. Sofern der Urgeist ihn erhörte, würde der Stein sich nach der Landung, nachdem er ruhig liegen blieb, ein paar Fußlängen nach Norden hüpfen. Neugierig betrachtete das Eon die Gebärden seines Meisters und setzte einen fragenden Gesichtsausdruck auf, während sein kleiner Schweif sanft hin und herwiegte, während die Ohren trotzdem in alle Himmelsrichtungen huschten. Wer wusste, welche Kreaturen sich wirklich hier verbargen...

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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Erzähler » Sonntag 26. April 2015, 12:47

Der Stein kullerte raschelnd noch ein kleines Stück über den mit abgestorbenen Baumnadeln übersäten Waldboden, ehe er liegen blieb. Ein, zwei Herzschläge lang schien dann gar nichts zu passieren, und Elias schnupperte bereits desinteressiert an Dormians Kapuze. Wer wusste schon, wozu die Menschen Steine durch die Gegend warfen?
Aber dann kam doch Bewegung in den Kiesel: er rollte ein sehr kurzes Stück, dann hüpfte er gar, wie von einem Miniatur-Erdbeben geschüttelt über den Boden und zeigte damit recht deutlich eine Richtung an. Grob in diese Richtung verlief auch der Pfad weiter, wich aber etwas in östlicher Richtung ab. Wer wohl überhaupt diesen Pfad nutzte und wohin er führte?

Zum Glück musste Dormian nicht fürchten, wieder an die gleichen Stellen zu kommen wie auf seinem Weg, um die entführte Leliana und die anderen Mädchen zu retten - das alte Gut der Familie Faust befand sie eher in südöstlicher Richtung.
Aber würde dieser Pfad, auf dem er sich jetzt befand, ihn ernsthaft direkt in die Trollstadt Kroar bringen? Wer würde da schon hin wollen? Ein Handelsweg nach Morgeria war genauso absurd. Am wahrscheinlichsten schien es, dass dieser gutteils nach Norden verlaufende Pfad zu diesem seltsamen Kloster führen würde, von dem Dormian mal gelesen hatte, als er sich mit der Geographie rund um Zyranus befasste. Das Kloster war dabei genannt worden, weil dort die Energiemagie gelehrt wurde, was für Magier immerhin ein wissenswertes Detail zu sein schien. Davor durchschnitt der Fluß Tangros den Arus.
Deutlich vorher würde sich Dormian jedoch in östliche Richtung bewegen müssen. Ob es in diese Richtung dann überhaupt Wege gab? Immerhin... ein Blick in die Tiefen des Waldes bestätigte wieder einmal das, was er bisher schon über den Arus gelernt hatte: Mit dichtem Unterholz hatte man eher selten zu kämpfen, und durch die unten oft noch kahlen Stämme hatte man meist einen recht guten - und eintönigen - Überblick. Moose herrschten am Boden vor, und immer wieder dürre Zweige von jungen Birken, Espen oder anderen Gewächsen, die versuchten, sich einen Platz an der Sonne zu erobern. Wenn es doch unwegsam wurde, handelte es sich ab und an um Heckengewächse, die größere Flächen einnahmen, wie Blaubeeren oder Heckenkirschen. Jetzt im Herbst mochten diverse Früchte oder auch Pilze sogar reif sein und wären eine schöne Ergänzung des Speiseplans - wenn man wusste, was genießbar war...

Während der junge Magier seine Gedanken in diese und jene Richtung schweifen lassen mochte, setzte er seine nächsten Schritte... als der geworfene Stein plötzlich noch einmal hüpfte. Mit einer deutlichen Zeitverzögerung zu seiner vorigen Bewegung und, soweit Dormian es einschätzen konnte, in nordöstliche Richtung.
Elias miaute fragend, kletterte ein kurzes Stück an Dormian hinunter um auf den Boden zu springen und sich vorsichtig diesem lustigen großen Kiesel zu nähern und ihn zu beschnuppern. Aus magietheoretischer Sicht konnte der Erdmagier sich keinerlei Reim auf dieses gerade beobachtete Phänomen machen. Er hatte doch nicht geträumt oder sich was eingebildet? Was war das jetzt?
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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Dormian Arboris » Freitag 1. Mai 2015, 17:36

Der junge Erdmagier nickte zufrieden, als sein Zauber die erwartete Wirkung erzielte und ihm den Weg nach Norden zeigte. Er wusste zwar nicht, ob diese Richtung einzuschlagen der schnellere Weg war, Kroar zu erreichen, doch er vertraute auf seine Studien bezüglich der Pfade und Wege des Arus und machte sich daran, seinen Weg fortzusetzen. Dormian schnalzte mit der Zunge und setzte den ersten Fuß voran, als etwas Seltsames geschah. Der von ihm verzauberte Stein machte einen weiteren Satz nach Nordosten. Der Zyraner verharrte und sah ungläubig auf den Kiesel hinab, der sich ohne sein Zutun ein weiteres Mal bewegt hatte. Jetzt verstand er auch, weshalb sich Elias an seinen Kleidern nach unten geschlängelt hatte.
"Nanu?", entfuhr es ihm ungläubig und er bückte sich nach dem Steinchen. Es schien auf den ersten Blick völlig normal zu sein... ein Stein eben. Dormian richtete sich wieder auf und sah sich aufmerksam um. Elias miaute und spitzte die Ohren nach allen Richtungen. Wenn sich wilde Tieren oder andere Menschen nähern würden, so konnten sie das feine Gehör seines pelzigen Begleiters nur schwer austricksen. Doch das Eon verhielt sich recht gewöhnlich. Kein Magier oder ein anderes Lebewesen schien sich in der Nähe aufzuhalten, wenn man von dem verhaltenen Vogelzwitschern absah. Dormian schloss die Augen und griff seinen Stab fester. Er suchte nach der Magie in seinem Inneren, berührte sie und weckte sie sanft, um ihr einen Zauber zu entlocken.
"Verrate mir...", wisperte er konzentriert und mit leiser Stimme, "...wer wandelt auf meinen Pfaden?"

Dormian wirkte den Erdbefragungszauber. Er versuchte, herauszufinden, was sich in seiner Nähe auf dem Boden befand oder sich bewegte. Für ihn fühlte es sich stets so an, als würden sich Wurzeln durch seine Stiefelsohlen in das Erdreich darunter graben und wie tastende Fühler die Umgebung auskundschaften. Berührten sie beispielsweise ein Kaninchen, so wusste er, wo sich dieses gerade befand. Der Magier beschloss, einen etwas größeren Bereich auszukundschaften, auch wenn dies um einiges anstrengender werden sollte. Sein Vertrauen galt Elias, dass sich nichts in unmittelbarer Nähe aufhielt. Er würde schon den Zauberer oder das Phänomen finden, dass soeben seinen Kiesel hatte hüpfen lassen. Sofern sich nichts auffand, wollte er den Weg nach Nordosten fortsetzen. Vielleicht war der zweite Hüpfer ja ein Zeichen gewesen?

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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Erzähler » Dienstag 5. Mai 2015, 14:12

"Verrate mir...", wisperte er konzentriert und mit leiser Stimme, "...wer wandelt auf meinen Pfaden?"

Die Wahrnehmung des jungen Magiers verschob sich wie gewohnt und er spürte den "Sinnen" der Erde nach, die er gerade um Auskunft fragte. Aber wo sollte er mit der Suche beginnen? Nun ja, zunächst gewiss dort, wo der Kiesel sich bewegt hatte... was nicht weit weg von ihm war. Und nach was wollte er suchen? Vorzugsweise wohl menschenähnliche Wesen, aber auch Tiere waren als Ursache für das Beobachtete vermutlich nicht völlig auszuschließen. In der unmittelbaren Nähe des Steins ließ sich kaum aufschlussreiches finden. Sobald Dormians Gespür etwas tiefer ging, begann er bereits, auf die ersten Käfer unter den abgestorbenen Nadeln oder gar auf Geschöpfe wie Regenwürmer innerhalb der Erde zu stoßen... wenig hilfreich.
Durch seine Übungen und sogar durch das Wissen seines Urahnen, auf das Dormian teilweise zurückgreifen konnte, war er wenigstens recht versiert darin, den "Sinnen" der Erde die gewünschten Informationen zu entlocken. Schließlich konnte ihm der Boden im Prinzip nur mitteilen, welches Gewicht auf ihm ruhte und in welcher Form; der Magier konnte also unterscheiden, ob irgendwo zwei gefüllte Stiefel auf der Erde standen oder vier Hufe und daraus seine eigenen Schlüsse ziehen.
In der Nähe des Steines schien zwischen einigen Blättern eine Kröte oder ein größerer Frosch zu hocken - hatte das Tier etwa von ihm unbemerkt den Stein auf dem Rücken gehabt oder ihn beim Hüpfen weggeschleudert? Dormian hätte aber keine andere Bewegung oder gar das Tier selber in dem Moment gesehen. Hatte er zu wenig darauf geachtet? Es schien ihm eher abwegig, wenn auch nicht unmöglich.

"Wer wandelt auf meinen Pfaden?" - eine ebenfalls eher wenig präzise Angabe, und ein Teil des Zaubers, der solche Worte als Richtlinie verwendete, weitete die Suche zunächst auf den Bereich aus, den Dormian zuvor längs gegangen war. Er hatte, ohne es zu merken, eine Ameisenstraße gekreuzt... für wenige Momente nahm er mit den magischen Fühlern aberdutzende winziger Füße war, die über den Boden krabbelten.... brrrr! Die Suche wurde schnell nicht nur geistig anstrengend, sondern auch frustrierend. So leer das Stück Nadelwald für das ungeübte Auge wirkte, so quicklebendig war die Umgebung doch im Kleinen: hier ein Maulwurf, der sich zwischen den Wurzeln eines Baumes gerade an die Oberfläche grub, dort ein Kaninchen, das einige Meter entfernt hastig über den Boden hoppelte und in einem Bau verschwand. Noch ein Stückchen weiter weg stemmten sich vier Pfoten auf die Erde und sprangen kaum einen Lidschlag später auf die Stelle zu, wo das Kaninchen gewesen war... vom Gewicht her wohl ein Fuchs. Anderswo zwei kaum fingerlange Füße, die ein recht kompaktes Gewicht trugen und im Verhältnis dazu ziemlich schnell ebenfalls scheinbar flüchtend irgend wo hin zu huschen schienen. Dormian konnte die mögliche Gestalt nicht ganz zuordnen - ein anderes Eon?
Nichts, was darauf schließen ließ, dass irgendwo halbwegs in der Nähe ein Magier versteckt stünde und sich einen Spaß mit ihm erlaubt hätte.

Als der Magier den Zauber endlich beendete, fühlten sich seine Gedanken ein paar Momente stumpf an, als hätte er längere Zeit bei brüllendem Lärm einen vollen Marktplatz überquert und stünde plötzlich wieder in einer stillen Gasse. Außerdem blieb einige Minuten die Einbildung, dass seine Haut juckend an mehreren Stellen kribbelte - zu viele Käfer und Ameisen hier, bah!
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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Dormian Arboris » Donnerstag 21. Januar 2016, 15:49

Dormian entzog sich nach einer Weile der Wirkung seines Zaubers und atmete tief durch, um seine Sinne wieder zu sammeln. Er öffnete die Augen und schaute sich in seiner Umgebung um. Die Magie hatte gewirkt, doch vermochte sie ihm nicht zu helfen. Elias kletterte flink wieder auf die Schulter seines Meisters und rieb seinen Kopf an dessen Wange. Ein Miauen riss den Erdmagier aus seinen Überlegungen und er zuckte schließlich mit den Schultern.

"Wenn Logik und Magie nicht helfen, dann eben dem Bauchgefühl folgen."

Also schlug Dormian die nordöstliche Richtung an, in die der Kiesel unvorhergesehen gehüpft war. Seinen Wanderstab fest in der einen Hand, die andere am Gürtel seiner Robe verstaut, folgte der Zyraner so zielstrebig wie möglich der Richtung und achtete stets darauf, sich nicht zu verlaufen. Während dieser bisher ereignislosen Wanderung gingen dem jungen Mann viele Gedanken durch den Kopf. Was trieben Rufus Faust und seine Schergen in diesem Moment? Wussten sie bereits von seiner Reise und dass er die schützenden Mauern der magischen Stadt verlassen hatte? Auch über Kyras, seinen Erzfeind aus Kindertagen, dachte er so manchen Augenblick nach. Es war ein grausames Gefüge des Schicksals, dass sein Kindheitsfeind (ein Verhältnis, dass sich desöfteren im Erwachsenenalter aufbesserte oder sich schlicht verlor) tatsächlich zum Handlanger eines gefährlichen Nekromanten geworden war? Es war eine grausame Ironie, doch ließ sich die Situation nicht ändern, wenn man seinen Geist mit ihr trüben ließ. Sein Urahn Lucrecious Dinivan Arboris hatte ihm den Weg gezeigt, den er nun mit aller Überzeugung und vollem Mut antreten würde. Die Macht der Erdmagie, der Erhaltung... einer der drei Pfade, der allgegenwärtigen Dreieinigkeit des Elements. Er würde sie meistern und zu einem Erzmagier heranwachsen, vor dem sich alle Lebewesen fürchten würden, die Zerstörung im Sinn hatten.

Als hätte Elias die finstere Entschlossenheit des Adepten gespürt, miaute sie tadelnd und rüttelte ihn wieder in die Wirklichkeit.
"Verzeih mein Freund... ich habe den Kopf in den Wolken", seufzte Dormian und beschloss, im Schatten einer alten Tanne eine kurze Verschnaufpause einzulegen. Hätte man ihn gefragt, wie lange er in Gedanken nach Nordosten gewandert war, er hätte nicht sicher antworten können. Also tat Dormian, was er für das einzig Richtige in diesem Moment hielt. Seinen Reiseproviant anzapfen.

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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 23. März 2016, 15:33

Der Magier war tatsächlich ein recht gutes Stück voran gekommen, auch wenn er nun gänzlich "querfeldein" lief, eben der Richtung des letzten seltsamen Steinhüpfers folgend. Rein vom geographischen Aspekt her konnte er damit ohnehin nicht völlig verkehrt liegen. Mehr Probleme hätte er bekommen, wäre der Stein nach Süden oder gar Westen gehüpft...

Nur merkte Dormian zunehmend, dass dieser leichte Marsch ohne besondere Behinderungen nicht ewig so weiter gehen würde: Das Gelände stieg allmählich an, immer öfter konnte er steile Hänge ausmachen, an denen er hochklettern müsste - oder sich vielleicht auch Stufen in das Erdreich formen konnte? Der Untergrund wurde deutlich felsiger. Bäume, die unter ihrer eigenen Last an einer solchen Erdkante abgebrochen waren, waren ein immer häufigerer Anblick geworden. Er bewegte sich schnurstracks auf den Grenzbereich des Gebietes zu, das den Aufzeichnungen nach von den Nachtelfen beansprucht wurde... Ob er diesen begegnen würde? Sie sollten nicht unbedingt angenehme Zeitgenossen sein, allgemein war vor ihnen eher gewarnt worden. Allerdings mieden sie das Tageslicht und sollten ausgedehnte Höhlensysteme unter der Erde bewohnen.

Es war später Nachmittag geworden und Dormian beschloss, im Schatten einer alten Tanne eine kurze Verschnaufpause einzulegen. Der Boden war weich, denn fast überall bildeten abgefallene Nadeln eine beige Decke auf der Erde. Die Tanne sah stabil aus und war von einigen Hecken flankiert, die Windschutz und ein gewisses Gefühl von Privatsphäre boten.
Umso überraschter war der Magier, als beim Niederlassen, als er sich mit seinem vollen Gewicht kurzfristig auf ein Bein stützte, eben dieser Fuß plötzlich im Erdboden einzusinken begann und dann unter dem Rieseln von Erde und dem Reißen dünnerer Wurzeln bis gut übers Knie in einem sich bildenden Erdloch verschwand! Irgend etwas unter seiner Sohle knirschte und knackte und für einen Augenblick musste Dormian fürchten, mit dem Fuß schmerzhaft umgeknickt zu sein - das könnte er nun gar nicht gebrauchen! Sein Fuß suchte instinktiv festeren Stand und trat auf irgend etwas herum, wieder knackte und knirschte es mehrfach.
Der Schmerz schien aber halb so wild, und als er das Gefühl hatte, dass seine Position das erste Mal wieder stabil war, konnte er einmal durchatmen.

"Ich fasse es nicht! Das kann nicht wahr sein, WAS, verdammter großer Esel, hast du da getan?! Ich bin erledigt! Neiheeeiiiin!" An ein plötzlich eintretendes Gezeter einer... männlichen Stimme, die irgendwie seltsam klang, schloß sich fast schon theatralisches, aber auf jeden Fall dramatisches Geheule an. Es klang wie ein erwachsener Mann - der im Stimmbruch war.
In den Brombeerbüschen neben der Tanne raschelte es und Elias war wie ein Wirbelwind hoch zur Schulter seines Freundes geschossen, krallte sich in diese und fauchte die Brombeeren an, die niedlichen Pinselohren böse nach hinten gelegt!
Sehen, wer da so fürchterlich schimpfte, konnte der Magier im ersten Moment nicht.
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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Erzähler » Freitag 2. November 2018, 09:49

(Marga kommt von: Ein erhabener Anblick)

Einige Stunden später erreichten sie eine erste Landmarke, die sie auf den Karten ausgemacht hatten und machten eine kleine Pause, damit sich alle die Beine vertreten konnten, etwas aßen und sich erholten. Marga und Protho rollten eine Karte aus und bestimmten ihre Position und die Richtung in die sie dann weiter fliegen wollten, während Ragna herum tollte, schnüffelte und Gras kaute. Auch hier war es kalt, aber nicht so zugig wie im Gebirge. Die niedrigere Lage machte das Klima angenehm. Bei der Landung waren auch nur ein paar Tiere geflüchtet und sonst hatten sie auch noch keinen Menschen gesehen. Sie hielten sich von den Schneisen frei, die Wege in den Wald schnitten und sobald Ignizor mit seinen scharfen Augen irgendwo eine Bewegung ausmachte, korrigierten sie ihre Flugrichtung. So dauerte die reine Reisezeit wohl etwas länger, aber sie versetzten auch nicht das Land, was keine Drachen mehr kannte, in heillose Panik. Prothostreckte seinen Arm aus, zeigte in eine Richtung und meinte dazu noch:
„Hier in der Gegend lebten früher Elfen im Untergrund, so weit ich weiß. Westlich von hier, befindet sich ein Eingang in ihre Welt, aber sie waren schon damals nicht sehr gastfreundlich. Sie nennen sich Nachtelfen, aber ich nenne sie Maulwürfe. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass sie etwas mit diesen Spinnen zu tun haben, die du auf deiner Reise gesehen hattest. Manche von ihnen hatten echt nen Knall! Wir sollten hier nicht zu lange herumsitzen.“
Also tippte Marga noch einmal auf die Stelle, wo sie von den Spinnen verschleppt worden war und wo sie sich eigentlich mit Orok hatte treffen wollen. Bis dahin war es noch ein Stück, aber im Flug verging die Zeit schnell.

(weiter bei: Am Rande des Neldoreth)
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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Erzähler » Freitag 13. November 2020, 22:24

Sarin kommt von Der Wald Arus -> Das Reich der Nachtelfen -> Eine nicht ganz romantische Kutschfahrt

Der Aufstieg dauerte Stunden. Sarin Kasani konnte sich letztendlich glücklich schätzen, nicht selbst gehen zu müssen. So breit die Stufen hinaus aus dem Reich der Nachtelfen auch waren, die Erklimmung der Wendeltreppe führte selbst bei erprobten Vertretern ihres Volkes zu Benommenheit. Sarin musste sich lediglich an das Schaukeln ihrer Sänfte gewöhnen, in der sie die Reise zur Oberfläche in Angriff nahm. Zusammen mit den zugezogenen Vorhängen lud es aber auch zu einem Schläfchen ein und so hatte Sarin sicherlich einige Zeit hinter sich gebracht. Irgendwann aber fiel ihr die Veränderung ihrer Position auf. Es fühlte sich nicht mehr ganz so an, als befände sie sich in einer leichten Schräglage. Plötzlich ruhte sie ausbalanciert zwischen den weichen Samtkissen. Sie hörte einige harsche Worte jenseits des Vorhangs. Jemand rief Befehle und das unangenehm laut. Nicht minder lautstark antworteten mehrere Stimmen im Chor. Dann ging ein leichter Ruck durch ihre Sänfte und sie senkte sich. Die Träger mussten sie abgesetzt haben. Hieß das...?
"Sarin? Seid Ihr wohlauf?" Da man nur schwer an einen Vorhang anklopfen konnte, wagte es Dhansair, ihn vorsichtig beiseite zu schieben. Das sanfte Lächeln und die fliederfarbenen Augen begrüßten sie. Er sah ein wenig erschöpft aus. Das unangenehme Gespräch zwischen ihr und seinem Vater während der Kutschfahrt, sowie die begonnene Reise strengten ihn offensichtlich an. Dennoch bemühte er sich darum, Sarin gegenüber weiterhin freundlich zu bleiben. "Ihr habt Glück", sprach er weiter. "Denn obwohl es Tag ist, befinden wir uns in der Zeit der dunklen Tage. Lysanthors verfluchtes Sonnenlicht dringt kaum durch die Wolkendecke." Er trat zurück und bot ihr seine schlanke Hand an, damit sie bequemer der Sänfte entsteigen könnte. "Ich weiß so wenig über Euer Volk und bin nicht sicher, ob das Licht Euch noch immer etwas anhaben kann. Die Nachtelfen, die mir in Morgeria begegnet sind, zeigten sich zu dieser Jahreszeit unverschleiert. Tretet trotzdem zunächst in den Schutz der Bäume."
Bäume. Sarin waren Pflanzen nicht unbekannt, denn selbst im Reich der Nachtelfen, unter der Erde, gab es den einen oder anderen Gärtner. Vor allem Pilze gediehen dort mehrere Mannshöhen empor, aber hatte sie je zuvor einen richtigen Baum gesehen? Nun, sie bekam Gelegenheit dazu. Die mächtigen, dunkelbraunen Stämme streckten sich dem düsteren Himmel entgegen. Schmale Zweige hingen Federfächern gleich wie ein schützender Schirm auf sie herab. Myriaden grüner Nadeln bildeten das Federkleid dieser Fächerung. Es wirkte beinahe weich, doch sobald Sarin einen dieser Bäume berührte, bemerkte sie, dass seine Blätter eher grünen Nadeln glichen.
Iryan, der wie immer an der Seite seines Herrn stand, neigte sich zu Sarin herüber und erklärte ihr mit der Geduld eines Felsens: "Wir befinden uns im Arus, dem wol größten Nadelwald Celcias. Seht dort! Tanne, Fichte, Kiefer. Sie alle wachsen hier. Diese Baumart hier ist mir aber auch unbekannt. Ich wusste nicht, dass Nadelbäume braun werden und ihre Nadeln auch abwerfen. Oh und dort vorn wachsen Blautannen! Seht Ihr den seichten Schimmer auf den Nadeln?"
Sarin offenbarte sich hier etwas, das Nachtelfen der Unterwelt nicht unter wenigen Umständen erleben durften: Florencias und Phauns Gaben in voller Pracht. Sie konnte kleine Waldtiere im Dickicht erkennen. Vor allem Vögel hockten in den Zweigen der Bäume. Ein Igel huschte zwischen gefallenen Nadeln umher, auf der Suche nach Würmern und anderen Nahrungsquellen, die ihm über die kälteren Jahreszeiten bringen würden. Zwei rotbraune Eichhörnchen huschten an der knorrigen Rinde einer dicken Kiefer empor.
Vielleicht lenkte aber auch eine andere Aussicht ihre Aufmerksamseit auf sich. Auch wenn graue Wolken einen Schein aus Zwielicht über alles legten und ihn verdeckten, so mochte der erste Anblick von Himmel für Sarin etwas Besonderes sein. Wie die Decke der vertrauten Nachtelfenhöhlen stülpte sich dieses Konstrukt aus stahlgrauen Wolken und winzigen, blaugrauen Himmelsfetzen über die Welt und doch war es nicht mit dem geborgenen Gefühl einer Höhle zu vergleichen. Nichts am Himmel wirkte auch nur ansatzweise gewölbeartig. Diese seltsame Dachkuppel erweckte das widersprüchliche Gefühl unsagbarer Weite. Wie er wohl aussah, wenn Manthalas Mond sich dort oben zeigte? Vonwegen Glück! Es war Tag. Sarin konnte das größte Symbolbild ihrer Göttin noch nicht sehen. Sie würde warten müssen, aber sie konnte guter Hoffnung sein. Eine der von ihr vorgestellten Tradition war von ihrem verachtenswerten Schwiegervate in spe tatsächlich angenommen worden. Sie und ihr Verlobter Dhansair würden eine Mondblume suchen dürfen und diese wuchsen nur bei Nacht. Früher oder später sollte der Mond sich doch zeigen. Und dann würde ein weiteres Abenteuer beginnen, wenn Dhansair und Iryan wirklich mit ihr zusammen fliehen würden. Bis dahin musste sie über die Faszination der Oberfläche hinweg kommen.
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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Sarin Kasani » Donnerstag 19. November 2020, 12:25

Es ging los.
Das Tor zum Reich der Nachtelfen spaltete sich und Sarin erhielt zum ersten Mal in ihrem Leben einen Blick auf die steinernen Wendeltreppe. Schon hier erfasste sie Staunen und ein Gefühl der Aufregung. Sie sah nachtelfische Arbeiter, die Kisten und Säcke in Nischen trugen, umverteilten, und Waldläufer die sich auf ihre "Mission an die Oberfläche" vorbereiteten. Es erinnerte an einen Ameisenbau mit wenig Einwohnern. Sie wurde zu einer prunkvollen Sänfte dunkelelfischer Machart geführt. Ein verhüllter Diener, offenbar ebenfalls einer des Fürsten, trat aus der Menge der Abreisenden. Mit überaus höflicher, aber auch seltsam vertrauter Geste zog er den Vorhang zurück, um Sarin anschließend in die Sänfte zu helfen und sie dachte nur kurz:
Ob das der Diener war, der mit den Zettel zugesteckt hatte?
Doch weiter kam sie nicht. Sie nahm ihn ihrer Sänfte platz und stellte schnell fest, dass es die beste Entscheidung sein würde, jetzt ein bisschen zu schlafen. Die Vorhänge wurden zugezogen, ehe man das Transportmittel anhob. Ein Gespräch war absolut nicht möglich und es herrschte Finsternis. Das leichte Schaukeln der Sänfte lud ebenfalls dazu ein und letztendlich dauerte der Aufstieg gefühlt mehrere Stunden. Sarin döste nach der Aufregung der vergangen Tage und nach den vielen anstrengenden Arbeitsstunden und dem Spinnen von Fluchtplänen schnell ein.

Der Aufstieg dauerte Stunden, die sie verschlief. Irgendwann aber fiel ihr die Veränderung ihrer Position auf. Es fühlte sich nicht mehr ganz so an, als befände sie sich in einer leichten Schräglage. Plötzlich ruhte sie ausbalanciert zwischen den weichen Samtkissen. Sie hörte einige harsche Worte jenseits des Vorhangs. Jemand rief Befehle und das unangenehm laut, was sie gänzlich aus ihrem Schlummer holte. Nicht minder lautstark antworteten mehrere Stimmen im Chor und sie setzte sich auf. Dann ging ein leichter Ruck durch ihre Sänfte und sie senkte sich. Die Träger mussten sie abgesetzt haben. Schnell ordnete sie ihre Kleidung.
"Sarin? Seid Ihr wohlauf?"
Da man nur schwer an einen Vorhang anklopfen konnte, wagte es Dhansair, ihn vorsichtig beiseite zu schieben. Das sanfte Lächeln und die fliederfarbenen Augen begrüßten sie und Sarin lächelte ihm erfreut entgegen.
„Sind wir da?“
, fragte sie ein wenig überflüssig, aber die Worte mussten einfach raus.
"Ihr habt Glück...Denn obwohl es Tag ist, befinden wir uns in der Zeit der dunklen Tage. Lysanthors verfluchtes Sonnenlicht dringt kaum durch die Wolkendecke."
Er trat zurück und bot ihr seine schlanke Hand an, damit sie bequemer der Sänfte entsteigen könnte.
Gut...auf ins Abenteuer.
Sie ergriff seine Hand mit ihrer und ließ sich hinaus helfen, während er noch warnende Worte nachsetzte:
"Ich weiß so wenig über Euer Volk und bin nicht sicher, ob das Licht Euch noch immer etwas anhaben kann. Die Nachtelfen, die mir in Morgeria begegnet sind, zeigten sich zu dieser Jahreszeit unverschleiert. Tretet trotzdem zunächst in den Schutz der Bäume."
Bäume.
Nun, sie bekam Gelegenheit dazu welche zu sehen. Die mächtigen, dunkelbraunen Stämme streckten sich dem düsteren Himmel entgegen und Sarin Blick wanderte staunend an ihnen hinauf. Schmale Zweige hingen Federfächern gleich wie ein schützender Schirm auf sie herab. Myriaden grüner Nadeln bildeten das Federkleid dieser Fächerung. Es wirkte beinahe weich, doch als Sarin einen dieser Bäume berührte, bemerkte sie, dass seine Blätter eher grünen Nadeln glichen. Sie rieb sich die piksebden Fingerbeeren und lächelte aber. Iryan, der wie immer an der Seite seines Herrn stand, neigte sich zu Sarin herüber und erklärte ihr mit der Geduld eines Felsens:
"Wir befinden uns im Arus, dem wohl größten Nadelwald Celcias. …
Nadelwald...wie passend...für die Ankunft einer Schneiderin.
Sie folgte mit dem Blick seinen Erklärungen und kam aus dem Staunen garnicht mehr heraus.
„...Seht dort! Tanne, Fichte, Kiefer. Sie alle wachsen hier. Diese Baumart hier ist mir aber auch unbekannt. Ich wusste nicht, dass Nadelbäume braun werden und ihre Nadeln auch abwerfen. Oh und dort vorn wachsen Blautannen! Seht Ihr den seichten Schimmer auf den Nadeln?"
Sarins Lippen flüsterten ihre Gedanken:
„..wunderschön...“
Florencias und Phauns Gaben trafen sie mit voller Pracht. Sie konnte kleine Waldtiere im Dickicht erkennen. Vor allem Vögel hockten in den Zweigen der Bäume.
Kleine Wesen...wie Fledermäuse in den Höhlen nur... mit Federn und so bunt!
Ein Igel huschte zwischen gefallenen Nadeln umher, auf der Suche nach Würmern und anderen Nahrungsquellen, die ihm über die kälteren Jahreszeiten bringen würden. Zwei rotbraune Eichhörnchen huschten an der knorrigen Rinde einer dicken Kiefer empor. Sarin staunte über die Welt.
Dann aber lenkte eine andere Aussicht ihre Aufmerksamkeit auf sich. Auch wenn graue Wolken einen Schein aus Zwielicht über alles legten und ihn verdeckten, so war der erste Anblick von Himmel für Sarin etwas Besonderes. Wie die Decke der vertrauten Nachtelfenhöhlen stülpte sich dieses Konstrukt aus stahlgrauen Wattebällchen, die sich dicht an dich aneinander drängten und winzigen, blaugrauen Seidenschleiern über die Welt. Nichts am Himmel wirkte auch nur ansatzweise gewölbeartig. Diese seltsame Dachkuppel erweckte das widersprüchliche Gefühl unsagbarer Weite und Sarin bekam das mulmige Gefühl, wie wenn man in einen bodenlosen Abgrund schaute. Nur war dieser Abgrund nicht dunkel, sondern für ihre Augen immernoch strahlend hell. Tränen bildeten sich in ihren Augenwinkeln. Sie bekam kurz ein wenig Höhenangst und sah lieber wieder auf den Boden. Aber ihre Neugierde obsiegte über dieses flaue Gefühl im Magen und sie fragte sich, wie der Himmel wohl aussah, wenn Manthalas Mond sich dort oben zeigte? Es war Tag, aber zum Glück war die Sonne, Lysanthors Antlitz für diese Welt verborgen hinter Schleiern. Vorsichtig trat sie von Schatten zu Schatten und achtete darauf, dass ihr Mantel nun gut geschlossen war. Jetzt war auch ein guter Zeitpunkt um den Schleier aus ihrer Kapuze zu ziehen, ihn sich vor Mund und Nase zu legen und die Kopfbedeckung hoch zu schlagen, so dass nur noch ihre Augen durch einen schmalen Spalt die Welt erkundeten. Und diese Welt war unglaublich!
Sarin konnte das größte Symbolbild ihrer Göttin noch nicht sehen. Sie würde warten müssen, bis der Mond sich zeigen sollte, aber sie konnte guter Hoffnung sein. Derweil ließ sie sich begleitet von Dhansiar und Iryan durch den Wald führen. Sie und ihr Verlobter würden eine Mondblume suchen dürfen und diese wuchsen nur bei Nacht. Und dann würde ein weiteres Abenteuer beginnen, wenn Dhansair und Iryan wirklich mit ihr zusammen fliehen würden.
Bis dahin muss ich über die Faszination der Oberfläche hinweg kommen! Ich darf nicht bei jedem neuen Ding mit offenem Mund stehen bleiben. JETZ aber muss ich genau das tun, damit meine Rolle stimmig bleibt. Ich muss noch lange unscheinbar, unschuldig und fremd dieser Welt erscheinen. ...und ich muss schnell lernen.
Also fragte sie den beiden Männern sprichwörtliche Löcher in den Bauch. Ihre Iris hatte sie zu Stecknadelfeinen kleinen Punkten zusammen gezogen und wirkte so nun viel heller im Licht des Tages. Sarin schirmte ihre schmerzenden Augen gegen das grelle Licht ab und trug die Kapuze tief. Hin und wieder wischte sie sich eine Träne aus den brennenden Augenwinkeln. Spaziergänge am Tag waren noch lange keine reine Freude und es würde Zeit brauchen, bis sie sich daran gewöhnen könnte. Trotzdem war es hier auch …
Wunderschön!
Allein die Farben der Oberwelt waren so viel intensiver, als jemals eine Fackel, oder das Glühen eines Kristalls sie hatte erleuchten können. Mit schon fast beruflichem Interesse musterte sie die Farben der Blätter und dann die Farben der Kleidung ihrer Begleiter in diesem neuen Licht. Alles wirkte so anders. Ihre Schneiderseele kombinierte die Nuancen dieser Welt neu und wob neue Muster in die Symphonie dieser Eindrücke. Sie war wie ein Kind, das die Schönheit der Welt bestaunte und sog das alles in sich auf. Gierig tastete sie mal hier mal dort hin und musste vielleicht auch manches mal zurück gehalten werden. Die Pilze waren hier kleiner aber sie entdecke einen, der eine feuerrote Kappe und weiße kleine Noppen hatte. Er wuchs mit anderen in einem Kreis und sie bestaunte die Schönheit dieses Ortes. Doch sie ging auch schnell weiter und zog ihre Umgebung ein wie eine Drogensüchtige. Ihre Seele hatte schon immer für die Schönheit geschwärmt, sie lebte ihre Leidenschaft seit vielen Jahrzehnten schon, und doch tat sich hier ihr eine Welt auf, die sie faszinieren und gefangen nehmen konnte. Eine kleine Blumenstaude aus winzigen kleinen blauen Blüten, ein Vergissmeinnicht ließ sie vom Weg abschweifen, ein Vogelgezwitscher konnte sie ablenken und vollkommen versonnen betrachtete sie den Tau auf einem Farn. Wie sollte sie die Faszination dieser Welt so schnell überwinden? Das war unmöglich. Dafür brauchte sie Hilfe und mehr als einmal sah sie zu ihren Begleitern und hoffte, dass sie sie durch diese erste Begeisterung leiten würden. Was für sie selbstverständlich war, das war für Sarin ein Wunder.
Doch wie es nun mal war, um so mehr man an Informationen in sich auf saugte, um so satter wurde man auch. Sarin musste sich an dieser Welt erst einmal „überfressen“ damit sie in ihr leben konnte. Also ging sie an Dhansairs Hand etwas tapsig das erste Mal in ihrem Leben über Tannennadeln, weichen Erdboden, wo ihre Füße eher Fels kannten und ließ alles auf sich einströmen, was diese Welt zu bieten hatte.
Erst in der Dämmerung würde sie wohl ruhiger werden, um dann das Wunder der Nacht zu bestaunen, zu beten und ihr Gesicht ehrfürchtig Manthala zuwenden.
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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Erzähler » Freitag 27. November 2020, 17:54

"Es ist nicht schlimm, dass Euch der Anblick überwältigt. Lass es raus." Iryan nickte Sarin auf eine Weise zu, die sie zum Weinen auffordern sollte. Die reine Informationsflut sorgte ja schon dafür, dass sie in diesem visuellen Meer kämpfte, nicht unter die Oberfläche gerissen zu werden. Aber all die fremdartigen Töne dazu und das Tageslicht, wenngleich durch Wolken getrübt, überwältigten nun einmal. Iryan ahnte wohl nicht, dass es das Licht selbst war, das ihre Augen zum Brennen brachte, so dass nur Tränen es etwas mildern konnten. Aber er wusste, mit diesem Moment umzugehen und zeigte sich deutlich empathischer als Sarins künftiger Gemahl. Dhansair musste nämlich erst von seinem Leibwächter geknufft und mit einem Nicken auf Sarins Zustand aufmerksam gemacht werden. Unter einem Laut der Überraschung, gefolgt von einem Räuspern hob er seine Finger zu ihrem Gesicht, um jene Tränen von der Wange zu streichen, die im Schwall der Gefühle übergequollen waren.
"Ist es so faszinierend? Ich beneide Euch ein wenig", sagte er ruhig. "Zwar kann sich Morgeria nicht mit Wäldern dieser Größe und erst Recht nicht mit einem derart grünen Wuchs rühmen, aber sogar ein adliger Dunkelelf meines Standes ist mit dem Anblick aufgewachsen. Für Euch jedoch muss es etwas ganz Besonderes sein. Etwas, das kein Oberflächenbewohner jemals wird nachvollziehen können."
Iryan nickte zufrieden. Sein Herr hatte die Kurve gekriegt und würde nicht als gänzlich verrohter, abgebrühter Ehemann enden. Wenn es um Frauen ging, besaß er nun einmal kein Händchen. Die einzige Ausnahme schien das Tanzen auf Festlichkeiten zu sein. Vielleicht, weil er die Damen an seiner Hand leitete und nur wie ein Werkzeug nutzte, um in Tanz - in seinem Tanz - etwas zu erblühen. Doch im Moment bewegten sich sein und Sarins Körper nicht in zierlicher Schrittfolge über das Parkett. Für ihn war die Frau offenbar so fremdartig wie für Sarin der Wald.
Das Trio schlenderte ein wenig unter den Bäumen umher. Dabei musste nur Sarin darauf achten, die wenigen Lichtflecken am Waldboden zu meiden. Dhansair und Iryan machten es ihr dennoch nach und so hüpfte ein jeder von einem schattigen Platz zum nächsten. Sarin konzentrierte sich darüber hinaus, ihre Rolle zu spielen. Aber war das wirklich so? Spielte sie nur das Staunen über diese farbenfrohe, wundervolle Welt? Und wie würde sie reagieren, wenn sie die erste Zeit des Erwachens hier oben erleben durfte? Im Reich der Nachtelfen war der Begriff der Jahreszeit nicht sonderlich bedeutsam. Es änderte kaum etwas in einer Welt aus Dunkelheit, in der Pflanzen es nicht nötig hatten, Knospen zu bilden und sich gen Sonne zu strecken. Hier oben aber würde Sarin noch so einiges erwarten. Auch wenn sie es sich nicht eingestand, aus so viel falschem Spiel bestand ihre Mimik nicht. Aber man konnte davon ohnehin nicht allzu viel sehen. Sie musste sich auch in der Zeit der dunklen Tage mit einem Schleier verhüllen. In Morgeria wäre es vielleicht noch etwas anders. Die Tote Ebene besaß ihren Namen nicht, weil Lysanthor sie regelmäßig mit den schönsten Sonnenstrahlen segnete. Trostlos und finster wirkte das Land, was Sarin nur zum Vorteil werden könnte. Vorausgesetzt, sie erreichte es jemals. Denn sie, ihr Verlobter und dessen Schwarm hatten andere Pläne.
Aber ja, selbst diese Vorhaben mussten im Moment warten. Sarin kaschierte vielleicht ihre Reaktionen, aber die Fragen waren echt, mit denen sie Dhansair und Iryan wahrlich löcherte. Der Erbprinz zeigte sich zu vielen Dingen nicht gerade redselig. Er musste selbst viel zu oft unwissend mit den Schultern zucken. Naturkunde schien nicht sein Steckenpferd zu sein und Sarin dürfte es wohl ebenso wenig wundern, dass sein Vater, der Fürst, nicht darauf bestanden hatte, ihn in allen Bereichen des Lebens zu bilden. Er wollte Dhansair als Erzeuger eines besseren Erben sehen und ihn dann ins Feld schicken. Entweder käme der unliebsame Sohn als Mann aus den Eroberungsfeldzügen zurück oder er ging dabei drauf und man konnte sein unehrenhaftes Bild in Morgeria mit einem schmücken, das der Familie von Blutsdorn besser stand. Ein bedauernswertes Schicksal.
Iryan hingegen schien sich allgemein weit gebildet zu haben. Er beantwortete nicht nur Sarin die meisten ihrer Fragen, sondern gab auf diese Weise seinem Freund und Herrn gleich eine Unterrichtsstunde mit auf den Weg, die dessen Vater versäumt hatte, ihm zu erteilen. So lernte das Brautpaar gleichermaßen etwas über essbare Nüsse und Pflanzen, als auch über einige Wildtiere, welche nun Vorräte für einen längeren Jahreszeiten bedingten Schlaf einlegten. Iryan mochte kein Waldläufer sein und sein Wissen reichte auch nicht an das des nachtelfischen Jägers heran, den Sarin Tage zuvor ausgefragt hatte, aber er konnte mit einigem Wissen glänzen. Und er genoss es offenbar, sein Wissen teilen zu dürfen. Dhansair hing ihm zudem wahrlich an den Lippen. Er lauschte so still, dass man glauben mochte, er begleitete die beiden nur, hing aber in seiner eigenen Traumwelt fest. Vielleicht war das auch der Fall. Vielleicht war er in seiner persönlichen, kleinen Hoffnungswelt allein mit Iryan und ohne die Bürde seines Erbes behangen. Vielleicht lehnte Iryan ihn in seiner Welt auch nicht ab. Dhansair besaß immer etwas Sehnsüchtiges im Blick, wenn die fliederfarbenen Augen den anderen Dunkelelfen in den Fokus nahmen. Er würde seinen Willen nicht vollends bekommen, aber sie alle drei arbeiteten darauf hin, dass sich sein Leben wenigstens etwas verändern sollte. Hoffentlich zum besseren hin und hoffentlich blieb auch ein kleiner Anteil Glück für Sarin übrig. Sie gab mit der Flucht nicht nur ihr altes Leben im Reich der Nachtelfen auf, sondern auch ihr neues in Morgeria. Ihr Schicksal blieb vollkommen unangerührt ... wie eine Bahn aus kostbarem Stoff, die man ihr darlegte. Sie brauchte nur Schere, Nadel und Faden zu zücken, um sich diesen Stoff nach eigenen Wünschen zu gestalten. Vielleicht in ein besseres, unverfluchtes Brautkleid.
So wie die Aussicht über ihr Leben offen vor ihr lag, so nahm Sarin die Eindrücke in sich auf, die der Arus ihr bot. Sie betrachtete sich alles mit den erfahrenen Augen einer Schneiderin und konnte auf diese Weise ihren Platz auch in der befremdlichen Oberflächenwelt finden. Sie konnte Vergleiche ziehen und über Dinge nachdenken, die ihr auch weiterhin beim Schneiderhandwerk helfen sollten. Und das gab Sicherheit. Das Vertraute mit dem Neuen verbinden, um der Welt offen, aber nicht unbewaffnet zu begegnen, daran hielt sie fest. Es half enorm.
Trotz allem ertappte sie sich dabei, viel Zeit mit dem Bestaunen der Welt verbracht zu haben. Als die Stunden dahin zogen, verspürte Sarin nicht nur ein erstes Hungergefühl. Ihr Körper war erschöpft. Es kostete Kraft, eine Welt für sich zu entdecken und ihre Knie waren schrecklich weich geworden. So sehr, dass sie nicht verhindern konnte, auf dem Waldboden bei einem ihrer Schritte zu straucheln.
Dhansair zeigte sich geistesgegenwärtig und legte rasch seinen Arm um ihre Taille, um ihr sicheren Halt zu gewähren. "Das alles ist wohl etwas viel. Ich schlage eine Rast vor."
"Dort vorn ist ein guter Platz, um sich auszuruhen", ergänzte Iryan und zeigte auf eine von immergrünem Dickicht halb verhüllte Lichtung. Pilze säumten den Zugang dorthin und einige Findlinge schmiegten sich zwischen die hoch gewachsenen Kiefern, dass sie eine windgeschützte Stelle inmitten des Waldes bildeten. "Geht voraus, ihr beiden", schlug er vor. "Ich werde zu den übrigen Reisenden zurückkehren, um einige Leckereien zu beschaffen. Inzwischen sollte das Lager auch beinahe aufgeschlagen sein."
Natürlich mussten Bräutigam und Braut nicht selbst Hand anlegen, wenn es darum ging, die Zelte aufzubauen und eine Lagerstelle freizuräumen, an der gekochen und gespeist werden konnte. Aber Vorbereitungen wurden offenbar schon getroffen. Man konnte nicht einfach weiter ziehen. Erst Recht nicht, wenn der Erbprinz die nachtelfische Tradition wahren und eine Mondblume für seine Braut finden wollte. Da musste selbst Fürst Riakhyn von Blutsdorn Abstriche machen und eine Nacht in der Wildnis verbringen. Mit morgerianischem Luxus wäre das jedoch kein Problem und so konnte Sarin auf ein gutes Mahl hoffen, als sich Iryan auf den Weg machte, es zu beschaffen.
Sie hingegen wurde von Dhansair auf die halb verborgene Lichtung geführt. Der Leibwächter besaß ein waches Auge für seine Umgebung. Die Lichtung war von wildem Moos gesäumt, so dass selbst die kleineren Felsen zu weichen Sitzflächen wurden. Ein hohler Baum, in den in der Vergangenheit wohl der Blitz eingeschlagen war, präsentierte sich mit unheimlicher wie gleichermaßen mystischer Aura. Seine gespaltene Rinde zierten viele Pilze und Moosbahnen, so dass er wie der magische Zugang in ein Feenreich aussah.
Dhansair brachte Sarin zu einem der bemoosten Felsen, damit sie sich setzen konnte. Er selbst nahm auf der angehobenen, armdicken Wurzel des hohlen Baumes Platz. So saßen beide einander gegenüber und der Dunkelelf musterte seine Versprochene einen Augenblick. Stille legte sich über beide, die an Peinlickeit zunahm, je länger sie anhielt. Schließlich durchbrahc Dhansair selbige durch ein Räuspern.
"Nun ... äh ... da wären wir. An der Oberfläche ... allein ..." Er wusste nichts zu sagen. Fast wirkte er unbeholfen und all dieses Selbstbewusstsein, mit dem er sich während der Zeit im Nachtelfenreich öffentlich präsentiert hatte, war von ihm abgefallen. Aber er musst ja auch mit einer Frau reden! Noch dazu mit seiner Frau. Seiner Zukünftigen. Dhansair offenbarte ungeschönte Unbeholfenheit. Er spielte mit einem kleinen Faden am Saum seines Hemdes.
"Eurem Staunen nach zu urteilen, gefällt es Euch hier. Ich ... werde Euch nicht aufhalten, sobald sich unsere Pläne erfüllt haben. Und ich habe nicht vor, Euch dann einfach wie einen unerwünschten Furunkel abzustoßen. Wir bleiben zusammen - wie drei. Ich möchte, dass Ihr das wisst. Aber ich möchte auch sagen, dass es nicht für immer so bleiben wird. Ich ... hoffe, dass Iryan und ich ... nun ... habt Ihr Wünsche für Eure Zukunft? Ich werde wohl mit Geld nicht länger aushelfen können, sobald unsere Flucht geglückt ist, aber wenn es einen Ort gibt, an den Ihr reisen wollt, sollten wir das vorab schon besprechen. Wonach dürstet Euch das Fernweh? Wollt Ihr ins Grasland oder gar bis an die Küsten Celcias? Ich las sogar von Reisenden, die in ein Gebiet ausgezogen sind, das vollkommen aus Eis besteht und so weiß sein soll wie das Kleid, das Ihr zum Tanzball getragen habt. Aber dort soll es kalt sein." Obwohl er nun doch viel sprach, hielt seine Nervosität an. Gelegentlich blickte er durch das Schlupfloch im Dickicht, aber Iryan ließ sich noch Zeit. Schließlich kam er unter einem Schlucken zum Kern der Sache, der nichts mit seinen bisherigen Worten gemein hatte: "Erwartet Ihr trotz all unserer Pläne, dass ich Euch wie meine Verlobte behandle? Soll ... ich Euch dennoch den Hof machen?"
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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Sarin Kasani » Samstag 28. November 2020, 00:58

Diese Welt war ein Wunder. Sarin schauspielerte nicht wirklich viel. Sie war überwältigt. Sie wurde von Dhansair auf die halb verborgene Lichtung geführt. Diese war von wildem Moos gesäumt, so dass selbst die kleineren Felsen zu weichen Sitzflächen wurden. Ein hohler Baum, in den in der Vergangenheit wohl der Blitz eingeschlagen war, präsentierte sich mit unheimlicher wie gleichermaßen mystischer Aura. Seine gespaltene Rinde zierten viele Pilze und Moosbahnen, so dass er wie der magische Zugang in ein Feenreich aussah. Gedankenverloren strich Sarin über die flauschig überzogene Rinde und lächelte.
Sehr inspirierend diese Welt... dieser Baum... Ich muss mir dieses Bild einprägen. Der Spalt gäbe einen schönen Ausschnitt...
Dann brachte ihr Verlobter Sarin zu einem der bemoosten Felsen, damit sie sich setzen konnte.
So weich und warm...
Er selbst nahm auf der angehobenen, armdicken Wurzel des hohlen Baumes Platz. So saßen beide einander gegenüber und der Dunkelelf musterte seine Versprochene einen Augenblick, die die Welt um sich herum bestaunte. Stille legte sich über beide, die an Peinlichkeit zunahm, je länger sie anhielt. Deutlich länger als er bemerkte Sarin diese Stille nicht einmal, oder empfand sie als unangenehm, wenn die Welt hatte noch zu viel Zauberhaftes für sie. Schließlich durchbrach Dhansair selbige durch ein Räuspern.
"Nun ... äh ... da wären wir. An der Oberfläche ... allein ..."
Fast wirkte er unbeholfen und all dieses Selbstbewusstsein, mit dem er sich während der Zeit im Nachtelfenreich öffentlich präsentiert hatte, war von ihm abgefallen. Sarin kicherte spontan. Ein Laut, der ihr unwillkürlich entfleucht war und sie biss sich leicht auf die Unterlippe. Sie hatte ihn nicht auslachen wollen, sie fand diese Ehrlichkeit eher herzerwärmend. Und das von einem Dunkelelfen! Ihr Verlobter musste mit einer Frau reden! Noch dazu mit seiner Frau. Seiner Zukünftigen. Dhansair offenbarte ungeschönte Unbeholfenheit.
Meine Güte, ist das süß!
Niemals hätte sie diesen Gedanken einem Mann gegenüber laut ausgesprochen, ob er nun Männer oder Frauen liebte, jung oder steinalt war! „Süß“ war ein Begriff mit dem sich die wenigsten Männer schmücken wollten. Und doch: Er spielte honigsüß mit einem kleinen Faden am Saum seines Hemdes, was an ihrer Schneiderseele zupfte wie an einem losen Faden. Sofort zuckten ihre Hände nach vorn und ergriffen die seinen, damit er das zupfen beendete, bevor er die Naht auftrennte. Mit geübten Fingern fixierte sie den Fanden und riss das lose Ende ab. Dann sah sie ihn wieder an und hatte ihre Hände brav in ihren Schoß gelegt. Kurz darauf fand er seine Worte wieder:
"Eurem Staunen nach zu urteilen, gefällt es Euch hier. Ich ... werde Euch nicht aufhalten, sobald sich unsere Pläne erfüllt haben. Und ich habe nicht vor, Euch dann einfach wie einen unerwünschten Furunkel abzustoßen.“
Das ist gut zu wissen.
Sarin lächelte sanft.
„Wir bleiben zusammen - wie drei. Ich möchte, dass Ihr das wisst. Aber ich möchte auch sagen, dass es nicht für immer so bleiben wird. Ich ... hoffe, dass Iryan und ich ... nun ...“
Ich kann mir schon denken, dass ich irgendwann stören werde.
„Habt Ihr Wünsche für Eure Zukunft?“
Sarin schüttelte langsam den Kopf und antwortete schlicht:
„Bisher nicht.“
„Ich werde wohl mit Geld nicht länger aushelfen können, sobald unsere Flucht geglückt ist, ...“
Hm, wozu haben wir dann die ganzen Juwelen eingenäht und versteckt? Oder will er die alle wiederhaben, sobald sich unsere Wege trennen? Ein kleines Startkapital in einer fremden Stadt wäre schon hilfreich... Oder meint er, dass dann nur von seiner Geldquelle der Familie abgeschnitten ist? Ich kann grad nicht ganz klar denken... Konzerntrier dich Sarin!
„...aber wenn es einen Ort gibt, an den Ihr reisen wollt, sollten wir das vorab schon besprechen. Wonach dürstet Euch das Fernweh?“
Darüber hab ich noch garnicht richtig nachgedacht.
„Wollt Ihr ins Grasland oder gar bis an die Küsten Celcias? Ich las sogar von Reisenden, die in ein Gebiet ausgezogen sind, das vollkommen aus Eis besteht und so weiß sein soll wie das Kleid, das Ihr zum Tanzball getragen habt. Aber dort soll es kalt sein."
Obwohl er nun doch viel sprach, hielt seine Nervosität an.
Er plappert, hihi.
Gelegentlich blickte er durch das Schlupfloch im Dickicht, aber Iryan ließ sich noch Zeit, also antwortete Sarin:
„Kälte an sich macht mir nicht viel aus. Unter der Erde ist es immer recht gleichmäßig kühl... und gegen Kälte gibt es gute Kleidung. Zu warm wäre vielleicht problematischer... ich weis es nicht. Ich kenne die Unterschiede noch nicht.“
Sarin zuckte mit den Schultern. Ein wirkliches Ziel hatte sie nicht im Kopf. Eher eine Vorstellung:
„Eine Stadt in der man Nachtelfen akzeptiert, in der ich meinem Beruf vielleicht wieder nachgehen kann, ohne erkannt zu werden oder das man unangenehme Fragen stellt. Zur Sicherheit möglichst weit weg von Morgeria, denke ich...“
Mehr konnte Sarin nicht sagen. Sie wusste nur sehr wenig bis gar nichts über diese Welt. Sie hatte zwar eine gute Ausbildung genossen, aber die war auch schon ein paar Jahrzehnte alt. Welche politische Lage gerade an der Oberfläche herrschte, wusste sie nicht und so konnte sie auch nicht eine Entscheidung bezüglich eines Ziels treffen.
„Ich werde wohl in mein Schicksal hinein stolpern müssen.“
, sagte sie etwas unbeholfen. Ein kleiner Moment Stille trat ein in der sie sich fragte, ob es so gut war sich unweit des Lagers so frei über diese Dinge zu unterhalten. Aber schließlich kam er unter einem Schlucken zum Kern der Sache, der nichts mit seinen bisherigen Worten gemein hatte:
"Erwartet Ihr trotz all unserer Pläne, dass ich Euch wie meine Verlobte behandle? Soll ... ich Euch dennoch den Hof machen?"
Sarin blinzelte im ersten Moment unverständlich und sah ihn fragend an.
Mir den Hof machen? Warum? Er liebt mich doch sowieso nicht … Moment! Er muss!
Dann lächelte sie über ihre eigenen Gedankengänge gestolpert zu sein und antwortete leise und sich dabei an seine Schulter lehnend:
„Solange unserer Pläne nicht von Erfolg gekrönt sind, solltet ihr das in der Tat! Man weis schließlich nie, wann man vielleicht beobachtet wird, wer zusieht, oder heimlich lauscht. Und wenn das geschafft ist, alles hinter uns liegt, dann hoffe ich nur auf ein Maß an Freundschaft, wie das das man Jenen gibt, die einander in schlimmen Zeiten zur Seite gestanden haben.“
Damit hatte sie ihn hoffentlich genug daran erinnert, dass er immer und überall in seiner Rolle bleiben musste, solange das nicht ausgestanden war. Sie bot ihm ihre zierliche Hand. Seine Aufgabe war es sie zu ergreifen.
„Viel weiter als das, wage ich noch nicht zu denken oder zu planen. Wir sollten uns erst einmal auf das Hier und Jetzt konzentrieren und das... das fällt mir noch ein bisschen schwer, bei all den Eindrücken. Ich brauche eure Hilfe.“
Sie schlug die Augen nieder, auch weil sie ein bisschen weh taten.
„Ihr seid meine Augen in dieser Welt. Durch euch erfahre ich all diese Wunder. Ich bemühe mich sie schnell anzunehmen und mich anzupassen, doch es fällt mir nicht leicht. Habt ein wenig Geduld mit mir und ich vertraue auf euch. Wenn ich irgendwie helfen kann, dann sagt es.“
Damit sah sie ihn wieder an. Im gleichen Moment überlegte sie, ob eine der Runen ihrer Suche nach einem Ausweg irgendwie helfen könnte.
Othela - die Heimat, hilft bei Heimweh aber auch Anerkennung in der Fremde... Sie wäre in einer neuen Stadt hilfreich, aber das hilft uns jetzt nicht. Hm... vielleicht Thuriaz? Der Torweg? Er hilft bei Suchen oder Begehren um Einlass. Ja, das wäre besser...
„Gebt mir euren Arm.“
Aus der Ferne mochte es aussehen, als ob die verliebte Braut ihren Bräutigam liebevoll den Arm streichelte, aber aus der Nähe betrachtet, holte Sarin mit flinken Fingern den Farbtiegel aus einer kleinen Tasche im Ärmel hervor, den Pinsel aus ihrem Dekolletee, feuchtete ihn mit der Zungenspitze an und malte ihrem Verlobten Thuriaz auf den Unterarm. Eilig steckte sie alles wieder in die kleinen geheimen Taschen und raunte ihm zu:
„Dies ist eine kleine Hilfe für unsere Suche. Wenn wir gegessen haben, könntet ihr euch noch mit Iryan umsehen. Denkt dabei an unser Ziel. Ich muss mich bald ein wenig ausruhen. Das alles strengt mich leider sehr an.“
Sarin blinzelte mit ihren müden überreizten Augen. Hunger und Anstrengung waren ihr anzusehen und sie hoffte tatsächlich, dass sie für beides bald Abhilfe fand. Sie mochte zwar Stunde um Stunde an einem Kleid nähen können, aber das hier war einfach zu ungewohnt.
„Vielleicht sollte ich auch Iryan zeichnen?“
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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 2. Dezember 2020, 11:04

Zwar mochte es nicht das erste Mal sein, dass Sarin auf einem mossbewachsenen Stein saß, doch der grüne Felsenpelz der Oberfläche fühlte sich deutlich anders an als im Reich der Nachtelfen. Er war weder feucht, noch roch er unangenehm nach Moschus. Stattdessen erwartete ihre Kehrseite ein weiches Polster, das nach einigen Minuten bereits die von ihr abgegebene Wärme zurückwarf und so für natürlichen Komfort sorgte. Auch fühlte das Moos sich saftiger an, dicker und wirklich wie eine gesunde Pflanze. Die Moosteppiche unterhalb der Erde waren entweder knorrig oder irgendwie schleimig. Oder zwischen ihnen sprossen Pilze, die beim Draufsetzen platzten. Einmal in ihren jüngeren Jahren hatte Sarin sich auf einen pilzbefallenen Moosplatz niedergelassen. Alle Pilze waren unter ihrem Gewicht aufgeplatzt und sie hatte gut eine Woche mit Fieber und kratzigem Hals im Bett gelegen, weil sie all die Sporen zwangsläufig eingeatmet hatte. Hier passierte das nicht, im Gegenteil. Es fühlte sich schön an, auf dem Moos zu sitzen. Vielleicht ließ es sich auch bequem darauf schlafen, wenn man des Nachts über sich die Sterne und Manthalas blasses Antlitz sehen könnte.
Ob Dhansair sich an sie kuscheln würde, um sie zu wärmen? Nein, das war zweielhaft. Er verspürte keinerlei Bedürfnis, ihr körperlich näher zu kommen und den Beweis hörte sie kurz darauf. Er fragte doch tatsächlich nach, ob er ihr den Hof machen solle. Er hätte wohl lieber gefragt, ob sie es ihm wirklich abverlangte, aber Sarin und auch ihm selbst blieb nichts Anderes übrig, als dies zu bejahen. Sie mussten das Spiel auch an der Oberfläche aufrecht erhalten. Wenigstens, solange sie mit der Reisegruppe Fürst von Blutsdorns unterwegs wären. Da hieß es, den Schein zu wahren. Sarin sah selbst jetzt in ihrem Gespräch die Gefahr, belauscht zu werden. Doch die Lichtung ringsum blieb ruhig. Einzig die Waldgeräusche umgaben sie, versetzten die Nachtelfe aber sicherlich auch in eine vorsichtige Haltung. Im Gegensatz zu ihrer Heimat, wo doch eine andere Kulisse herrschte und man gelegentlich höchstens mal das Kratzen von Spinnenbeinen oder das Fiepen der Fledermäuse in Felsnischen hören konnte, musste der Wald selbst für sie sehr laut sein. Obgleich friedlich, denn Vogelgezwitscher, Blätterrascheln und das Knarren von Zweigen komponierten eine wahrhaft idyllische Symphonie. Trotzdem musste es befremdlich wirken. Da war es gut, an gewissen Dingen festhalten zu können und sei es nur zum Schein. Dhansair bot eine solche Säule, die Halt versprach. Er und auch Iryan, der ohnehin der Fels in der Brandung für sie beide darzustellen schien. Er blieb ruhig, wo Dhansair seine Unsicherheit kaschierte und Sarin schwieg. Noch konnte sie sich das erlauben und es damit kaschieren, von der Oberfläche überwältigt zu sein. Doch irgendwann würde auch Fürst Raikhyn annehmen, dass sie sich an alles gewöhnt hätte. Dann erwartete er möglicherweise mehr Handeln von ihr ... oder das genaue Gegenteil war der Fall. Sie sollte nur eine Gebärmaschine für die Nachkommen der Blutlinie darstellen. Vielleicht nicht einmal das. In den Augen des Fürsten war Begehren aufgeblitzt. Sarins Traum hatte die wahren Absichten ihres Schwiegervaters in spe verraten. Er wollte sie. Er wollte sich an ihr vergehen und wer weiß, ob er Wert darauf legte, eines ihrer Kinder zum Erben zu erklären. Vielleicht galt auch das nur als Vorwand, um den eigenen, missratenen Spross in den Krieg zu schicken und selbst noch einmal von vorn zu beginnen. Ein Neubeginn. Nun, zumindest in diesem Punkt waren sie sich allesamt einig. Sobald Dhansair mit Iryan und Sarin geflohen wäre, würde es für alle ein neuer Anfang sein.
Bis dahin amüsierte sich Sarin köstlich über die Unbeholfenheit ihres Verlobten. Wie süß er doch sein konnte! Manche Frauen empfanden dieses Verhalten durchaus als anziehend. Möglicherweise würde gar Iryan unter anderen Umständen darauf anspringen, denn es weckte den Drang, den scheuen Erbprinzen beschützen oder zumindest leiten zu wollen. Doch in Hinsicht auf das weibliche Geschlecht wollte Dhansair sich gar nicht leiten lassen. Nicht in die Richtung, die seinem Vater vorschwebte. Doch Freundschaft zwischen ihm und Sarin könnte sich aufbauen. So versuchte sie, mit einer aufgemalten Rune Stabilität für den Einlass in ihre gemeinsame neue Welt zu schaffen. Dhansair reichte ihr sogar vertrauensvoll seinen Arm. Er nickte dabei. "Wir helfen Euch, Sarin. Denn Ihr flieht aus Zwang und weil es kein Zurück für Euch gibt. Ihr wurdet Eurem Leben entrissen und flieht vor einem schlechteren Schicksal. Ich fliehe zwar auch davor, doch ist es von Beginn an meine Entscheidung. Ihr .. hattet kaum eine Wahl." Er zögerte. "Ich habe Euch diese Wahl genommen, als ich Euch zu meiner Braut erwählt habe. Das tut mir leid. Aber ich gebe auch ebenso gern zu, dass mich Eure Erscheinung, Haltung und nicht zuletzt Euer Tanz verzaubert haben. Ich hatte Spaß an diesem Abend und das meine ich aufrichtig."
Die Rune wirkte bereits. Dhansairs Pforten öffneten sich etwas, um Sarin Einlass in sein Herz zu gewähren. Nicht so, wie sie für Iryan offen standen, aber immerhin konnte sie schon ihren Fuß durch einen Spalt stecken und durch selbigen das wahre Reich des Dunkelelfen sehen, der sein Innerstes vor einem Großteil der Welt verschlossen hielt.
"Ich will Eure Augen und Ohren sein", fuhr der Prinz fort. "Und ich bin sicher, dass Iryan das gleiche anbieten wird. Aber ich verlange keine schnelle Anpassung von Euch, nur um mich oder ihn zu entlasten. Ihr sollt meine Welt auch zu schätzen wissen und positive Erinnerungen mitnehmen. Ich gebe Euch die Zeit, die Ihr braucht." Er drückte ihre Hand. Doch noch ehe Dhansair auf ihre Frage antworten konnte, ob sie auch Iryan eine Rune aufmalen sollte, raschelte es im Dickicht. Das Geräusch fiel deshalb auf, weil es deutlich lauter war als jene, die von den wilden Tierchen verursacht wurden. Gleich mehrere Zweige brachen unter einem kräftigen Schritt. Der Herannahende machte sich keine Mühe, leise zu sein. Die zur Erde gefallenen Nadeln knackten. Dann schoben sich einige Sträucher zusammen, als eine kräftige Schulter sie stauchte, um auf die Lichtung zu gelangen.
"Das Lager ist beinahe fertig aufgestellt." Iryan. Er trug einen Korb und eine purpurne Decke mit Fledermausmuster, die zusammengefaltet über seinem Arm hing wie einst die Hose des Fürsten, als er zum ersten Mal in Sarins Schneiderstube vorstellig geworden war. "Leider braucht die Feuerstelle noch etwas, deshalb konnte ich keine warme Mahlzeit mitbringen. Aber ich habe morgerianischen Blutwein besorgt."
Er zückte eine schlanke Flasche mit langem Hals. Sie war aus schwarzem Glas gefertigt, so dass die Flüssigkeit im Inneren farblich nicht zu erkennen war. Iryan stelle sie auf einem Baumstumpf ab, zusammen mit dem Korb, aus dem bereits zwei Weingläser aufblitzten. Dann machte er sich daran, die Picknickdecke auszubreiten.
"Ist es klug, wenn wir uns betrinken?", hakte Dhansair nach.
"Leb, wie immer du es wünschst. Du weißt doch, ich achte auf dich", raunte der Wächter. Er gewann damit sofort Dhansairs Herz. Dessen Züge erweichten sich nämlich und er lächelte, während der Blick auf Iryans Tun ruhte. Dem Wächter hingegen schien nichts aufzufallen. Für ihn war es selbstverständlich, das zu sagen. Dafür war er hier. Er ging in die Knie, dass seine Rüstung leicht klirrte und strich dann die Enden der Decke flach. Anschließend ließ er sich auf einer dieser Ecken nieder, damit auch er nicht auf dem kalten Nadelholz sitzen musste.
"Kommt, es ist halbwegs bequem." Iryan stellte nun ein Tablett in die Mitte der Decke und platzierte die beiden Weingläser zusammen mit der Flasche darauf. Dann entnahm er dem Korb mehrere kleine Behälter aus reinstem Silber. Sie sahen viel zu prunkvoll aus, um als Picknickgeschirr missbraucht zu werden. Jedes einzelne Stück vom kleinen Teller über den Zuckerlöffel bis hin zur Gabel war mit filigraner Handarbeit verziert. Sie alle zeigten dornige Rosenranken, das Zeichen derer von Blutsdorn. Ein größeres Behältnis aus Porzellan mit aufgemalten Rosenmotiven wurde dazugestellt und geöffnet. Der Duft des Kuchens erfüllte sofort die Luft, kaum dass Iryan den Deckel abgenommen hatte. Ein brotförmiger, goldener Kuchen wartete darauf, gegessen zu werden. Der Wächter stellte ein Schälchen Sahne hinzu, damit der Kuchen allein nicht zu trocken würde und dann hob er ein schwarzes Gefäß an als sei es eine heilige Urne.
"Du hast daran gedacht!" Dhansair lächelte. Erwartungsvoll ließ er sich endlich auf die Decke nieder und wies Sarin an, es ihm gleichzutun.
"Ich weiß, dass du sie magst", erwiderte der Elfenwächter. Er öffnete das Gefäß. Die dicken, vollmundigen Erdbeeren stachen in angenehmen Kontrast zum Schwarz hervor. Ihr Rot mit den winzigsten Brilanten aus goldenen Erdbeersamen verführte dazu, hinein zu beißen. Sie verrieten schon vorab, einfach nur köstlich zu sein, auch ohne Kuchen.
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- kleiner Dolch
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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Sarin Kasani » Montag 7. Dezember 2020, 09:17

"Wir helfen Euch, Sarin. Denn Ihr flieht aus Zwang und weil es kein Zurück für Euch gibt. Ihr wurdet Eurem Leben entrissen und flieht vor einem schlechteren Schicksal. Ich fliehe zwar auch davor, doch ist es von Beginn an meine Entscheidung. Ihr .. hattet kaum eine Wahl...“
Das stimmt wohl...
„... Ich habe Euch diese Wahl genommen, als ich Euch zu meiner Braut erwählt habe. Das tut mir leid. Aber ich gebe auch ebenso gern zu, dass mich Eure Erscheinung, Haltung und nicht zuletzt Euer Tanz verzaubert haben. Ich hatte Spaß an diesem Abend und das meine ich aufrichtig."
Dhansairs Pforten öffneten sich etwas, um Sarin Einlass in sein Herz zu gewähren. Nicht so, wie sie für Iryan offen standen, aber immerhin konnte sie schon ihren Fuß durch einen Spalt stecken und durch selbigen das wahre Reich des Dunkelelfen sehen, der sein Innerstes vor einem Großteil der Welt verschlossen hielt.
Sarin lächelte offen, ehrlich und meinte, was sie dann sagte:
„Auch ich hatte Spaß an diesem Abend. Versteht mich bitte nicht falsch, und dies ist wirklich im besten Sinne gemeint, aber ich liebe euch auch nicht.“
Sie konnte sich ein winziges helles Lachen nicht verkneifen. Aus der Ferne musste es aussehen, als schäkerten die beiden Verliebten.
„Ich weis, dass dies alles nur ein Spiel zwischen uns beiden ist, aber es ist ein großartiges Schauspiel und warum sollten wir nicht daran Spaß haben?!?“
Sarin hielt seine Hand und zwinkerte ihm zu.
„Ich bin dankbar, dass ich euch einen Freund nennen darf... oder Liebster...oder Schnuckelbärchen.“
Jetzt grinste sie frech.
Oh Göttin, komm ich noch mal in die Pubertät?!?
„Macht euch keinen Vorwurf aus eurer Wahl. Ich weiß, ihr musstet sie treffen und ich war wohl die beste Wahl. Also fühle ich mich geehrt, auch wenn es mein Schicksal drastisch änderte. Wir hatten beide nicht wirklich eine Wahl. Also lasst und das gemeinsam durchstehen.“
Sie lächelte ihn an und er sprach weiter:
"Ich will Eure Augen und Ohren sein... Und ich bin sicher, dass Iryan das gleiche anbieten wird. Aber ich verlange keine schnelle Anpassung von Euch, nur um mich oder ihn zu entlasten. Ihr sollt meine Welt auch zu schätzen wissen und positive Erinnerungen mitnehmen. Ich gebe Euch die Zeit, die Ihr braucht."
Er drückte ihre Hand und sie drückte zurück. Doch noch ehe Dhansair auf ihre Frage antworten konnte, ob sie auch Iryan eine Rune aufmalen sollte, raschelte es im Dickicht. Das Geräusch fiel deshalb auf, weil es deutlich lauter war als jene, die von den wilden Tierchen verursacht wurden. Gleich mehrere Zweige brachen unter einem kräftigen Schritt. Der Herannahende machte sich keine Mühe, leise zu sein. Die zur Erde gefallenen Nadeln knackten. Dann schoben sich einige Sträucher zusammen, als eine kräftige Schulter sie stauchte, um auf die Lichtung zu gelangen.
"Das Lager ist beinahe fertig aufgestellt."
Iryan.
Sarin strahlte ihm entgegen, da sie noch das Lächeln für ihren Verlobten im Gesicht trug. Was mussten sie für ein Bild für ihn abgeben, so wie sie da Händchenhaltend da saßen? Iryan brachte einen Korb und eine purpurne Decke mit Fledermausmuster, die zusammengefaltet über seinem Arm hing wie einst die Hose des Fürsten, als er zum ersten Mal in Sarins Schneiderstube vorstellig geworden war. Auch damals hatte sie ihn schon als ansehnlich gefunden, aber hier oben im Licht des Tages war er wirklich stattlich.
Hör auf ihn anzuhimmeln, Sarin! Dhansiar liebt ihn und wenn er eifersüchtig auf dich werden sollte, dann verkauft er dich vielleicht doch noch an seinen Vater.
Dieser Gedanke ließ das Lächeln etwas abklingen und auf ein normales Maß dimmen.
"Leider braucht die Feuerstelle noch etwas, deshalb konnte ich keine warme Mahlzeit mitbringen. Aber ich habe morgerianischen Blutwein besorgt."
Er zückte eine schlanke Flasche mit langem Hals. Sie war aus schwarzem Glas gefertigt, so dass die Flüssigkeit im Inneren farblich nicht zu erkennen war. Iryan stelle sie auf einem Baumstumpf ab, zusammen mit dem Korb, aus dem bereits zwei Weingläser aufblitzten. Dann machte er sich daran, die Picknickdecke auszubreiten.
"Ist es klug, wenn wir uns betrinken?"
, hakte Dhansair nach.
"Leb, wie immer du es wünschst. Du weißt doch, ich achte auf dich"
, raunte der Wächter. Er gewann damit sofort Dhansairs Herz. Dessen Züge erweichten sich nämlich und er lächelte, während der Blick auf Iryans Tun ruhte. Dem Wächter hingegen schien nichts aufzufallen. Für ihn war es selbstverständlich, das zu sagen. Dafür war er hier.
Es war bestimmt leicht für Dhansiar sich in seinen Diener zu verlieben, so fürsorglich wie er ihn behandelt. Aber ist das wirklich Liebe? Für Iryan nicht, dass gab er deutlich zu verstehen. Es ist sein Pflicht, die er sehr ernst nimmt und auch gerne erfüllt, so wie ich gerne und mit Leidenschaft dem Schneiderhandwerk nachgehe. Und Dhansiar hat vermutlich nie wirklich Zuwendung in seinem Leben erhalten. Erst recht nicht von seinem Vater. Kein Wunder, dass er in Iryan seine Liebe sieht.
Der Wächter ging in die Knie, dass seine Rüstung leicht klirrte und strich dann die Enden der Decke flach. Anschließend ließ er sich auf einer dieser Ecken nieder, damit auch er nicht auf dem kalten Nadelholz sitzen musste.
"Kommt, es ist halbwegs bequem."
Sarin stand auf und zog ihren Verlobten an der Hand mit um dann ebenfalls eine Ecke auf der Decke zu beanspruchen. Iryan stellte nun ein Tablett in die Mitte der Decke und platzierte die beiden Weingläser zusammen mit der Flasche darauf. Dann entnahm er dem Korb mehrere kleine Behälter aus reinstem Silber. Sie sahen viel zu prunkvoll aus, um als Picknickgeschirr missbraucht zu werden.
Wie hübsch!
Jedes einzelne Stück vom kleinen Teller über den Zuckerlöffel bis hin zur Gabel war mit filigraner Handarbeit verziert. Sie alle zeigten dornige Rosenranken, das Zeichen derer von Blutsdorn. Ein größeres Behältnis aus Porzellan mit aufgemalten Rosenmotiven wurde dazugestellt und geöffnet. Der Duft des Kuchens erfüllte sofort die Luft, kaum dass Iryan den Deckel abgenommen hatte. Ein goldener Kuchen wartete darauf, gegessen zu werden. Der Wächter stellte ein Schälchen Sahne hinzu, damit der Kuchen allein nicht zu trocken würde und dann hob er ein schwarzes Gefäß an als sei es eine heilige Urne.
"Du hast daran gedacht!"
Dhansair lächelte. Neugierig beobachtet Sarin das Geschehen.
"Ich weiß, dass du sie magst"
, erwiderte der Elfenwächter. Er öffnete das Gefäß. Die dicken, vollmundigen Erdbeeren stachen in angenehmen Kontrast zum Schwarz hervor. Ihr Rot mit den winzigsten Brillanten aus goldenen Erdbeersamen verführte dazu, hinein zu beißen. Sie verrieten schon vorab, einfach nur köstlich zu sein, auch ohne Kuchen. Mit Jahrzehnte lang geschulten flinken Fingern stibitzte sich Sarin kichernd eine Beere und steckte sie sich sofort in den Mund. Der süße Saft zerplatzte unter dem Druck ihrer Zunge und sie schloss einen Moment lang genussvoll die Augen. Ein leises Seufzen entrang sich ihrer Kehle. Schon von früher kannte sie noch den Geschmack von Walderdbeeren. Die waren in der Regel etwas kleiner, aber diese hier waren einfach grandios köstlich! Als sie wieder blinzelnd die Augen öffnete, sahen die beiden Männer sie an und sie errötete spontan.
Etwas beschämt so forsch zugegriffen zu haben, senkte sie verlegen den Blick. Unverhofft, hatte da jemand wohl gerade heraus gefunden, dass sie eine Gemeinsamkeit teilten: die Liebe zu Erdbeeren!!!
„Darf ich noch eine?“
Der Kuchen und Sahne waren zweitrangig. Allen die Erdbeeren zählten! Na gut, die Erdbeeren in Kombination mit der Sahne waren auch ein Seufzen wert.
Fehlt nur noch der Mann der mich füttert.
Sehnsüchtiges Verlangen, gepaart mit dem Hochgenuss des Geschmacks und der ansehnlichen Gesellschaft machten den Start in ihr Abenteuer doch recht erträglich. Es hätte wahrlich schlimmer kommen können. Aber für diesen kleinen Moment, wollte Sarin nicht in ihrer Angst vor der Zukunft baden sondern einfach den Augenblick genießen. Und das tat sie:
Sarin war schon immer ein „Schöngeist“ gewesen, eben jemand der sich an einfachen Dingen erfreuen konnte, der sie so darstellen konnte, dass sie zu etwas besonders wurden. So zelebrierte sie den genussvollen Nachtisch, den fruchtigen Geschmack für sich selbst, das Kosten der leichten Süße um so intensiver! Die zweite Frucht wurde langsamer verspeist, nachdem sie gründlich in die Sahne getaucht und darin gewendet worden war. Sie wurde regelrecht von ihren glatten Zähnen häppchenweise gefoltert, während Sarins voller Mund an ihr saugte. Die winzigen Diamant-Kerne knisterten unter ihrem Biss. Ihre Lippen waren schnell gerötet vom Saft der Beeren, ihre Zunge neidete es ihnen und leckte sie sauber, bis auch der letzte Tropfen Beerensaft verbraucht war. Ein Tupfer Sahne hing noch unbemerkt in einem Mundwinkel, als sie mit verklärtem Blick aufsah. Unschuldig wie sie war, hatte der Moment des Genusses doch etwas überaus reizvolles für sie gehabt. Und Erdbeeren hatten auch den Vorteil, dass sie eines der wenigen Lebensmittel waren, die natürliche Endorphine beinhalteten. So sah Sarin glücklich lächelnd auf und in die vielleicht etwas verdutzten Gesichter neben sich.
„Was denn? Ich lieb die Dinger halt auch!“
, verteidigte sie sich unwillkürlich und wurde wieder leicht rot. Dann nahm sie, schon um von sich abzulenken, die schwarze Flasche und schenkte von dem Wein ein. Sie verteilte die Gläser und prostete ihnen zu:
„Auf... Erdbeeren!“
Dann nahm sie einen Schluck. Sicher war der Wein hervorragend. Etwas anderes konnte garnicht sein. Sie ließ den Blick über den Rand des Glases zu den beiden Männern wandern und genoss den wohltuenden Schauer, der sich gerade bei ihr einstellte. Erdbeeren, Wein, zwei wirklich gutaussehende Männer...
Die Luft hier oben steigt mir wohl zu Kopf... oder der Wein... oder...
*Hiks*
Fruchtzucker und Alkohol. Ich sollte auch was essen, sonst wird das sehr bald sehr lustig hier!
Also griff sie zum Kuchen. Golden und süß zerschmolz auch dieser auf ihrer Zunge. Als sie dann endlich gesättigt und glücklich war, kam sie auch zurück zum Thema:
„Iryan, wir sprachen vorhin darüber, dass ich vielleicht auch euch „zeichnen“ könnte, damit ihr vielleicht ein bisschen mehr Glück bei der Suche habt.“
Sie sprach extra nicht aus, worum es sich bei der Suche handelte, ob nun nach einer weißen Eule, einer Mondblume, oder nach einem Weg ihrem Schicksal zu entfliehen. Sie wies auf die Stelle auf Dhansiars Arm, wo sie ihn bereits gezeichnet hatte und holte bereits den Tiegel und Pinsel wieder heraus.
„Darf ich?“
Sarin war zwar noch nicht wirklich angeheitert, aber trotzdem atmete sie einmal tief durch um die nötige Konzentration für ihre Magie aufbringen zu können. ...und vielleicht auch um nicht zu sabbern, wenn Iryan seinen Unterarm entblößte. Schöne Männerhände, selbst mit Narben hatten etwas an sich, dass sie anzog. Ein ansehnlicher Unterarm, definiert mit eleganten Muskelsträngen konnte das Bild eines Mannes vervollkommnen. Ein hoch aufgekrempeltes Hemd, das sagte: „Ich kann zupacken!“ oder gut gesetzte Manschetten gaben einem Herrn erst das I-Tüpfelchen zum Perfektionismus. Und Sarin war jemand der sich gern einmal in solchen Details verlor.
Sofern er es zuließ.
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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Erzähler » Samstag 19. Dezember 2020, 11:21

Hatte Sarin den Erbprinzen jemals zuvor lachend erlebt? Aus ganzem Herzen und offen? Nein. Das wusste sie mit einem Mal, denn kein noch so kokettes Aufkichern war mit dem Gelächter vergleichbar, welches er nun von sich gab. So fröhlich hatte sie ihn noch nicht gesehen mit eine derart lockeren Haltung und der Freude als Glanz in den Augen. Hastig hob Dhansair beide Hände an und wedelte in Abwehrhaltung damit umher. "Bitte! Teuerste, nennt mich nur ein einziges Mal Schnuckelbärchen und ich..."
"Lass uns lieber Essen - Schnuckelbärchen."
Und dann war er still, zur Salzsäule erstarrt. Nur sein Kopf drehte sich ganz langsam in Iryans Richtung. Das Grinsen wandelte sich in ein warmes, mehr als verräterisches Lächeln. Anscheinend kam es auf die Quelle an, die ihm einen solchen Kosenamen gab. Iryan besaß absolute Narrenfreiheit. "Essen ... klingt ... sehr gut", murmelte Dhansair und dann bereiteten sie gemeinsam das Picknick vor. Den krönenden Abschluss machte ein urnenförmiges Gefäß, in dem einige Erdbeeren auf den Verzehr warteten. Dhansairs Herz machte einen Hüpfer. Er schien diese Frucht zu lieben und da hatte er endlich etwas mit Sarin gemeinsam. Diese griff sogleich zu, denn bei Erdbeeren konnte sie sich nicht zurückhalten. Süß verteilte sich der Fruchtsaft auf ihren Lippen, nachdem sie die dünne Hülle der Beere durchbissen und zum Platzen gebracht hatte. Wo immer diese Köstlichkeit erworben worden war, der Verkäufer musste entweder ein formidabler Gärtner oder ein Händler mit den besten Kontakten sein. Viel zu schnell hatte Sarin die Leckerei verputzt und nach einem beschämten Wimpernschlag fragte sie dennoch nach einer zweiten. Wer konnte da schon widerstehen? "Nur zu", widerte Iryan. Immerhin hatte er die Speisen extra für seinen Herrn und dessen Verlobte geholte. Aber Dhansair war es, der nun nach den Erdbeeren griff, so dass Sarins Vorhaben unterbrochen wurde. Er pflückte sich eine besonders vollmundige Rote aus der Schale und tupfte sie in die Sahne. Anschließend bot er sie Sarin an, damit sie zubeißen konnte. Nun, da beide gesprochen hatten, erging es dem Erbprinzen sichtlich leichter, mit ihr umzugehen. Er wusste, dass er auf sie als neue Freundin zählen konnte und beide nur das Spiel einer Liebschaft führten. Dhansair hatte keine falschen Hoffnungen wecken wollen, die durchaus entstehen könnten, wenn man so miteinander spielte. Aber die Situation war geklärt und sein Herz etwas freier. Vielleicht hatte auch Sarins Rune dafür gesorgt.
Gemeinsam aßen sie, stießen auf die leckeren Erdbeeren an und tranken. Iryan verzichtete allerdings auf den Wein. Er hatte ohnehin nur zwei Gläser mitgebracht. Als Leibwache musste er wohl einen klaren Kopf behalten. Sarin hingegen stieg der Wein entsprechend dorthin. Außerdem lockerte es ihre Zunge, so dass sie recht schnell das Thema der Runenzeichnungen ansprach und Iryan anbot, auch ihm ein Symbol auf die Haut zu malen. Der Dunkelelf begradigte seine Haltung, dass sich die Schultern strafften. Er tauschte einen knappen Blick mit Dhansair, aber jener schüttelte nur minimal den Kopf. Dann kehrte sein Fokus zu Sarin zurück. Aber ihr fiel etwas auf. Stief ihr der Wein zu Kopf? Sie glaubte schon, Gespenster zu sehen. Oder war der Kopf eines Widltieres mit roter Nase am Rand der Lichtung hinter Iryan und zwischen den Sträuchern etwa echt? Und ... konnte es fluchen?!
"Verdammt!", kam es direkt aus dem Dickicht. Das musste echt gewesen sein, denn Dhansair und sein Wächter erhoben ebenfalls die Köpfe.
"Was war das?", fragte der Prinz. Iryan aber hatte sich längst in den Stand begeben, eine Hand am Knauf der Klinge und bereit, sie zu ziehen. "Wer ist da?", rief er in den Wald hinein. Niemand antwortete. Er tauschte einen Blick mit Dhansair aus, dessen offenherzige Freude sofort von einer Sorge umwebt und in einem Kokon kaschierter Beherrschung verschlossen worden war. Hatte jemand die drei entdeckt und vielleicht mehr gesehen, als die Öffentlichkeit wissen durfte?
Iryan würde denjenigen finden! Der Wächter machte sich sofort auf, zwischen die Sträucher zu gelangen. Er würde keinen entkommen lassen. Schritte eines Flüchtenden hatten sie alle nicht gehört und Elfenohren waren hier von Vorteil. So musste der Beobachter mit dem losen Mundwerk noch irgendwo im Geäst lauern.
Dhansair erhob sich nun ebenfalls, allerdings ließ er dabei Sarins Hand nicht los. "Wir sollten auch suchen. Wir dürfen niemanden entkommen lassen." Ohja, der Prinz war alarmiert. Anscheinend ging er in der Öffentlichkeit nicht so vertraut mit seinem Leibwächter um. Möglicherweise ahnte nicht einmal sein eigener Vater etwas, das über einige freundschaftliche Neckereien hinaus ging und selbst mit denen hatte Dhansair gegeizt, sobald andere Dunkelelfen in Hörreichweite gewesen waren. Wieviel stand hier nun wirklich auf dem Spiel.
"Wartet hier oder begleitet mich", bot er Sarin an. Er hatte nicht vor, den Beobachter zu einem Verräter seiner wahren Gefühle für Iryan werden zu lassen.
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Re: Reise durch den Arus

Beitrag von Sarin Kasani » Montag 21. Dezember 2020, 11:31

"Verdammt!"
, kam es direkt aus dem Dickicht und schon war die schöne Stimmung vorbei. Dhansair und sein Wächter erhoben ebenfalls die Köpfe.
"Was war das?"
, fragte der Prinz. Iryan aber hatte sich längst in den Stand begeben, eine Hand am Knauf der Klinge und bereit, sie zu ziehen.
"Wer ist da?"
, rief er in den Wald hinein. Niemand antwortete. Er tauschte einen Blick mit Dhansair aus, dessen offenherzige Freude sofort von einer Sorge umwebt und in einem Kokon kaschierter Beherrschung verschlossen worden war. Hatte jemand die drei entdeckt und vielleicht mehr gesehen, als die Öffentlichkeit wissen durfte? Sarin überlegte, was sie getan hatten was ein fremder Beobachter von außen vielleicht gesehen haben mochte und außer einem glücklichen Zusammensein eines Paares, welches Erdbeeren futterte, lachte und einem einen Hauch etwas zu entspannten Wächter...
Eben jener Wächter machte sich sofort auf, zwischen die Sträucher zu gelangen. Dhansair erhob sich nun ebenfalls, allerdings ließ er dabei Sarins Hand nicht los.
"Wir sollten auch suchen. Wir dürfen niemanden entkommen lassen."
Oh ja, der Prinz war alarmiert.
Warum bin ich dann so entspannt? Hm... er lebt schon seit Jahren mit der Angst vor Entdeckung seines Geheimnisses...ich erst ein paar Tage.
Ja, sie empfand Mitleid mit ihrem Prinzen. Natürlich ging er in der Öffentlichkeit nicht so vertraut mit seinem Leibwächter um. Sein eigener Vater durfte nichts ahnen was über einige freundschaftliche Neckereien hinaus ging und selbst mit denen hatte Dhansair gegeizt, sobald andere Dunkelelfen in Hörreichweite gewesen waren. Wie viel stand hier nun wirklich auf dem Spiel?
"Wartet hier oder begleitet mich"
, bot er Sarin an.
„Natürlich komme ich mit!“
Es wäre auch gefährlich, wenn er mich allein in dieser neuen Welt mitten im Wald stehen lassen würde... außer er will mich los werden...
, huschte ein kurzer paranoider Gedanke durch ihren Kopf. Sarin schüttelte ihn sofort ab. Er hatte nur nicht vor, den Beobachter zu einem Verräter seiner wahren Gefühle für Iryan werden zu lassen. Deshalb reagierte er so angespannt. Aber war da wirklich etwas zu beobachten gewesen?
Sie haben sich ja nicht mal geküsst, kein Händchenhalten, maximal ein einzelner etwas intensiverer Blick. Sonst hat er MICH gefüttert und mit mir gelacht. Reagieren sie überzogen? Ich bin doch sein Alibi. Oder bin ich vielleicht zu naiv? War was in den Erdbeeren? Hihi...
, dachte Sarins überreiztes Gehirn und ließ sie innerlich kurz auf kichern. Ihre Freundin die Köchin hatte ihr mal gesagt, dass Erdbeeren natürliche Glückshormone beinhalteten. Ging es ihr deshalb grade so gut? Sarin war vielleicht emotional etwas zu sorglos für die Situation, aber sie passte sich an. Brav folgte sie ihrem Verlobten an seiner Hand ins Unterholz. Wie man als Elfe leise ging, dass wusste sie, wenn es gefordert sein sollte. Im Palast war es eine stehst eine notwendige Disziplin gewesen, als „Personal“ so unauffällig wie möglich zu sein. Man trampelte nicht durch die Gänge. Das hier war zwar anders und kein Teppichboden, aber ein bisschen schleichen traute sich Sarin schon zu. Erholt und gestärkt von ihrem Imbiss folgte Sarin Dhansair und sah sich aufmerksam um. Noch immer waren ihre Augen von dem ganzen Licht geblendet und tränten manchmal, so dass sie sich hin und wieder die Feuchtigkeit von der Haut unter ihrem Schleier wischte. Sonst war sie aber sehr aufmerksam und half so gut es ging mit nach Hinweisen zu suchen. Hin und wieder trennten sie sich ein kleines Stück um die Gegend genauer untersuchen zu können, aber Sarin achtete darauf, dass sie für Dhansair oder Iryan immer in Sichtweite blieb. Im allgemeinen vermied sie es nach oben zu sehen, auch wenn der Himmel bedeckt war. Sie suchte eher den Boden nach Spuren ab, auch wenn sie darin keinerlei Erfahrung hatte. Eine Eichel hätte auch ein Schafskötel sein können, ihr wäre der Unterschied nicht aufgefallen. Aber sie hatte einen ausgeprägten Sinn für alles schöne und glänzende.
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